Entscheidendes Treffen zwischen Ingrid Kroll und der Spitze der SPD-Kreistagsfraktion

dzPolitik

Ingrid Kroll gibt der SPD noch eine Chance: In einem Gespräch mit der Fraktionsvorsitzenden Brigitte Cziehso will das Kreistagsmitglied aus Unna hören, was es mit einem Parteiausschluss auf sich hat.

Unna

, 04.01.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass zwischen der Kommunalpolitikerin aus Unna und ihrer Partei kein einfaches Verhältnis besteht, war in den vergangenen Jahren immer wieder deutlich geworden. Und doch hält Ingrid Kroll der SPD die Treue: Während sie im Rat der Stadt Unna aus der Fraktion der Sozialdemokraten ausgetreten ist und nun auch im Kreistag einen solchen Schritt in Erwägung zieht, war die Abgabe des Parteibuches für Kroll kein Thema.

Insofern war es eine Überraschung für sie, dass nun die SPD über ein Parteiausschlussverfahren spricht. Das Thema war in einer E-Mail aufgetreten, die der Fraktionsgeschäftsführer der SPD im Kreistag an die Mitglieder der Fraktion und damit auch an Kroll geschickt hatte.

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Tenor dabei: Die Prüfung eines Parteiausschlusses sei Sache der Partei, nicht der Fraktion. Sachlich ist dies keine Überraschung, doch es stellt sich die Frage, warum Büroleiter Wulf Erdmann diese Klarstellung über den Verteiler geschickt hat.

Ingrid Kroll selbst kennt keinen Grund, sieht aber einen Anlass: Als Ortsvorsteherin der Unnaer Oberstadt war sie Gast bei einer Versammlung des Bürgervereins „Wir für Unna“, der bei der Kommunalwahl im September vermutlich mit eigenen Kandidaten antreten will. Dabei betont Kroll, dass sie nicht einmal Mitglied des Vereins ist.

Kroll verlangt von der Fraktionsspitze eine Erklärung

„Ich möchte wissen, wie es zu dieser Mail gekommen ist“, formuliert Ingrid Kroll nun ihre Erwartung an ein Gespräch mit der SPD-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Brigitte Cziehso, am kommenden Montag. Und sie sagt: „Das kann kein Versehen gewesen sein. Dass ich nur als Ortsvorsteherin zu Gast bei der Sitzung war, hat ja sogar in der Zeitung gestanden und jeder konnte es lesen.“

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Der Verlauf des Gesprächs dürfte für die SPD im Kreistag darüber mitentscheiden, ob Kroll weiterhin Teil der Fraktion bleibt oder ob sie auch dort austritt. „Solche Gedanken kommen einem dann natürlich“, sagt Kroll, die bislang immer einen Unterschied zwischen der Zugehörigkeit in einer Fraktion und der Mitgliedschaft in der Partei gemacht hat.

Zweifel am Sinn einer SPD-Mitgliedschaft

„Ich sehe die Werte, für die die SPD steht und für die ich seinerzeit dort eingetreten bin“, sagt Kroll. „Es täte mir in der Seele weh, die Partei zu verlassen. Allerdings wird es tatsächlich immer schwieriger, diese Werte dort zu entdecken. “

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