In wenigen Tagen startet das Christliche Klinikum Unna – Fusion wirkt schon länger

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Unnas zwei Krankenhäuser werden jetzt zu einem. Für Patienten soll die Fusion erst in etwa fünf Jahren spürbar werden. Verborgene, aber spürbare Verbesserungen gibt es für sie schon längst.

Unna

, 27.10.2020, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit dem Monat Oktober endet auch die Geschichte des Evangelischen Krankenhauses (EK) und des Katharinen-Hospitals (KK). Es beginnt die Geschichte des Christlichen Klinikums Unna (CKU), hervorgegangen aus der Fusion der beiden Häuser, die zum Monatswechsel offiziell gültig wird. Für Patienten soll sich erst einmal gar nichts ändern. Verbesserungen allerdings sollen sie schon seit geraumer Zeit erleben, vielleicht ohne es zu bemerken.

Kürzere Wege zwischen den Häusern schon heute

Ein Dialyse-Patient im Katharinen-Hospital habe bei Bedarf heute schon einen besseren Zugang zur Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus als noch vor Jahren, erläuterte Christian Larisch jetzt in einem Pressegespräch. Die Zeiten, als die beiden Krankenhäuser im Wettbewerb zueinander standen, seien schon länger vorbei. Larisch ist ab dem Monatswechsel Hauptgeschäftsführer des neuen Christlichen Klinikums Unna. Das Krankenhaus dieses Namens wird die Standorte „West“ (heutiges EK) und „Mitte“ (heute KK) haben. Und zwischen diesen bisher eigenständigen Krankenhäusern gebe es schon längst einen regen Austausch unter den Medizinfachleuten, von dem die Patienten profitieren.

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Zunächst ändert sich nur der Name

Dass die Häuser einen gemeinsamen neuen Namen haben, wird wohl zunächst das einzige sein, woran Bürger und Patienten den Unterschied erkennen können. „Die Fachabteilungen und Versorgungsangebote sowie die vertrauten Spezialisten in Medizin und Pflege bleiben wie bisher an den jeweiligen Adressen vor Ort“, teilte das CKU mit. Veränderungen passierten vor allem im „Backoffice“, so Larisch. Wo die Komplexität immer weiter ansteige, sollen zusammenwachsende Abteilungen dabei helfen, Abläufe zu optimieren. „Wir bekommen jetzt ein Knowhow, das kleinere Einrichtungen allein nie aufbauen könnten“, sagte Thorsten Roy. Er ist bisher kaufmännischer Direktor des katholischen Krankenhauses. Künftig fungiert er als CKU-Geschäftsführer, neben Dr. Dietmar Herberhold, dem bisherigen Stiftungsvorstand des EK.

Zahlen

Die Fusion zum Christlichen Klinikum Unna

  • An den beiden Standorten des Christlichen Klinikums Unna werden insgesamt rund 32.500 Patienten jährlich stationär behandelt, 60.000 ambulant.
  • In über 30 Fachabteilungen und zertifizierten Zentren arbeiten über 2000 Menschen in Medizin, Pflege, Therapie und weiteren Bereichen.
  • Das Christliche Klinikum Unna wird 712 Planbetten haben: die Summe der beiden heutigen Krankenhäuser, die sich nicht verändern wird. Das CKU zählt damit zu den größeren Krankenhäusern in NRW.
  • Der Katholische Hospitalverbund Hellweg, bisher Träger unter anderem des Katharinen-Hospitals, wird auch das Gesamtkorsett für das CKU bilden. Der Verbund hat dann insgesamt 3800 Mitarbeiter.

Das Ziel sei nicht Personalabbau, sondern die Sicherstellung der Daseinsversorgung auch in der Zukunft, erklärte Krankenhaus-Chef Larisch. Mit der Fusion nehme Unna eine landesweite Vorreiterrolle ein, so Larisch. „Was wir gemacht haben, ist etwas Besonderes.“

100-Millionen-Euro-Antrag für Ausbau

Und in naher Zukunft sollen die Veränderungen rund um das CKU erheblich sein, dann auch spürbar für die Patienten: Nach wie vor in Planung ist eine bauliche Umstrukturierung, für die das Klinikum einen Förderantrag in Höhe von 100 Millionen Euro gestellt hat. Für den Standort Mitte ist ein großer Anbau geplant, das heutige KK soll fast bis zum Verkehrsring wachsen. So wird Platz geschaffen für 200 Betten und zwölf OP-Säle.

Dieses Bild ist Zukunftsmusik, aber sie klingt schon sehr konkret. Es ist ein großer Anbau an den Klinikum-Standort Mitte geplant.

Dieses Bild ist Zukunftsmusik, aber sie klingt schon sehr konkret. Es ist ein großer Anbau an den Klinikum-Standort Mitte geplant. © CKU

„Mitte“ soll für das CKU der Operations- und Hightech-Standort werden. Unter anderem auch Unfall- und Gefäßchirurgie, heute am EK, sollen dorthin wechseln. Am Standort West wiederum kann sich dann die Neurologie erweitern, die dringend mehr Platz brauche, so Herberhold. Außerdem sollen dort mehr Kapazitäten zur Versorgung Epilepsiekranker entstehen, und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) werde seine Psychiatrie mehr als verdoppeln. Es sollen 70 Versorgungsplätze von Aplerbeck nach Unna verlegt werden, eng verzahnt mit der Geriatrie, die das EK seit einigen Jahren aufbaut.

All dies ist freilich abhängig von einer Förderzusage, mit der man im CKU auch aufgrund positiver Signale aus verschiedenen politischen Richtungen rechnet. Umsetzungsreif sei das Ausbauprojekt wohl in etwa fünf Jahren, schätzt CKU-Chef Larisch.

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