Joni Krause (hinten links) ist froh, dass Sohn Franko Krause (hinten rechts) und die Enkel (Leonardo und Alessandro Krause in seine Fußstapfen getreten sind. Die ganze Familie weiß, mit Puppen Kinder zu begeistern. © Hornung
Weihnachtsmarkt Unna

Jetzt täglich in der City: Drei Generationen spielen Kasperle und Flocki

Jonni Krause ist in Unna Kult: Seit 1976 ist er mit seinem Kasperle-Theater regelmäßig im Winter zu Gast. Was viele nicht wissen. Inzwischen ist sogar die Enkelgeneration mit dabei.

Die Rasselbande kreischt vergnügt, als Kasperle dank ihrer Hilfe endlich die Lücke in der Mitte des Vorhangs gefunden hat. Die Hauptfigur jeder Aufführung im kleinen Theater von Jonni Krause hat die Bühne betreten. Und es sind diese Momente, für die der Puppenspieler auf der Bühne, oder besser gesagt dahinter, steht. Unterstützt wird er dabei von seinem Sohn – und inzwischen auch zwei Enkelkindern. Aktuell macht die Schaustellerfamilie eine Existenzgefährdende Zeit durch.

Alessandro ist 16, sein Bruder Leonardo erst 14 Jahre alt. Die beiden Söhne von Papa Franko (40) und Opa Jonni Krause (65), mischen schon seit ein paar Jahren hinter der Bühne mit. Puppentheater wurde ihnen einfach in die Wiege gelegt. Von klein auf waren sie mit dabei, wenn die Familie durch Deutschland tingelte. Inzwischen unterstützen sie hin und wieder ihren Vater, der mit einem Theaterzelt durchs Land reist – und Opa Jonni Krause, der seit 46 Jahren fester Bestandteil des Weihnachtsmarktes in Unna ist.

Durch einen Zufall stand Jonni Krause, dessen Vater auch Schausteller war, ausgerechnet in dem Jahr und an dem Tag im Unnaer Rathaus, als die Mitarbeiter dort auf der verzweifelten Suche nach einem Puppenspieler waren. So hielten sie sein Auftreten dort auch erst für einen schlechten Scherz. Doch Krause konnte seine Dienste tatsächlich anbieten. Und er blieb Unna in der Weihnachtszeit fortan treu.

Das Kasperle-Theater bespielt in diesem Jahr nicht die große Bühne, die sonst auf dem Markt steht, sondern hat ein Zelt auf dem Kirchplatz bezogen. © Hornung © Hornung

Zunächst spielte er in verschiedenen Ladenlokalen, dessen Mieter inzwischen gewechselt haben, irgendwann ging es dann auf die große Bühne auf dem Marktplatz. Dort erreichte der Puppenspieler mit seinem Kasperletheater hunderte Weihnachtsmarkt-Besucher mit einer Aufführung. Stolz zeigt er die Fotos, die er von seinem Publikum noch auf dem Handy findet.

Im vergangenen Jahr brachen dann düstere Zeiten für Familie Krause an. „Das war für uns tödlich“, sagt Franko Krause. Erst im Oktober konnte Franko Krause wieder arbeiten. Mit 3G-Regel durfte er sein Zelt zunächst wieder voll besetzen. Doch um alles coronakonform umzurüsten, musste er erst mal viel Geld investieren.

Kasperletheater im Zelt auf dem Kirchplatz

Jonni Krause hat für seine Zeit in Unna nun ein Zelt von Unna Marketing auf dem Kirchplatz mit dem Kasperletheater bezogen. Die Gäste kommen, aber die Pandemie sei deutlich spürbar: „Jetzt mit 2G bleiben einige fern.“ Trotzdem wäre Jonni Krause nicht die Frohnatur, die er einfach ist, wenn er der Lage nicht etwas Positives abgewinnen könnte: „Wir können froh sein, dass wir überhaupt wieder auftreten dürfen.“

  • Täglich von 15 bis 17 Uhr zu jeder halben und vollen Stunde können die kleinen Besucher auf dem Alten Markt aufregende und spannende Geschichten mit und rund ums Kasperle erleben.
  • Flocki, eine Figur aus dem Kasperle-Theater, begeistert übrigens nicht nur täglich mit spannenden Geschichten, sondern der Erlös von Flockis Bockwurst kommt voll der Unnaer Tafel zu Gute. Flockis Lieblingsbockwurst ist vor und nach jeder Vorstellung am Imbiss Heitmann auf dem Alten Markt zum Preis von 1 Euro erhältlich.
Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Dagmar Hornung

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