In Lünern fehlen kleine Wohnungen

dzBürgerwerkstatt

Das Bahnhofsumfeld, die Spielplätze und das Umfeld des Bürgerhauses Stockum – diese Problemfelder haben Lünerner Bürger in einer Bürgerwerkstatt als die drängendsten identifiziert. Kurzfristig soll hier nun etwas passieren.

Lünern

, 11.10.2018, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ungefähr 35 Bürger aus Lünern und Stockum haben in einer Bürgerwerkstatt im Rahmen des Dorf-Innenentwicklungs-Konzeptes (DIEK) die drängendsten Probleme und Zukunftsfragen für ihre Orte besprochen und über Lösungen diskutiert. Die Städteplaner von „plan lokal“ hatten dazu im Ludwig-Polscher-Haus Stellwände aufgebaut, auf denen sich die einzelnen Handlungsfelder wiederfanden. „Mobilität“, „Wohnen“, „Ortsbilder“ und „Beschäftigung“ lauteten einige der Schlagworte, unter denen die Bürger ihre Ideen formulieren konnten.

Förderung für die Dörfer

Das ist DIEK

  • Die Stadt Unna hatte 2017 einen Antrag gestellt, um Mittel aus dem DIEK-Programm zu generieren.
  • DIEK steht für Dorf-Innenentwicklungs-Konzept. Im Rahmen dieses Konzeptes entwickeln Bürger und Planungsbüro gemeinsam Lösungsansätze für die Entwicklung der Dörfer.
  • Ziel ist es, die Dorfentwicklung als dauerhaften Prozess in Gang zu bringen. Das Planungsbüro soll also ein Motor für die weitere Entwicklung der Dorfstruktur sein.
  • Nach dem positiven Förderbescheid, der kurz vor Weihnachten 2017 bei der Unnaer Stadtverwaltung einging, stehen nicht nur Finanzmittel für den Planer zur Verfügung. Auch bis zu zwei entwickelte Projekte können mit jeweils 75 Prozent unterstützt werden – allerdings maximal mit 20.000 Euro.
  • Was für Projekte das sein können, ist noch völlig offen. Ideen dafür entwickeln die Lünerner und das Planungsbüro gemeinsam.

Dass vor allem im Bereich Wohnen vieles getan werden müsse, zeigten die Berater von „plan lokal“ anschaulich auf: In einer Stärken- und Schwächen-Liste für Lünern und Stockum wiesen sie nach, dass Lünern und Stockum vor allem von Einfamilienhäusern und großen Hofanlagen geprägt werden. Kleinere Wohnungen – vor allem zur Miete – finde man hingegen kaum. Das werde dann zum Problem, wenn ältere Menschen nicht mehr in der Lage seien, in ihren großen Häusern allein zu leben, aber dennoch im Ort wohnen bleiben wollen.

Dieses Thema wird absehbar auf die Liste der langfristigen „Baustellen“ rücken, die das Planungsbüro und der Verein „Wir in Lünern“ nun bewerten. Aus dem, was im Rahmen der Bürgerwerkstatt am Mittwoch vorgeschlagen wurde, erstellen Verein und Planungsbüro nun ein Maßnahmenpaket mit entsprechender Priorisierung. Denn auch das diskutierten die Bürger am Mittwoch: Was ist am wichtigsten, wo muss als Erstes etwas getan werden?

„Zu diesen kurzfristigen Sachen gehört beispielsweise die Situation am Bahnhof, wo Fahrradabstellplätze fehlen und auch keine vernünftigen Parkmöglichkeiten für Autos vorhanden sind“, sagt Helmut Eichhorst, Vorsitzender von „Wir in Lünern“. Auch die Spielplätze und das Umfeld des Bürgerhauses in Stockum wurden von vielen Bürgern als Orte mit dringendem Handlungsbedarf genannt. Der Wunsch nach einem Dorfgemeinschaftshaus tauchte ebenfalls häufiger auf – dürfte aber auch etwas für die langfristigen Maßnahmen sein.

Zunächst soll in einer weiteren Veranstaltung am 7. November das Thema „Nahversorgung“ auf dem Plan stehen. „Das passt zeitlich sehr gut, da wir ja mit dem Brötchen-Express gerade einen Versuch gestartet haben, wie sehr so etwas angenommen wird“, freut sich Eichhorst.

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