In Unna-Massen findet das geplante Edeka-Aldi-Zentrum Kritiker und Befürworter

dzEinzelhandel

Die Ergebnisse der Bürgerversammlung zum Einzelhandel in Massen will die Stadt nun auswerten. Eine Meinung dürfte dabei ins Gewicht fallen: Der Gewerbeverein will das neue Einkaufszentrum.

Massen

, 22.01.2019, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Pannen bei der Präsentationstechnik, Diskussionsteilnehmer in hitziger Stimmung, eine Sitzung ohne erkennbaren roten Faden – die Bürgerversammlung zum Thema Einzelhandel in Massen verlief in Teilen chaotisch. Ein Austausch von Sachargumenten fiel stellenweise schwer. Wie und wann es weitergeht mit einer eventuellen Neubauplanung, ist zunächst noch offen. Man werde die Ergebnisse auswerten, um das weitere Vorgehen zu planen, sagte Verwaltungssprecher Oliver Böer im Nachgang der Veranstaltung. Mit dem Investor, der ein Einkaufszentrum mit Aldi und Edeka als Ankermieter zwischen Massener Bahnhofstraße und Kletterstraße errichten möchte, werde man sich besprechen, ebenso mit der Politik, so Böer. Letztlich muss der Stadtrat entscheiden, ob für die Ansiedlung des Einkaufszentrums Baurecht geschaffen werden soll. In die weiteren Überlegungen werde sicher auch die Unterschriftensammlung der Kritiker-Initiative einbezogen, so Böer. Die Gruppe, die die Neuansiedlung verhindern möchte, teilte unserer Redaktion mit, dass die gesammelten Unterschriften am 14. Februar an die Stadtverwaltung übergeben werden sollen.

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Gewerbeverein: „Zukunftsorientierte Investition“

Allzu viele Mitglieder des Massener Gewerbevereins werden vermutlich nicht auf dieser Liste stehen. Das würde zumindest überraschen, denn der Vorstand des Gewerbevereins spricht sich klar für das neue Einzelhandelsprojekt aus. „Wir müssen unseren Ort für die Zukunft rüsten“, sagt Christopher Klein, Zweiter Vorsitzender des Gewerbevereins. Der Investor plane eine „zukunftsorientierte Investition in den Ort“ und die Schaffung eines zweiten „Ankerpunkts“ in Massen. „Dem kann man sich nicht verwehren.“ Klein erklärt, er bedaure, dass die Diskussion teils unsachlich geführt worden sei. Er bekomme viele positive Rückmeldungen von jungen Familien, die sich beispielsweise einen Aldi-Markt in Massen wünschten, sagt Klein.

Investor wirbt für „Knochen“ mit zwei attraktiven Enden

Der Investor warb im Rahmen der Versammlung um Zustimmung für die Bildung eines „Knochens“. Dieser habe in Massen mit dem Rewe-Markt bisher nur ein Ende. Das zweite würde an der Ecke Massener Bahnhofstraße entstehen. Das neue Einkaufszentrum würde Massens Chancen erhöhen, zusätzlich noch einen Drogeriemarkt wie Rossmann zu bekommen, erklärte Robert Löer, geschäftsführender Gesellschafter der Löer Immobilienmanagement GmbH. Der bisherige Edeka-Standort an der Kleistraße soll im Jahr 2021 aufgegeben werden. Für die Zeit danach ist die Ansiedlung eines kleineren Discounters in dem alten Markt im Gespräch. Netto hat dem Vernehmen nach Interesse. Laut Edeka Rhein-Ruhr käme auch ein Trinkgut-Getränkemarkt infrage.

Für den geplanten Neubau am Hellweg soll der dort im Moment betriebene Getränkemarkt abgerissen werden. Das große Fachwerkhaus daneben soll erhalten, restauriert und städtebaulich in das Projekt eingebunden werden. Die jetzige Grünfläche dahinter soll teils mit den Marktgebäuden bebaut werden. Kritikern gilt sie allerdings als letzte Grünfläche in Niedermassen. Auch das ist für die Gegner der Neuansiedlung ein Argument, neben der Sorge, ob die bisher vorgeschlagenen Lösungen der Verkehrsprobleme funktionieren. Das Grundstück aber würde sowieso bebaut, wenn nicht mit Märkten, dann mit Wohnungen, hielt SPD-Ratsherr Michael Tietze den Kritikern entgegen.

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