In Intimsphäre eingedrungen: 23-Jähriger wird im Drogenrausch zum Einbrecher

dzHaftstrafe

Für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis muss ein 23-Jähriger aus Unna. Mit Diebesgut aus Einbrüchen finanzierte er seine Drogensucht. Vor dem Schöffengericht gestand er zwei Taten in Unna.

von Dirk Becker, Jana Peuckert

Unna

, 26.09.2019, 15:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die eigenen vier Wände sind der ganz private Bereich eines Menschen. Umso unangenehmer und beängstigender ist das Wissen darüber, dass genau in diesen eingedrungen wurde – und zwar während der Bewohner dort geschlafen hat.

Offenes Schlafzimmerfenster genutzt

Genau das ist einem Paar aus Unna am 16. März dieses Jahres an der Schäferstraße passiert. Das offene Schlafzimmerfenster hatte einen 23-Jährigen dazu verleitet, in die Wohnung einzubrechen. Dabei kamen ihm ein Kaugummiautomat, ein Tor und Holzbalken am Haus als Einstiegshilfen gerade recht, es bis in die obere Etage zu schaffen. In der Wohnung lief er direkt am Bett mit den schlafenden Bewohnern vorbei und steckte eine Uhr ein. Dann durchsuchte er die restlichen Räume. Dabei fielen ihm dann auch zwei Handys, Bargeld, ein Tablet und ein Survivalmesser in die Hand. Durch die Wohnungstür verließ er den Tatort wieder.

Die Polizei berichtete unmittelbar nach der Tat, dass der Eindringling das offenstehende Schlafzimmerfenster ausgenutzt hatte.

Blutspuren am Tatort gefunden

Bereits am 16. Oktober 2018 hatte der Mann einen nächtlichen Einbruch begangen – damals an der Husemannstraße in Unna. Dort schlug er ein Kellerfenster ein und entwendete auf gut Glück ein Ledermäppchen, in dem sich 200 Euro befanden. Als er gerade über eine Treppe in andere Zimmer gehen wollte, hörte er den Bewohner, der laut rief. Er hatte ein Klirren vernommen. Schnell floh der Täter wieder durch das zerstörte Fenster. Eine dabei entstandene Schnittverletzung hinterließ Blutspuren, die den 23-Jährigen am Ende als Täter überführten.

Mit Diebesgut Drogen finanziert

Das Schöffengericht im Amtsgericht Unna verurteilte den Mann jetzt für die beiden Einbrüche zu zweieinhalb Jahren Haft. Der Angeklagte räumte alle Vorwürfe sofort ein. Er sei jeweils von Partys gekommen, habe unter dem Einfluss von Ecstasy gestanden. Das Diebesgut habe er direkt gegen Drogen eingetauscht, oder es im Unnaer Stadtpark verkauft, um das dadurch erlangte Geld in Stoff zu investieren.

Die Aussicht, wahrscheinlich bald ins Gefängnis gehen zu müssen – wenn es nicht zu einem anderen Urteil in höherer Instanz kommt – ist für den Angeklagten nichts Neues. Eine umfangreiche Mischung verschiedener Straftaten, von Körperverletzung über Diebstahl und Sachbeschädigung, bis hin zu Hausfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung, ließen den Mann bereits einige Jahre gesiebte Luft atmen.

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