Streicheln und putzen: In der Tierstation kommen Ehrenamtliche Katzen ganz nahe

dzTierschutzverein Unna

Sie liegt weit abgelegen in Unna: die Tierstation des Tierschutzvereins. Alleine sind die Katzen und Kleintiere dort nicht. Ehrenamtliche leisten tolle Arbeit – und suchen neue Mitstreiter.

Massen

, 21.10.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Betty Ruppert befüllt gerade ein Katzenklo mit neuem Streu. Und wie so oft verfolgen sie neugierige Blicke. Nicht nur die ihres Sohnes, der an diesem Ferientag dabei ist, wenn seine Mama ihr Ehrenamt ausübt. Auch ein kleiner Stubentiger kommt näher. Betty Ruppert kann nicht anders – sie muss das Katzenjunge streicheln.

Die junge Frau kommt regelmäßig in die Tierstation des Tierschutzvereins Unna. Seit 26 Jahren gibt es die inzwischen in einem entlegenen Winkel von Unna – an der Straße Am Stuckenberg in Massen. Ehrenamtliche wie Betty Ruppert sind hier sehr begehrt, Verstärkung wird gesucht.

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Ein Blick in die Tierstation des Tierschutzvereins Unna

In Unna gibt es nicht nur das Kreistierheim. In einer eigenen Tierstation in Massen kümmert sich der Tierschutzverein Unna vor allem um Katzen, aber auch um Kleintiere. Ehrenamtliche Helfer sind dabei eine wichtige Stütze.
18.10.2019
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Betty Ruppert gehört zu den Ehrenamtlichen, die in der Tierstation des Tierschutzvereins Unna helfen. Wenn sie etwa die Katzenklos reinigt, wird sie dabei von den kleinen Stubentigern neugierig beobachtet.© Dirk Becker
In der Tierrettungstation leben vor allem Katzen. Nur selten müssen auch Kleintiere versorgt werden.© Dirk Becker
Die meisten Katzen, die beim Tierschutzverein landen, sind Fundtiere – oder Nachkömmlinge von Streunern, die der Verein nach der Geburt auch kastrieren lässt.© Dirk Becker
Die Arbeit mit den Tieren macht Spaß. Vor allem die Kitten freuen sich auch über Streicheleinheiten.© Dirk Becker
Das Bild vom verspielten Kätzchen – in der Tierstation ist es Alltag.© Dirk Becker
In der Tierstation sind viele Näpfe täglich zu spülen. Auch dafür braucht es Ehrenamtler.© Dirk Becker
Die Tierstation verfügt auch über zwei Außengehege. Hier leben vor allem Freigänger.© Dirk Becker
Katzenjunge im Doppelpack: Der Tierschutzverein vermittelt die Tiere nur paarweise. Einzeltiere werden dorthin vermittelt, wo schon eine Katze lebt.© Dirk Becker
Mittwochs, freitags und samstags können sich Interessierte die Tiere jeweils zwei Stunden lang anschauen und ersten Kontakt zu ihnen aufnehmen.© Dirk Becker
Ein Katzenklo reiht sich an das nächste. Der Tierschutzverein legt viel Wert auf Hygiene.© Dirk Becker
Ein Blick in eine der beiden Quarantänestationen der Tierstation: Hier bleiben Katzen, die isoliert werden müssen – etwa nach einer Kastration.© Dirk Becker

Kaum jemand weiß das besser als Ursula Horn. Die Erste Vorsitzende des Tierschutzvereins war schon dabei, als das Haus in die Tierstation „Johanna Winterkamp“ umgebaut wurde. Vor allem Katzen werden hier versorgt, manchmal auch Kleintiere. Und Hunde? „Die dürfen wir dort aus rechtlichen Gründen nicht unterbringen“, erklärt Ursula Horn.

Die Tierstation liegt zwar ländlich, aber eben doch inmitten von Wohnbebauung. Unkontrolliertes Hundegebell könnte zu Ärger mit Anwohnern führen. Deswegen landen Hunde, für die aus unterschiedlichen Gründen ein neues Zuhause gesucht werden muss, eher im Kreistierheim. Während das mit öffentlichen Mitteln betrieben wird, muss der Tierschutzverein jede Chance ergreifen, um Spenden zu generieren.

