In Unna formiert sich neuer Protest gegen Pläne des Flughafens

dzFlughafen Dortmund

Mit mehreren Aktionen sollen die Unnaer deutlich machen, dass sie gegen die Erweiterungspläne des Flughafens Dortmund sind. Zwei Initiatoren sind die Gesichter des Protestes.

Unna

, 09.07.2020, 13:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maschinen sollen am Flughafen Dortmund künftig 300 Meter weiter östlich – also in Richtung Unna – aufsetzen dürfen, um eine längere Landefläche nutzen zu können. Das fordert der Flughafen und hat einen entsprechenden Antrag bei der Bezirksregierung Münster als Flugaufsichtsbehörde gestellt, der aktuell geprüft wird.

Unna wehrt sich seit jeher gegen einen Ausbau des Flughafens und die Lärmbelästigung für die Bürger. Resolutionen wurden parteiübergreifend und einstimmig verabschiedet, haben ihre Wirkung bisher aber verfehlt. Die Stadt Unna hat mehrfach gegen Flughafenpläne geklagt. Aktuell läuft noch ein Verfahren gegen eine Lockerung des Nachtflugverbots.

„Die Klagen der Stadt Unna sind aber nicht genug. Wir als Bürger müssen deutlich zeigen, dass wir das nicht wollen.“
Helmut Papenberg

„Die Klagen der Stadt Unna sind aber nicht genug. Wir als Bürger müssen deutlich zeigen, dass wir das nicht wollen“, sagt Helmut Papenberg vom ADFC Unna. Gemeinsam mit Pfarrer i.R. Jürgen Düsberg organisiert er eine neue Protestwelle, die bis ins Dortmunder Rathaus schwappen soll.

Schutzgemeinschaft Fluglärm mit an Bord

Unterstützung finden Papenberg und Düsberg naturgemäß bei der Schutzgemeinschaft Fluglärm und ihrem Vorsitzenden Mario Krüger. Aber auch die Parteien unterstützen das Anliegen. Bis auf die FDP waren Vertreter aller Fraktionen im Rat der Stadt Unna bei einem informellen Treffen in der Schwankhalle im ZIB dabei, als Papenberg und Düsberg für ihre Protestbewegung warben. Auch Krüger und ein Vertreter des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) waren dabei.

Breite Unterstützung für Flughafengegner

Anlass für den neuen Protest sind die Pläne des Flughafens Dortmund. Papenberg und Düsberg wollen Unterschriften sammeln – in Unna ebenso wie in Dortmund. Dabei soll ausgerechnet der Kommunalwahlkampf helfen. Denn in ihrem Protest gegen den Flughafen sind bislang alle Parteien und Wählergemeinschaften auf einer Linie. Bei den Infoständen wollen die politischen Gruppen gemeinsam Unterschriften sammeln.

Das – so hoffen die Organisatoren – dicke Paket soll dann am 6. September an Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau übergeben werden. Geplant ist eine Fahrrad-Demo von Unna über Massen zum Dortmunder Flughafen. Dort soll Sierau die Gäste empfangen. „Wenn in Unna alle Parteien dahinter stehen, kann er sich dem nicht entziehen“, mutmaßt Krüger.

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Die Schutzgemeinschaft Fluglärm plant zudem für den 19. Juli einen Spaziergang rund um den Flughafen. Details dazu sollen in Kürze veröffentlicht werden.

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