In Unna gibt es das zweitgrößte Quellgebiet Nordrhein-Westfalens

dzTag des Geotops

Die Bedeutung des Wassers ist in diesem Sommer so deutlich geworden, wie lange nicht. Die Hitze hat nicht nur den Bauern arg zugesetzt. Da passt es, dass der Verein für Heimat und Natur Mühlhausen/Uelzen am 16. September beim „Tag des Geotops“ die Quellen zum Thema macht.

Mühlhausen/Uelzen

, 27.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Die Voraussetzungen sind nicht gerade optimal, findet Josef Cornelissen. Wenn er am 16. September beim „Tag des Geotops“ durch das Quellgebiet Mühlhausen/Uelzen führt, dann liegen die meisten Quellen trocken. „Aber auch das gehört dazu, wenn wir den Quellen auf den Grund gehen“, sagt Josef Cornelissen. Spannende Geschichten haben er und seine Frau Barbara, die Vorsitzende des Vereins für Heimat und Natur Mühlhausen/Uelzen ist, auf jeden Fall zu erzählen.

Platz zwei hinter Paderborn

Viele Menschen dürfte es überraschen, dass in Mühlhausen und Uelzen das zweitgrößte Quellgebiet in Nordrhein-Westfalen liegt. „Die Leute wollen dann immer wissen, wo das größte ist“, weiß Josef Cornelissen. Und natürlich hat er die Antwort parat. „In Paderborn“ lautet die. Der Heimatverein geht von rund 40 Quellen aus. „Die Zählung ist gar nicht so einfach“, erklärt Josef Cornelissen. „Wenn hier das Wasser sprudelt und zwei Meter daneben auch – sind das dann zwei Quellen oder doch nur eine?“ Egal, wie diese Frage jeder für sich beantwortet – die ökologische Bedeutung der Quellen ist unumstritten.

In Unna gibt es das zweitgrößte Quellgebiet Nordrhein-Westfalens

Barbara und Josef Cornelissen kennen sich im Quellgebiet bestens aus. Es gibt aber auch eine Hinweistafel, die Erläuterungen gibt. © Dirk Becker

Es sind artesische Quellen, die in Mühlhausen und Uelzen Wasser an die Oberfläche befördern. Solche Quellen hängen von den Grundwasseradern ab. Sinkt das Grundwasser wie in diesem Sommer stark ab, versiegen sie. „Da ist dann zwar Wasser, der Druck reicht aber nicht mehr aus, um es nach oben zu befördern“, weiß Josef Cornelissen. Trotzdem dürfen sich diejenigen, die am „Tag des Geotops“ an der Führung teilnehmen, auf Wasser freuen – und zwar unabhängig davon, ob es regnen wird. Die Linsenquelle führt nämlich immer Wasser. Aus einem Rohr schießt es nach oben, landet in einem kleinen „Teich“ und fließt dann in den Mühlbach. Die Quelle ist auch deshalb berühmt, weil es über sie ein Gedicht gibt, das Gerhard Laukötter geschrieben hat und das „Linsensuppe“ heißt. Josef Cornelissen wird die drei Strophen im Rahmen der Führung vortragen.

Existenzielle Bedeutung

Wie groß die Bedeutung der Quellen ist, macht Josef Cornelissen mit einem Satz deutlich: „Ohne die Quellen hätte es die Mühle nicht gegeben und dann gäbe es auch Mühlhausen nicht.“ Auch die Mühle, die es schon um 890 gab, passieren die Teilnehmer der Führung. Jahrhundertelang wurde dort das Getreide für Mühlhausen, Uelzen, Lünern und Stockum gemahlen. Das Wasser des Mühbaches trieb das Mühlrad früher an, ehe die Anlage auch mit Dampf und später mit Strom betrieben wurde.

Wer jetzt einen Blick in das Bett des Mühlbaches wirft, kann sich das kaum vorstellen. Der Bach ist versiegt, Kinder können nicht wie in den vergangenen Jahren entlang des Mühlpfades mit dem Wasser spielen. Dabei liegen allein entlang des Mühlpfades rund 20 Quellen. Früher aber waren Mühlhausen und Uelzen deutlich wasserreicher, weiß Josef Cornelissen. „Der Bergrat Pommer berichte Anfang des 20. Jahrhunderts davon, dass das Wasser aus den Quellen hier einen bis zwei Meter in die Höhe spritzte.“

Begeisterung wecken

Dass das heute nicht mehr so ist, liegt vor allem am Bergbau. Durch ihn ist das Grundwasser viel weiter nach unten gesackt. Ob sich das jemals wieder ändert, vermögen Josef und Barbara Cornelissen nicht zu sagen. In jedem Fall aber wollen sie die Menschen weiter für das Quellgebiet begeistern – besonders am „Tag des Geotops“.

Die Führung durch das Quellgebiet Mühlhausen/Uelzen beginnt am Sonntag, 16. September, um 14 Uhr am Parkplatz des Stadions „Am Mühlbach“, Zum Osterfeld 9. Die Führung dauert etwa 90 Minuten, festes Schuhwerk wird empfohlen. Die Teilnahme ist kostenlos.
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