Es gibt offenbar immer mehr Menschen, die selbst Hühner halten möchten – so, wie es früher ganz normal war. Wer Hühner hält, übernimmt Verantwortung und braucht genug Zeit für die Tiere.

Unna

, 01.02.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Ein fröhliches Gackern ertönt, wenn ein Ei gelegt ist. Warum das Huhn überhaupt gackert, ist umstritten. Was aber unbestritten ist: Wer ein solches Gackern hört, freut sich darüber – und zwar nicht nur wegen des zu erwartenden Eis.

Hühner im eigenen Garten – für immer mehr Menschen wird das zu einer Option. Zu wissen, woher ein Ei kommt, wie das Huhn lebt und was es frisst, gibt vielen Menschen ein gutes Gefühl. Und vielleicht hat der eine oder andere dabei auch noch die Bilder von fast federlosen Hühnern im Kopf. Solche Hühner hat der Verein „Rettet das Huhn“ um seine in Lünern lebende Ansprechpartnerin Irene Müller zuletzt an Privatleute vermittelt.

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Wer meint, Hühner müssten immer dick und flauschig sein, täuscht sich allerdings. Längst gibt es unzählige Rassen. Darunter sind welche, die in Richtung Eierproduktion gezüchtet wurden. Sie legen vergleichsweise viele Eier, bleiben aber dünn. Andere Rassen sind zur Fleischproduktion gedacht. Natürlich legen auch sie Eier, aber weniger. Dafür geben sie beim Schlachten mehr Fleisch her. Und schließlich gibt es auch noch Hybriden als Mischform.

Hühner im eigenen Garten sind mehr als Eierleger

Hühner im eigenen Garten machen Freude, aber auch Arbeit. Neben der Versorgung mit frischem Wasser und Futter nimmt auch die Stallreinigung einige Zeit in Anspruch. © Dirk Becker

Wer sich also Hühner anschaffen möchte, sollte sich darüber Gedanken machen, welche Rassen in Frage kommen. Und er sollte sich gut auf seine künftigen Mitbewohner im Garten vorbereiten. Das bedeutet unter anderem, einen Stall zu bauen.

Buchtipps

Gut informiert und vorbereitet

Wer Hühner im eigenen Garten halten will, sollte sich vorher gut informieren. Dazu gibt es im Buchhandel zahlreiche Bücher. Zwei Empfehlungen:
  • Beate und Leopold Peitz, Wilhem Bauer: Hühner in meinem Garten - Alles über Haltung und Ställe, Ulmer, 14,90 Euro, ISBN 978-3-8001-77226
  • Axel Gutjahr: Das große Buch der Hühnerhaltung im eigenen Garten, Delphin Verlag, 9,99 Euro, ISBN 978-3-96128-239-5

Der sollte vor allem eines sein: sicher! Nachts muss er so gut verschlossen sein, dass natürliche Feinde der Hühner nicht hineingelangen können. Gleichzeitig sollte er so groß sein, dass der Hühnerhalter sich gut darin bewegen kann – sei es zum Reinigen, zum Nachfüllen von Futter und Wasser oder zum Eiersammeln.

Hühner im eigenen Garten sind mehr als Eierleger

Über Eier freut sich jeder Hühnerbesitzer. Nicht immer liegen sie aber im Stall. Manchmal legen die Hühner sie auch im Freien – etwa unter einer Hecke. © Dirk Becker

Idealerweise legen die Hühner ihre Eier in ein Nest. Im Handel gibt es Holzboxen mit einem Loch im Boden. Das Ei fällt hindurch und auf einen Maschendraht. In einer Schublade befinden sich dann die Eier. Weil Hühner aber unberechnbar sind, legen sie Eier aber auch an andere Stellen, wenn sie dort Ruhe finden. Das kann auf der Einstreu im Stall sein, aber auch ein Platz im Freien – etwa unter einer Hecke.

