Lehrer wie auch Erzieher können sich bis zu den Herbstferien alle 14 Tage auf das Coronavirus testen lassen. © picture alliance/dpa
Coronavirus

Impfungen: Lehrer der weiterführenden Schulen stehen nicht auf Reservelisten

Grund- und Förderschullehrer sowie Erzieher werden seit einer Woche gegen das Coronavirus geimpft. Doch was ist mit den Lehrern an weiterführenden Schulen?

Mit Beginn dieser Woche sind die Schüler der weiterführenden Schulen in die Klassenräume zurückgekehrt. Im Wechselunterricht und unter strenger Aufteilung in feste Gruppen werden sie nun erstmals seit Dezember wieder in Präsenz unterrichtet. Damit kehren auch die Lehrer wieder in die Schulen zurück – allerdings ohne geimpft zu sein. Denn anders als ihre Kollegen an Grund- und Förderschulen sowie den Erziehern steht den Lehrern an weiterführenden Schulen noch keine Impfung zu.

Mit der Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen am Montag stocken nun auch die Impfungen der impfberechtigten Lehrer, doch sie stehen in der Impfreihenfolge weiterhin vor den Pädagogen an den weiterführenden Schulen. Viele der Lehrer an den Berufskollegs, Real- und Gesamtschulen und Gymnasien fühlen sich im nun wieder aufgenommenen Präsenzunterricht ungeschützt. Mehrere Lehrerverbände hatten bereits kritisiert, dass die Lehrer nicht ebenfalls vorrangig geimpft würden; sie stünden schließlich genauso im Kontakt mit ihren Schülern wie Grundschullehrer.

Irritation über Nachrichten aus dem Märkischen Kreis

Dass im Märkischen Kreis nun offenbar auch Lehrer von weiterführenden Schulen ebenfalls bereits geimpft sind, wirft bei vielen Pädagogen im Kreis Unna Fragen auf. In Lehrerkreisen machten Nachrichten die Runde, dass die Impfzentren im Märkischen Kreis bei den Impfungen für die Erzieher und das Personal an Grund- und Förderschulen auf Reservelisten zurückgreifen, auf denen Lehrer der weiterführenden Schulen stehen. Darüber hätten erste Lehrer weiterführender Schulen bereits Impfungen erhalten, damit kein Impfstoff verfällt.

Lehrer stehen nicht auf der Reserveliste

Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt der Kreis Unna, dass es solche Reservelisten auch im Kreis Unna gibt. Allerdings sind dort nicht die Lehrer der weiterführenden Schulen aufgeführt. „Auf diesen Listen stehen ausschließlich Personen der Priorität 2 nach Coronavirus-Impfverordnung“, sagt Pressesprecher Max Rolke. Vereinzelt seien aber „wenige Lehrkräfte weiterführender Schulen“ angesprochen und geimpft worden. Dass übrig gebliebene Impfdosen an Lehrer der weiterführenden Schulen im Kreis Unna verimpft würden, sei aber nicht die Regel.

Momentan sind die Impfungen aller Lehrer und Erzieher ohnehin ausgesetzt. Sie wurden mit Astrazeneca geimpft – durch den am Montag verhängten Impfstopp ist unklar, wann sie weiter geimpft werden.

Über die Autorin
Redaktion Unna
Sauerländerin, Jahrgang 1986. Dorfkind. Liebt tolle Geschichten, spannende Menschen und Großbritannien. Am liebsten draußen unterwegs und nah am Geschehen.
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Anna Gemünd
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