Streicheln und putzen: In der Tierstation kommen Ehrenamtliche Katzen ganz nahe

Die Arbeit mit den Tieren macht Spaß. Vor allem die Kitten freuen sich auch über Streicheleinheiten. © Dirk Becker

„Wir haben gute Beziehungen zueinander“, macht Ursula Horn deutlich, dass es keine Konkurrenzsituation gibt. Im Tierheim etwa gebe es bessere Unterbringungsmöglichkeiten auch für Kleintiere. In Massen landen deswegen nur echte Notfälle. Der Fokus dort liegt vor allem auf Katzen.

Kontakt

Ehrenamtler gesucht

  • Der Tierschutzverein Unna sucht Menschen, die sich regelmäßig ehrenamtlich engagieren möchten. Interessenten müssen aus Versicherugsgründen mindestens 18 Jahre alt sein und Mitglied des Vereins sein oder werden. Der Mitgliedsbeitrag ist mit 8 Euro pro Jahr aber sehr gering.
  • Wer mehr erfahren möchte, erhält stets aktuelle Informationen auf der Homepage des Vereins und auf der Präsenz im sozialen Netzwerk Facebook. Über diese Seiten ist auch eine Kontaktaufnahme möglich. Zudem können sich Interesssierte per E-Mail an info@tsv-unna.de wenden oder die Rufnummer (0177) 6030777 wählen.

Wer sich, wie Betty Ruppert, ehrenamtlich einbringen möchte, sollte also Lust haben, sich mit diesen Tieren zu beschäftigen – und möglichst keine Katzenhaarallergie. Einsatzbereiche gibt es viele, sagt Stephanie Schmidt, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins Unna.

In erster Linie geht es natürlich um die direkte Versorgung der Tiere. Sie brauchen nicht nur Futter und Wasser, auch die Katzenklos müssen gereinigt werden. Näpfe werden regelmäßig intensiv gespült, damit Keime keine Chance haben.

Streicheln und putzen: In der Tierstation kommen Ehrenamtliche Katzen ganz nahe

In der Tierstation sind viele Näpfe täglich zu spülen. Auch dafür braucht es Ehrenamtler. © Dirk Becker

Ohnehin wird in der Tierstation viel Wert auf die Hygiene gelegt. Es gibt zwei Quarantäne-Stationen, in denen kranke Tiere isoliert werden können oder in denen Katzen und Kater nach einer Kastration Ruhe finden. Und auch die Räume, in denen die Tiere untergebracht sind, werden immer wieder gründlich gereinigt.

„Wir haben auch Ehrenamtliche, die keinen Kontakt zu kranken Katzen haben wollen. Auch für die finden wir viele Aufgaben“, sagt Stephanie Schmidt. Was auffällt: Es sind vor allem Frauen, die sich einbringen. Männer sind eher die Ausnahme. „Es gibt Männer, die immer mit anpacken, wenn etwas gebaut wird. Das hat was von einer klassischen Rollenverteilung“, bemerkt Stephanie Schmidt mit einem Lächeln.

Streicheln und putzen: In der Tierstation kommen Ehrenamtliche Katzen ganz nahe

Katzenjunge im Doppelpack: Der Tierschutzverein vermittelt die Tiere nur paarweise. Einzeltiere werden dorthin vermittelt, wo schon eine Katze lebt. © Dirk Becker

Nach Möglichkeit sollen immer zwei Personen gleichzeitig in der Station aktiv sein, um sich im Fall des Falles auch gegenseitig unterstützen zu können. „Niemand wird ins kalte Wasser geworfen, jeder darf sich zunächst mit etablierten Helfern ausprobieren“, macht die Geschäftsführerin deutlich, dass eine intensive Einarbeitung obligatorisch ist. Belohnt werden die Helfer auch von den Tieren. Wenn die schnurrend kommen, um sich Streicheleinheiten abzuholen, setzt das auch bei den Ehrenamtlichen Glückshormone frei.

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