Höllenhunde aus Keramik helfen bei der Spendensammlung für Unnas teuren Kirchturm

dzEvangelische Stadtkirche

Die Turmsanierung an der Stadtkirche ist so teuer, dass der Spendenstrom nicht abreißen darf. Doch es gibt immer wieder neue, kreative Ideen – jetzt auch einen Höllenhund fürs Wohnzimmer.

Unna

, 01.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Barbara Dietrich, Pfarrerin an der Evangelischen Stadtkirche, ist froh, dass immer wieder kreative Menschen das Projekt Stadtkirche mit neuen Ideen unterstützen. Die jüngste stammt von Sibyll Möbius. Die Unnaerin hat viele Jahre als Kostümbildnerin gearbeitet und widmet sich inzwischen der Keramik-Kunst. Nun hat sie 19 einzigartige Figuren geschaffen: Höllenhunde für zu Hause.

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Höllenhunde aus Keramik nachgebildet

Möbius hat die gruselig-urigen Figuren nachgebildet, die rund 160 Jahre lang hoch oben an den vier Ecken des Kirchturms hingen. Schon als diese nach dem Sturmschaden 2018 mit Seilen gesichert waren, habe sie die Tiere oft fotografiert. „Und als sie dann am Boden lagen, haben sie mir leidgetan“, sagt Sibyll Möbius.

Höllenhunde aus Keramik helfen bei der Spendensammlung für Unnas teuren Kirchturm

Nach dem Sturmschaden Anfang 2018 wurden nach und nach alle Elemente vom Kirchturm abmontiert. Auch die Wasserspeier werden in Steinmetzwerkstätten restauriert. © Kirchenkreis Unna

Wie viele andere Menschen verfolgte sie die Abbauarbeiten, sah sich auch die abmontierten Steinmonster aus der Nähe an und ließ sich davon inspirieren. Sie begann, Höllenhunde in handlichen Formaten aus Ton zu formen. Und irgendwann kam ihr die Idee: „Ich verbinde den Spaß, den ich damit habe, mit Spenden.“

Unzählige Stunden Handarbeit

In jedem Möbius-Höllenhund stecken unzählige Stunden Handarbeit vom Drücken, Kneten, Kleben und Glätten bis zum mehrfachen Brennen in einem Spezialofen. Wie die Originale unterschiedliche Körperhaltungen und Gesichter haben, sind auch die kleinen Nachbildungen jeweils einzigartig. Man könnte sogar sagen, dass jedes Keramikmonster seinen eigenen Charakter zeigt.

Die vier großen Monster waren als Wasserspeier konzipiert. Ihre zweite Funktion war, je nach Deutung, das Fernhalten böser Geister. Der abschreckend-gemeine Gesichtsausdruck sei ihr aber nicht bei allen Mini-Höllenhunden gelungen, sagt Sibyll Möbius selbstkritisch beim Betrachten der 19-köpfigen Gruppe. „Manche sind auch einfach niedlich“, meint sie. „Dieser sieht sogar eher dümmlich aus“, fügt sie lachend hinzu.

Höllenhunde aus Keramik helfen bei der Spendensammlung für Unnas teuren Kirchturm

© Raulf

Spenden

Wer einen Höllenhund will, muss jetzt schnell sein

So funktioniert das Spendenprojekt:
  • Wer einen der Höllenhunde haben möchte, schreibt eine E-Mail an Pfarrerin Barbara Dietrich, Adresse: barbara.dietrich@kk-ekvw.de
  • Sie benachrichtigt die ersten 19 Interessenten und teilt ihnen die Kontonummer für die Spende mit. Mindestbetrag: 150 Euro.
  • Ist das Geld auf dem Konto eingegangen, bekommt der Spender die Kontaktdaten von Sibyll Möbius, um sich eine Figur abholen zu können.

Sanierung der echten Monster kostet je 20.000 Euro

Wer nun gegen eine Spende zugunsten der Kirchturmrettung eines der Kunstwerke ergattern kann, hat zwei Möglichkeiten: Die Höllenhunde können dekorativ in Regal oder Vitrine aufgestellt werden. Sie lassen sich aber auch an der Wand befestigen. So würden sie schaurig-schön hockend in den Raum ragen, wie es die großen Vorbilder tun sollen, wenn sie nach der Restaurierung an den Kirchturm zurückgekehrt sind.

Damit das große Projekt Turmrettung umgesetzt werden kann, sind neben Fördergeldern noch viele Spenden nötig: Alleine ein Höllenhund kostet Kirchenkreis und Gemeinde 20.000 Euro, vorsichtig geschätzt.

Höllenhunde aus Keramik helfen bei der Spendensammlung für Unnas teuren Kirchturm

Wie die Originale können auch die Monster aus Keramik an einer Senkrechten aufgehängt werden. © Raulf

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