Hühner im eigenen Garten sind mehr als Eierleger

Hühner drängen sich auf der Stange im Stall gerne nah aneinander. © Dirk Becker

Neben dem Stall ist es sinnvoll, auch einen kleinen Wirtschaftsraum oder einen Schuppen zur Verfügung zu haben. Darin kann Futter gelagert werden, aber auch Zubehör. Das Futter sollte so gelagert werden, dass Mäuse nicht daran kommen. Das Grundfutter bilden Körner – als ganzes oder gemahlen.

Daneben sollte es aber auch Grit geben. Diese kleinen Kalksteinchen brauchen die Hühner, um Eierschalen bilden zu können. Außerdem versorgt Grit die Tiere mit Mineralien. Hühner freuen sich aber auch über Grünfutter. Salat ist heiß begehrt, Gemüse aber auch. Rohe Kartoffeln sind für Hühner giftig, gekocht werden sie gerne gefressen.

Hühner im eigenen Garten sind mehr als Eierleger

Hühner lieben Mehlwürmer. Die müssen natürlich nicht unbedingt in einer Schale serviert werden. Hühner suchen ohnehin den ganzen Tag auf dem Bodden nach Futter und finden auch den letzten Wurm. © Dirk Becker

Grundsätzlich gilt: Hühner sind keine Müllschlucker. So, wie man im Stall auf eine gute Hygiene achten sollte, muss auch das Futter gesund sein. Wer seinen Hühnern eine Freude machen will, kann ihnen Mehlwürmer – auch in getrockneter Form – geben. Insekten sind wichtige Eiweißlieferanten. Deswegen versuchen Hühner, auch in ihrem Gehege Insekten zu fangen.

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Apropos Gehege: Hühner können durchaus ein Stück weit fliegen. Zäune sollten also nicht zu niedrig bemessen sein. Büchsen Hühner aus, kehren sie zwar in der Regel spätestens bei Einbruch der Dunkelheit in ihren Stall zurück, allerdings können sie für Blumenfreunde zum Ärgernis werden. Hühner fressen Blumen – und auch die Grasnarbe leidet unter den Tieren, wenn man ihnen freien Lauf lässt.

Hühner im eigenen Garten sind mehr als Eierleger

Wer auch einen Hahn halten will, sollte sich vorher vergewissern, dass es keinen Ärger mit den Nachbarn gibt. Manchmal krähen die Hähne schon mitten in der Nacht. Hühner können auch ohne Hahn gehalten werden – und sie legen auch dann Eier. © Dirk Becker

Unbedingt mit der Nachbarschaft abklären sollten künftige Hühnerhalter, wenn sie auch einen Hahn halten wollen. Das ist nicht unbedingt erforderlich. Eier legen die Hühner zum Beispiel auch ohne den männlichen Reiz in ihrer Nähe.

Meldepflicht

Hobbyhalter müssen Tierzahlen melden

  • Wer in Nordrhein-Westfalen Geflügel hält, muss seinen Bestand bis spätestens 31. Januar eines jeden Jahres bei der Tierseuchenkasse NRW melden. Diese gesetzliche Verpflichtung gilt auch für Hobbyhalter.
  • Stichtag für die Tierbestands-Meldung ist der 1. Januar. Die Meldung ist bis spätestens zum 31. Januar abzugeben. Der einfachste Weg für die Meldung geht über das Internet unter www.tierzahlenmeldung-nrw.de.
  • Die Tierseuchenkasse NRW gehört zur Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, Beiträge von den Tierhaltern zu erheben, um damit beim Auftreten einer Tierseuche Entschädigung leisten und Beihilfen für vorbeugende Maßnahmen anbieten zu können.

Da Hähne aber prächtig sind und sie als „Chefs der Gruppe“ auch für sozialen Frieden unter den Hühnern sorgen, wünschen sich viele Menschen einen Hahn.

Dagegen spricht allerdings das Krähen. Das ist nicht nur laut, sondern kann auch mitten in der Nacht erfolgen. Dass Hähne erst bei Sonnenaufgang krähen, ist eine Mär. Ihr Ruf ist auch eine Warnung und er ertönt auch dann, wenn die Hähne im Umfeld des Stalls ungewohnte Geräusche vernehmen.

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