„Hochzeit“ der Unnaer Krankenhäuser wird für geschiedene Mitarbeiter nicht zum Problem

dzKrankenhausfusion

Nach der Scheidung wieder heiraten? Das war‘s unter Umständen mit einer sicheren Stelle beim katholischen Arbeitgeber. In den Unnaer Krankenhäusern gibt es dieses Problem nicht – auch in der gemeinsamen Zukunft nicht.

Unna

, 12.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Viele Details zum geplanten Zusammenschluss des Katharinen-Hospitals und des Evangelischen Krankenhauses müssen noch ausgehandelt werden. Viele Fragen werden sich auftun. Einige lassen sich bereits weitgehend beantworten, die nach dem Arbeitsrecht zum Beispiel. Was bedeutet es für Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses, wenn sie demnächst einen katholischen anstelle eines evangelischen Arbeitgebers bekommen? Müssten sie sich beispielsweise im Fall einer Scheidung Sorgen um ihren Job machen?

Mitarbeiter werden behandelt wie bisher

Die Antwort: Im Grunde soll sich nichts verändern. Die Leitungen der beiden Häuser hatten schon im Zuge der Veröffentlichung ihrer Fusionspläne bekannt gegeben, dass alle Mitarbeiter Besitzstandswahrung genießen. Niemand soll also durch den Zusammenschluss seinen Arbeitsplatz verlieren. Auch tariflich soll niemand schlechter gestellt werden.

Und mit päpstlicher Strenge, die sogar Einfluss auf das Privatleben hätte, muss auch niemand rechnen, wie die Krankenhausleitungen nun klarstellen. Bisherige Mitarbeiter des EK werden als Mitarbeiter des neuen Krankenhauses behandelt wie jetzt, versichert EK-Stiftungsvorstand Dr. Dietmar Herberhold.

Katholische Grundordnung liberaler geworden

Das katholische Arbeitsrecht hingegen würde bei Neueinstellungen durchaus greifen. Doch auch die katholische Kirche als Arbeitgeber gilt inzwischen als liberaler als in der Vergangenheit, und der Katholische Hospitalverbund Hellweg geht entsprechend mit seinen Leuten um. Mitarbeiter würden beschäftigt unabhängig davon, ob sie ledig, verheiratet, getrennt oder wiederverheiratet sind, erklärt die Pressestelle des Verbunds. Dies sei vergleichbar mit weltlichen Unternehmen.

Der Trend zur Fusion

Auch in Soest ist ein Zusammenschluss von Krankenhäusern geplant

Es ist für zwei Krankenhäuser in einer mittelgroßen Kreisstadt sinnvoller, sich zusammenzutun – diese Überlegung treibt nicht nur die Verantwortlichen für Unnas zwei Kliniken um. Auch in Soest laufen Gespräche über eine Fusion. Dort geht es einerseits auch um ein Haus aus dem Katholischen Hospitalverbund Hellweg, das Marienkrankenhaus. Auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzt die Leitung des städtischen Krankenhauses. Bisher scheint es so, dass die Verhandlungen in Soest komplizierter sind. In Unna gibt es einen gemeinsam erklärten Willen zum Zusammenschluss, in Soest aber ist das Fusionsthema noch eher umstritten. Dort hat auch der Stadtrat mitzureden.

Eine Wiederheirat nach einer Scheidung beispielsweise ist nach strenger katholischer Lehre ausgeschlossen. Sie böte aber im Hospitalverbund keinen Grund, ein Dienstverhältnis in Frage zu stellen. Eine Novelle der bischöflichen „Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse“ bestätige das, so der Hospitalverbund.

Hospitalverbund bleibt bestehen

Der Katholische Hospitalverbund Hellweg ist bisher Mehrheitsgesellschafter des Katharinen-Hospitals. Weitere Gesellschafter sind die Katholische Kirchengemeinde St. Katharina und ein bischöfliches Unternehmen. Vorgesehen ist, dass künftig die Stiftung Evangelisches Krankenhaus Gesellschafteranteile übernimmt, dass der Hospitalverbund aber Mehrheitsgesellschafter bleibt.

Grundsätzlich soll sich an den Strukturen des Hospitalverbunds nichts ändern. Das Evangelische Krankenhaus selbst gehörte bis vor ein paar Jahren einem Krankenhausverbund namens Valeo an. Dazu zählten weitere evangelische Häuser in Westfalen, die teils inzwischen unter dem Dach einer Valeo-Gesellschaft sind. Das EK in Unna war dieser Holding nicht beigetreten und hat mit Valeo nichts mehr zu tun.

Im Jahr 2019 soll gemeinsam mit Führungskräften beider Häuser die Struktur der medizinischen und pflegerischen Versorgung im neuen Unnaer Krankenhaus erarbeitet werden.

Am 1. Januar 2020 soll das neue Krankenhaus mit zwei Standorten in Unna an den Start gehen. Einen Namen hat das neue Haus bisher nicht.

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