Pandemie

Inzidenz im Kreis Unna nähert sich der 50er-Marke – Mehr Lockerungen?

Die Inzidenzmarke 50 ist wieder wichtiger geworden. Darunter, so hieß es nach dem Corona-Gipfel der Kanzlerin mit den Länderchefs, sollen weitere Lockerungen möglich sein. Doch was bedeutet das für den Kreis Unna?
In Bergkamen sind bei Corona-Tests sieben Neuinfektionen festgestellt worden. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die Infektionslage im Kreis Unna hat sich zuletzt entspannt. Das zeigt auch ein Blick auf die aktuelle Inzidenzzahl – also den Wert, der die Anzahl von Neuinfektionen binnen sieben Tagen, umgerechnet auf 100.000 Einwohner angibt. Am Sonntag legte das Landeszentrum Gesundheit NRW ihn für den Kreis Unna auf 56,2 fest.

Damit rückt die 50er-Marke wieder näher – und viele Menschen im Kreis Unna hoffen auf weitere Lockerungen, die dann möglich sein sollen. Kanzlerin Angela Merkel, aber auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatten nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch erklärt, dass mit Erreichen dieses Wertes weitere Lockerungen – etwa das Einkaufen oder der Besuch von Zoos und Museen ohne Termin – möglich seien.

Dürfen die Menschen im Kreis Unna also auf schnelle Lockerungen hoffen? Wohl eher nicht. Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sagt: „Kreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tages-Inzidenz nach den täglichen Veröffentlichungen des Landeszentrums Gesundheit an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und mit einer sinkenden Tendenz unter dem Wert von 50 liegt, können im Einvernehmen mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales abstimmen, inwieweit Reduzierungen der in dieser Verordnung festgelegten Schutzmaßnahmen erfolgen können.“

Das bedeutet also, dass der Kreis Unna den Wert 50 eine ganze Woche lang unterschreiten müsste – und auch dann wären erst noch Abstimmungen mit dem Ministerium erforderlich. Das „Click and meet“-System für den Handel dürfte sich also ein stückweit etablieren.

Besondere Umstände werden berücksichtigt

Bei möglichen Abstimmungsgesprächen zwischen Kreis und Land dürfte es eine Rolle spielen, ob es lokale Infektionsherde gibt. Einzelereignisse wie der Corona-Ausbruch in einem Arbeiter-Hochhaus in Werne lassen die kreisweiten Infektionszahlen zwar steigen, eine Ausbreitung des Coronavirus kann an dieser Stelle durch eine überwachte Quarantäne aber gut eingedämmt werden.

Den Inzidenzwert 50 unterbot der Kreis Unna letztmalig am 6. Oktober. Damals lag er bei 40,3. In der Folge stieg er bis auf das bisherige Allzeithoch von 270,5 am 12. Dezember. Seither ist der Wert gesunken, am 13. Februar schien ein Unterschreiten der wichtigen Marke bei einem Wert von 52,7 schon nah. Doch dann nahm das kreisweite Infektionsgeschehen wieder mehr Fahrt auf.

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