„Ja“ zur Eishalle wird offiziell, ein „Nein“ zur nichtöffentlichen WBU vielleicht auch

dzNach dem Bürgerentscheid

Anderthalb Wochen nach dem eindeutigen Bürgerentscheid zum Erhalt der Eissporthalle wird am Donnerstag das Ergebnis vom Stadtrat offiziell festgestellt. Spannend die Frage: Welche Rolle spielt künftig die WBU?

Unna

, 05.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Geht es nach großen Teilen der Unnaer Lokalpolitik, wird die Eissporthalle von den Wirtschaftsbetrieben (WBU) in den städtischen Haushalt überführt. Ein entsprechender Antrag der FLU-Fraktion wird am Donnerstag, 6. Juni, um 17 Uhr öffentlich im Hauptausschuss beraten. Er scheint gute Chancen zu haben, von den anderen Fraktionen unterstützt zu werden.

Sitzung ist öffentlich


Eishallen-Diskussion geht los

  • Der Hauptausschuss tagt am Donnerstag, 6. Juni, ab 17 Uhr im Ratssaal im Rathaus. Der FLU-Antrag zur Eishalle steht hier auf der Tagesordnung.
  • Direkt im Anschluss findet ab 18 Uhr die Ratssitzung statt, in der das Ergebnis des Bürgerentscheids offiziell festgestellt wird - ebenfalls im Ratssaal.
  • Beide Sitzungen finden öffentlich statt; können also von Bürgern auf der Zuschauertribüne mitverfolgt werden.

Neue Eigentumsverhältnisse sollen mehr Transparenz schaffen

Die Idee hinter dem Antrag: Erst wenn die Eishalle sich im Eigentum der Stadt befindet, wird über alles, was sie betrifft, öffentlich beraten und entschieden. Derzeit gehört die Eishalle der WBU - einer Tochter der Stadt, deren Gremien nicht öffentlich tagen und Entscheidungen treffen. Genau das stört einige Politiker: Sie fordern, dass die Zukunft der Eishalle für alle Bürger transparent diskutiert werden muss.

Die CDU-Fraktion hatte bereits früh Zustimmung für den Antrag der FLU-Fraktion signalisiert. Anfragen unserer Redaktion bei den weiteren Fraktionen zeigen: Der Antrag stößt auf überwiegend positive Resonanz. So kündigt der FDP-Fraktionsvorsitzende Günter Schmidt an, dass seine Fraktion den Antrag am Donnerstag unterstützen werde.

„Dann sehen die Bürger nämlich auch, welche finanziellen Auswirkungen diese Entscheidung nun hat - oder anders gesagt: auf was für ein finanzielles Abenteuer sie sich da eingelassen haben.“
Günter Schmidt, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Unna

Für ihn hat die Transparenz, die entstehen würde, wenn die Eishalle direkt der Stadt gehörte, auch noch einen weiteren Vorteil: „Dann sehen die Bürger nämlich auch, welche finanziellen Auswirkungen diese Entscheidung nun hat - oder anders gesagt: auf was für ein finanzielles Abenteuer sie sich da eingelassen haben.“ Er glaubt, dass viele Bürger beim Bürgerentscheid aus einer Protesthaltung heraus für den Erhalt der Eishalle gestimmt haben - ohne die finanziellen Auswirkungen in Gänze zu bedenken. „Da ist es jetzt leicht, zu sagen: Da muss die Stadt jetzt sehen, woher sie das Geld bekommt. Wenn das nun öffentlich diskutiert wird, können viele Bürger vielleicht auch nachvollziehen, dass das alles andere als leicht ist und letztlich jeden Unnaer Bürger treffen wird“, so Schmidt.

SPD noch unschlüssig, Linke klar für den FLU-Antrag

Während die SPD-Fraktion noch unschlüssig ist, ob für die anstehenden Planungen zur Eishallenzukunft das Herauslösen der Halle aus dem Verantwortungsbereich der WBU notwendig ist, kommt von den Linken ein klares „Ja“ zu dem FLU-Antrag: „Wir sind damit voll einverstanden, denn die Eishalle muss öffentlich diskutiert werden“, sagt deren Fraktionsvorsitzende Petra Weber. Charlotte Kunert, Fraktionsvorsitzende der Grünen, sieht die Sache zweischneidig. „Ich bin absolut keine Wirtschaftsfachfrau, aber ich denke, dass die Eishalle von der Wirtschaftlichkeit her bei den Wirtschaftsbetrieben sinnvoller aufgehoben ist; von der Transparenz her aber besser direkt bei der Stadt.“

Fraktionschefin der Grünen plädiert für Transparenz

Sie halte es grundsätzlich für sehr wichtig, dass jetzt alles zur Eishalle transparent diskutiert werde. „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es besser ist, wenn wir die Eishalle aus dem Bereich der WBU herausnehmen würden. Aber das ist nur meine persönliche Meinung“, so Kunert. Die Grünen kommen am Mittwochabend noch zu einer Fraktionssitzung zusammen, um eine einheitlich Position zu dem Antrag zu finden.

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