Im Kampf gegen die Ratte startet Unna die jährliche Gift-Offensive

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Im Kampf gegen die Ratte läutet die Stadt eine weitere Runde ein. Die jährliche Beköderung ist ab 12. August ein Fall für Experten. Aber auch der Bürger kann helfen, die Bestände gering zu halten.

Unna

, 01.08.2019, 14:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Ratte und Mensch sind untrennbar miteinander verbunden. Und mein Gefühl ist, dass uns die Tiere überleben werden“, sagt Dirk Gernhardt von den Stadtbetrieben in Unna. Der Kampf gegen die Schädlinge ist laufendes Geschäft. Zu gewinnen ist er nicht – aber eben auch nicht zu unterlassen.

Mit dem Spätherbst läuten die Stadtbetriebe ihre jährliche Offensive ein. Eine Fachfirma geht mit Giftködern gegen die Nager vor. Bis zum Herbst sollen die Bestände dadurch deutlich verringert werden.

Die Fressköder werden in die Revisionsschächte der Kanalisation gehängt. 2600 Stellen spickt die Firma mit den Giftfallen. Etwa jeder dritte Schachtdeckel muss dafür abgehoben werden, und zwar nicht nur einmal.

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Nach dem ersten Durchgang, der am 12. August beginnen wird, schauen die Schädlingsbekämpfer alle zwei bis drei Wochen nach, was sich an den Ködern getan hat. Am Anfang sollten sie erkennbar angeknabbert sein. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Nager sich an dem Köder bedient haben. Später im Laufe der Aktion dürften die Fraßspuren nachlassen. Weniger Ratten fressen weniger Ködermaterial.

Die heutigen Giftköder wirken mit einem Zeitverzug, der bis zu fünf Tage betragen kann. Ratten gelten als vergleichsweise kluge Tiere. Würde ein Artgenosse zu schnell nach dem Verzehr eines Köders verenden, könnte es die Scheu der übrigen Tiere auslösen. Passiert aber über einige Zeit nichts, wird der Hunger auf den Köder irgendwann größer als die Vorsicht.

Der Kampf gegen die Ratte ist gar nicht zu gewinnen

Vollständig vernichten lässt sich die Ratte aber nicht. „Wir erleben, dass die Tiere ihren Lebensraum zunehmend verlagern“, sagt Dirk Gernhardt von den Stadtbetrieben. „Sie leben nah am Menschen, bauen sich etwa Nester unter Garagen. In den Kanalrohren finden wir die Gelege sehr viel seltener. Aber: Die Tiere nutzen die Kanalisation als eine Art Autobahn.“ Und auch bei dieser Gelegenheit ließen sie sich mit Fressködern erwischen.

Die Planung der Köderaktion trägt der Betrachtung als „Verkehrsnetz“ Rechnung. Sehr sinnvoll etwa ist die Beköderung von Schächten, unter denen sich mehrere Kanalnetze kreuzen. Dort kommen einfach mehr Tiere vorbei. Aber auch die Schachtdeckel am Anfang oder Ende eines Rohrabschnittes sind gut geeignet: Kanalrohre haben ein Gefälle, und bei Regen treibt das anschwellende Wasser die Tiere in die höher gelegenen Abschnitte des Rohres.

Schädlingsbekämpfung

So kann der Bürger den Kampf gegen die Ratte unterstützen

  • Keine Lebensmittelreste oder Reste von Tiernahrung in der Toilette entsorgen.
  • Auf den Kompost gehört nur pflanzliches Material.
  • Keine Schachtdeckel zuparken – sonst kommen die Schädlingsbekämpfer nicht mit den Ködern heran.
  • Wer einen Rattenbefall entdeckt, melde sich bitte umgehend bei den Stadtbetrieben unter der Rufnummer (02303) 20 03-0 oder beim Ordnungamt der Stadt unter (02303) 1 03-0.

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