Hundekot: Sammeltütchen als Geschenke an Hundehalter sind in Unna umstritten

dzVerschmutzte Wege

Mehr Spender mit kostenlosen Beuteln für Hundekot? Mehr Mülleimer? Wie sehr muss die öffentliche Hand Hundehaltern entgegenkommen, damit die Stadt nicht verdreckt? Da streiten sich die Geister.

Unna

, 07.11.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit einer kreativen und auffälligen Aktion versucht die Hemmerder Grundschule, gegen ein großes Hundekotproblem an einem wichtigen Schulweg im Dorf vorzugehen. Die freundliche Erziehungsmaßnahme für Erwachsene, mit Fähnchen und Schildern, scheint erste Früchte zu tragen, zumindest einige Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Auch der Wunsch nach mehr Mülleimern und Spendern mit Hundekotbeuteln wird geäußert, damit weniger „Tretminen“ liegen bleiben. Aber ist das der richtige Weg?

Hundehalter gefordert, nicht die öffentliche Hand

Ortsvorsteher Klaus Tibbe hat sich für ein paar weitere Mülleimer in Hemmerde stark gemacht. Er zeigt sich aber auch skeptisch, wie sehr die öffentliche Hand sich an dieser Stelle engagieren sollte. Von Kotbeutel-Spendern, die es an einigen Stellen in Unna gibt, hält er nicht viel. „Die sind ruckzuck leer, wenn sich die Leute mit Tüten eindecken.“ Diese Beutel dabei zu haben, um Haufen sofort beseitigen zu können, dafür seien die Hundehalter selbst verantwortlich. „Das ist nicht die Aufgabe der Stadt“, meint Tibbe. Wer Müll hinterlässt, sagt er, habe auch die Pflicht, ihn wegzumachen. „Es gilt das Verursacherprinzip.“

Hundekot: Sammeltütchen als Geschenke an Hundehalter sind in Unna umstritten

Jedes Fähnchen an der Hemmerder Dorfstraße steht für einen Hundehaufen: Die Initiatoren der Aktion in Hemmerde setzen auf Aufklärung. © Raulf

Fußmarsch mit Kotbeutel nicht zu viel verlangt

Müllbehälter müssen bezahlt werden, das Leeren erfordert Personal, auch Tütenspender und deren Auffüllung und Wartung verursachen Kosten. Tibbe, als Ratsherr (SPD) auch Vorsitzender des Betriebsausschusses der Stadtbetriebe, erinnert daran, dass diese Kosten alle die Allgemeinheit zu tragen hat. Als Argument für mehr öffentliche Müllbehälter sei mitunter zu hören, dass Hundehalter nur ungern mit vollen Kotbeuteln weit gehen wollten. „Das kann ich aber von den Leuten verlangen, dass sie die Beutel auch mal ein Stück tragen und nicht in den Graben werfen.“ Überall, wo viele Hunde spazieren geführt werden, viele Mülltonnen aufzustellen, hält er nicht für richtig.

Mühlhausen: Erfolg am Mühlpfad

Tibbes Amtskollege im Nachbardorf zeigt zu dem Thema eine etwas andere Einstellung. „Wir müssen Hundebesitzern ein Angebot machen“, sagt Dietmar Griese, Ortsvorsteher von Mühlhausen-Uelzen. Dass das funktionieren kann, zeigt für ihn das Beispiel Mühlpfad in Mühlhausen.

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Hundehaufen an der von vielen Menschen genutzten Spazierstrecke waren ein großes Ärgernis, das auch an ihn als Ortsvorsteher herangetragen wurde. Drei Kotbeutelspender an Mülleimern säumen nun seit über einem Jahr den Weg. „Seitdem habe ich keine Beschwerden mehr gehört“, sagt Griese.

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