Ingrid Kroll tritt auch im Unnaer Kreistag aus der SPD-Fraktion aus

dzPolitik

Die Verbindung zwischen der Unnaer SPD-Politikerin Ingrid Kroll und ihrer Partei reißt immer mehr auseinander. Nun ist Kroll auch aus der Kreistagsfraktion der Sozialdemokraten ausgetreten.

Unna

, 21.01.2020, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kurz nach Mittag an diesem Dienstag war die SPD-Fraktion im Kreistag um ein weiteres Mitglied schwächer: Nach Margarethe Strathoff ist auch Ingrid Kroll aus der Fraktion der Sozialdemokraten ausgetreten. Und die Kreisstadt Unna ist jetzt nur noch mit drei statt der ehemals fünf Sitze im Zusammenschluss der SPD-Abgeordneten vertreten: mit Hartmut Ganzke, Heinz Steffen und Dirk Kolar.

Ingrid Kroll zieht mit ihrem Austritt aus der Kreistagsfraktion der SPD die Konsequenzen aus einem Vorgang, der lange Zeit Rätsel aufgab: Die Unnaerin war zusammen mit ihrer früheren Fraktionskollegin Margarethe Strathoff Gegenstand von Gedankenspielen über ein Parteiausschlussverfahren. Bekannt geworden war das durch eine E-Mail an den Verteiler der Fraktionsmitglieder und damit auch an Kroll und Strathoff selbst.

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In jener E-Mail hatte der Fraktionsvorstand das Auftreten des Bürgervereins „Wir für Unna“ als Wählerbündnis thematisiert und angekündigt, dass die Partei ein Ausschlussverfahren gegen Ingrid Kroll und Margarethe Strathoff prüfen werde. Strathoff, die tatsächlich Mitbegründerin und Vorsitzende von „Wir für Unna“ ist, erklärte daraufhin von sich aus die Austritte aus Kreistagsfraktion der SPD und auch aus der Partei.

Büroleiter Erdmann entschuldigt sich für Falschinformation

Bei Ingrid Kroll allerdings sah die Situation anders aus: Sie ist nicht einmal einfaches Mitglied des Bürgervereins in Unna, war der Einladung zu seiner Versammlung als Ortsvorsteherin der Oberstadt gefolgt, wie sie es bei vielen Vereinen macht.

Zumindest was Kroll angeht, beruhte die Ankündigung des Fraktionsvorstandes also auf einer falschen Annahme. Laut Fraktionschefin Brigitte Cziehso war es ihr Büroleiter Wulf Erdmann, der diese Falschinformation übermittelt hat. Bei der Fraktionssitzung am Montag soll sich Erdmann für diesen Fehler entschuldigt haben.

Fraktionschef bedauert eine vorschnelle Reaktion

Sie selbst habe ihr Bedauern darüber ausgedrückt, so schnell reagiert zu haben, ohne vorher mit Kroll selbst besprochen zu haben. Ausdrücklich habe man Ingrid Kroll in der Fraktionssitzung am Montag gebeten, ihre Arbeit bei der SPD im Kreistag fortzusetzen.

Doch der Versuch, sie umzustimmen, misslang. Am Dienstag kurz nach Mittag reichte Ingrid Kroll per E-Mail ihre Austrittserklärung ein. Mitglied des Kreistages wolle sie bleiben – aus Verantwortung gegenüber den Bürgern, die sie gewählt haben. Allerdings arbeitet Kroll dann als Fraktionslose mit. Auch als Mitglied im Rat der Stadt Unna ist Kroll seit einiger Zeit fraktionslos.

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