Ingrid Kroll zaudert noch im Umgang mit dem SPD-Parteibuch

dzPolitik

Die meisten Berührungspunkte mit der SPD hat Ingrid Kroll losgelassen. Im Kreistag und im Stadtrat von Unna ist sie aus den Fraktionen ausgetreten. Folgt nun der Austritt aus der Partei?

Unna

, 23.01.2020, 14:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bruch zwischen Ingrid Kroll und der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands scheint eindeutig, eine Abgabe des Parteibuches folgerichtig. Im Internet kursieren bereits Gerüchte, das Stadtrats- und Kreistagsmitglied aus Unna sei bereits auch aus der SPD ausgetreten. Kroll selbst dementiert es – und tut sich sichtlich schwer damit, von ihrer Partei loszulassen.

Viele Äußerungen, die Kroll im Zusammenhang mit ihrem Fraktionsaustritt im Kreistag getan hat, lassen sich derart interpretieren, dass der Parteiaustritt eine logische Konsequenz ist. „Ich fühle mich von der SPD nicht mehr vertreten“, sagte sie beispielsweise. Oder: „Die Werte, die ich einmal mit ihr verbunden habe, finde ich dort nicht mehr.“

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Doch es gibt neben der logischen Seite auch eine emotionale Verbindung zwischen Kroll und ihrer Partei, und dabei scheint der Faden noch nicht ganz abgerissen zu sein.

Seit 2001 ist Kroll Mitglied der SPD. Sie genoss die Förderung ihres Ziehvaters Michael Hoffmann und den Zuspruch der Bürger. Viele Freundschaften seien in der politischen Arbeit entstanden, die inzwischen auch außerhalb der Politik gepflegt werden.

Ingrid Krolls Zögern zeigt ihre emotionale Zerrissenheit

Das dürfte auch bei der Fraktionssitzung der Kreistags-SPD am Montag deutlich geworden sein: Ein Teil der Fraktion übte deutliche Kritik an dem Schreiben, mit dem Fraktionschefin Brigitte Cziehso einen Parteiausschluss für Ingrid Kroll zum Thema gemacht hatte. Und ebenso ausdrücklich baten Fraktionskollegen Kroll, doch zu bleiben.

Dass Kroll schließlich doch die Fraktion verlassen hat, aber noch immer SPD-Mitglied ist, erscheint vor diesem Hintergrund als innerer Widerspruch zwischen emotionaler Verletzheit und Verbundenheit.

Noch ist Kroll Mitglied der SPD – und nicht bei „Wir für Unna“

Noch wolle sie sich nicht festlegen, wie ihr weiteres Schaffen für die Allgemeinheit aussehen wird. Nur so viel stehe fest: Ihre Sitze im Kreistag und im Rat der Stadt Unna werde sie bis zur Kommunalwahl ausfüllen, um dem Vertrauen ihrer Wähler gerecht zu werden.

Ob Kroll am 13. September wieder irgendwo auf einem Wahlzettel zu finden sein wird, bleibt jedoch noch offen. Ein Neuanfang bei der SPD gilt derzeit als undenkbar, ein Austritt dort schon eher als wahrscheinlich. Noch allerdings ist Ingrid Kroll tatsächlich Beitrag zahlendes SPD-Mitglied. Und noch ist sie kein eingeschriebenes Mitglied von „Wir für Unna“.

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