Heute rechtzeitig eingeworfen, kommt ein Brief in der Regel morgen beim Empfänger an. In Unna sind Sendungen inzwischen seit zwei Wochen überfällig. Die Post weiß bisher nicht, warum. © picture alliance / dpa
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In Unna gehen erneut Briefe verloren

Innerhalb von zwei Wochen sollten Briefe im Stadtgebiet ihren Empfänger eigentlich erreichen. Doch in Unna gibt es Pannen. Die Post weiß bisher nicht, wo. Bürger sollen beim Ermitteln helfen.

Annegret B. (Name von der Redaktion geändert) freut sich, zu ihrem Geburtstag regelmäßig „echte“ Post von lieben Menschen zu bekommen. Auch in diesem Jahr durfte sie wieder Glückwünsche aus ihrem Briefkasten nehmen. Aber es fehlen definitiv welche. In Unna geht Post verloren. Die Deutsche Post hofft, dass Bürger nun helfen, eventuelle Schwachstellen zu finden.

Vier Briefe kommen nicht an

Die Unnaerin B. hat zu ihrem Festtag im Februar unter anderem einen Brief aus Erfurt erhalten. Eine Woche nach dem heftigen Wintereinbruch sei diese Sendung mit einem Tag Verspätung angekommen, wofür die Empfängerin Verständnis hat. Annegret B. weiß aber von vier weiteren Briefen, die sie bekommen sollte, die sie bisher nicht bekommen hat und die sogar überwiegend aus ihrer Nähe stammen: Einer sei in Holzwickede abgesendet worden, einer in Königsborn, der dritte stammt von einem Bekannten aus Billmerich, Brief Nummer 4 aus dem Taunus.

Post: Schneefolgen längst abgearbeitet

Hadert die Post immer noch mit den Folgen von Eissturm „Tristan“? Das Unwetter am 7. und 8. Februar hatte Straßen und Wege an vielen Stellen praktisch unpassierbar gemacht. Auch in Unna verzögerte sich dadurch die Postzustellung um einige Tage. „Das ist längst abgearbeitet“, erklärt Postsprecher Rainer Ernzer. Warum besagte Briefe bei der Unnaerin nicht ankommen, dafür habe er im Moment keine Erklärung.

In der Vergangenheit haben sich im Raum Unna schon Fälle gehäuft, in denen Post verschwand. Es waren vor allem Glückwunsch- oder Kondolenzbriefe, aus denen Geldgeschenke gestohlen wurden. Vor drei Jahren erwischte die Post sogar eine Mitarbeiterin, die Briefe aus dem Verkehr zog. Im Moment aber gebe es eigentlich keine Auffälligkeiten, so Postsprecher Ernzer.

Appell: Nachforschungsauftrag erteilen

Gibt es irgendwo im Postsystem eine Schwachstelle? Die Post möchte versuchen, es herauszufinden. Sprecher Ernzer bittet um Unterstützung. Kommt ein Brief nicht ordnungsgemäß an, soll der Absender einen Nachforschungsantrag stellen.

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So stoßen Sie die Suche nach verschwundenen Briefen an

Kommt eine Sendung nicht an? Um der Post einen Nachforschungsauftrag zu erteilen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Auf der Internetseite deutschepost.de kann der Auftrag online erteilt werden, indem Nutzer alle für die Nachforschung relevanten Daten angeben.
  • Möglich ist dies auch per Telefon: (02 28) 4 333 112

„Die Aussicht, dass auf diesem Weg eine Sendung gefunden wird, ist leider gering“, sagt Ernzer. Aber Antragsteller würden der Post auf jeden Fall einen Dienst erweisen: Auf diesem Weg erhalte das Unternehmen wertvolle Informationen über eventuelle Schwachstellen. Gibt es eine Lücke im System, ob nun durch kriminelle Energie, menschliches oder technisches Versagen, hätte die Post so bessere Chancen sie zu schließen.

Über den Autor
Redaktion Unna
Jahrgang 1979, stammt aus dem Grenzgebiet Ruhr-Sauerland-Börde. Verheiratet und vierfacher Vater. Mag am Lokaljournalismus die Vielfalt der Themen und Begegnung mit Menschen. Liest immer noch gerne Zeitung auf Papier.
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Thomas Raulf
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