„Illuminazione“: Der Sternenhimmel über der „Festa Italiana“

dzLichtkunstwerke

Schon seit der ersten „Festa Italiana“ rücken die Paulicellis Unna ins rechte Licht. In diesem Jahr werden sie alles je Dagewesene übertrumpfen.

Unna

, 24.05.2019, 08:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Licht ist neben den kulinarischen Köstlichkeiten ein essenzielles Element für die „Festa Italiana“: Ein sagenhafter Zauber legt sich über die historische Altstadt, wenn über eine illion Lämpchen an Bögen, Pavillons und Rosetten wie strahlende Sterne am Himmelszelt über der Flaniermeile von Rathaus bis Lindenplatz funkeln. Die „Illuminazione“ der italienischen Lichtbauerfamilie Paulicelli – sie macht den großartigen Glanz dieser feierlichen Festtage aus.

Die Familie Paulicelli

Lichtkunst in dritter Generation

  • Die Tradition der italienischen Lichtbauerfamilie Paulicellia reicht fast 100 Jahre zurück. 1920 gegründet, führte das Unternehmen nach eigenen Angaben bislang über 5000 Projekte in rund 30 Ländern der Welt durch.
  • Den Anfang machte Francesco Paulicelli, der mit seinen Illuminationen zum Patronatsfest für den Heiligen Nikolaus in Bari zum Pionier der Beleuchtungsindustrie wurde.
  • Mit der „Un(n)a Festa Italiana“ begann unter der Führung von Giuseppe Paulicelli 1985 die internationale Geschichte des inzwischen weltweit renommierten Unternehmens aus Italien. Giuseppe Paulicelli verstarb im Jahr 2015.
  • Heute führt Domenico Paulicelli das Familienunternehmen in dritter Generation und lebt den Traum seines Vaters weiter: das Licht der Paulicellis in die ganze Welt tragen.

Leuchtende Lichtkunst über den Köpfen feiernder Festbesucher – auch das ist typisch italienisch. Im 17. Jahrhundert war es in Italien üblich, Plätze und Straßen zu Festtagen in ein kunstvolles Licht zu tauchen. Schon als es mit ungleich höherem Aufwand verbunden war, bauten kreative Köpfe immer schönere Figuren und Formen: Im Jahre 1894 wurden die ersten Feste mit außergewöhnlichen Aufbauten aus Lichtkunst beleuchtet – für den schönen Schein an den schillernden Skulpturen sorgten damals Tausende Öl-, später Karbidlampen. Elektrisches Licht war zu dieser Zeit freilich bereits erfunden. Für elektrische Illumination war die Zeit jedoch erst Ende der 1930er-Jahre reif. Damit allerdings war dann auch der Weg geebnet für immer größere und imposantere Skulpturen, die übrigens auch heute noch in Handarbeit gefertigt werden.

An filigranen Holzgerüsten werden die einzelnen Glühbirnchen zu Tausenden befestigt. Jedes einzelne Gerüst ist ein kleines Kunstwerk für sich, im Ganzen fügen sich die einzelnen Bögen, Spaliere, Rossoni, oder Skulpturen mit der Vielzahl von Lichtern zu einem großen Kunstwerk zusammen. Zur „Festa Italiana“ leuchten in Unnas Innenstadt über eine Million Lämpchen.

Lichtbild der Superlative

Seit Anbeginn der „Festa“ im Jahre 1985 sorgt Familie Paulicelli für dieses außergewöhnliche Ambiente in Unnas Altstadt. Gut, damals waren es nur drei der barocken Bögen; die Wirkung war gleichwohl schon damals wunderbar. Eindrucksvoller als jemals zuvor aber dürfte es in diesem Jahr werden: Zur „Festa“ 2019 feiert das größte jemals in Deutschland gebaute Lichtbild Premiere.

Die Paulicellis machen sich dafür das Baugerüst zunutze, das gegenwärtig die Evangelische Stadtkirche umhüllt. Daran bringen die Lichtbauer ein kolossales Kunstwerk an, das in Unna wohl einmalig bleiben wird: 24 mal 24 Meter misst es, ist mit 600 Quadratmetern in etwa so groß wie zwei Tennisplätze. Wer sich noch erinnert: Selbst die imposante Illumination am „Extrablatt“ war mit einer Fläche von 238 Quadratmetern nicht mal halb so groß. Zusätzlich zu den großen Bögen und dem Lichtbild der Superlative an der Stadtkirche verwandeln zahlreiche Blumenmotive wie auch Kerzen und Herzen die Stadt in ein leuchtendes Lichtermeer. Seit Anfang Mai sind die Paulicellis bereits am Werk, damit pünktlich zur „Festa“ alles fertig ist. Gut 1800 Kilometer sind sie dafür von der Hafenstadt Bari an der Adria angereist.

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