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Hitzige Betriebsversammlung beim DRK-Betreuungsdienst nach Spitzelvorwürfen

dzErstaufnahmeeinrichtung Massen

Über zwei Stunden dauerte die Betriebsversammlung der DRK-Betreuungsdienste Westfalen-Lippe am Mittwoch. Am Ende einer aufgeheizten Debatte steht nun zumindest eine Einigung.

Massen

, 09.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Bis kurz nach halb fünf am Mittwochnachmittag diskutierten Mitarbeiter und Geschäftsführung der DRK-Betreuungsdienste mit Vertretern der Gewerkschaft Verdi auf einer Betriebsversammlung. Einziges Thema: der Ordner, in dem laut Verdi illegale Aufzeichnungen über das Arbeitsverhalten der Mitarbeiter gemacht wurden.

„Es waren sich alle einig, dass es gut ist, dass die Datenschutzbeauftragte jetzt involviert ist.“
Jens Ortmann, Verdi-Gewerkschaftssekretär

Verdi-Gewerkschaftssekretär Jens Ortmann berichtet von einer aufgeheizten Stimmung. „Es ging sehr turbulent zu. Das lag vor allem daran, dass der Ordner sehr unterschiedlich bewertet wird“, so Ortmann im Gespräch mit unserer Redaktion kurz nach dem Ende der Sitzung.

Viele Mitarbeiter hätten ihre Sorge geäußert, dass durch die öffentliche Debatte um die Aufzeichnungen das DRK Schaden nehmen könnte. „Sie äußerten die Angst, dass das DRK deswegen den Auftrag der Bezirksregierung zur Arbeit in der Landesstelle verlieren könnte“, schildert Ortmann die Stimmung in der Versammlung.

„Ich hoffe sehr, dass wir den Mitarbeitern diese Ängste nehmen können“, sagt die Geschäftsführerin der DRK-Betreuungsdienste, Dr. Jana Biesenbach, ebenfalls im Anschluss an die Versammlung im Gespräch mit unserer Redaktion. Die gesamte Versammlung, die ohne Pause zweieinhalb Stunden andauerte, sei sehr turbulent verlaufen, sagen sowohl Biesenbach als auch Ortmann. „Viele Mitarbeiter haben geäußert, dass sie mit dem Gang Verdis an die Öffentlichkeit hadern und dieser mehr schade als nutz“, so Biesenbach.

Hintergrund: DRK-Betreuungsdienst und DRK Unna

Ortsverein und Kreisverband nicht in EAE beteiligt

  • Die gemeinnützige GmbH der DRK-Betreuungsdienste Westfalen-Lippe gehört als hundertprozentige Tochtergesellschaft des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe zur weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondgemeinschaft.
  • Der DRK-Kreisverband Unna ist bundesweit einer von etwa 500 Kreisverbänden. Im gesamten Kreis Unna sind ihm derzeit 10 Ortsvereine angegliedert, darunter der Ortsverein Unna.
  • Der Ortsverein Unna des Deutschen Roten Kreuzes und auch der Kreisverband Unna des DRK sind und waren nie in den Betrieb der EAE Unna-Massen beteiligt.

Doch Ortmann ist überzeugt: „Nicht die Tatsache, dass die Vorgänge jetzt öffentlich gemacht wurden, ist das Problem, sondern die Vorgänge an sich.“

Das betonten laut Ortmann im Laufe der Versammlung auch einzelne Mitarbeiter, die sich in den Aufzeichnungen wiedergefunden hatten.

Trotz der kontroversen Meinungen zu dem Ordner verständigten sich die Geschäftsführung der DRK-Betreuungsdienste und die Gewerkschaft darauf, nun erst einmal die Prüfung der Unterlagen durch die Datenschutzbeauftragte abzuwarten. „Es waren sich alle einig, dass es gut ist, dass die Datenschutzbeauftragte jetzt involviert ist“, fassen sowohl Ortmann als auch Biesenbach das Ergebnis zusammen.

„Die Sache ist noch lange nicht aufgearbeitet. Da liegt noch ein weiter Weg vor uns“, bewertet Ortmann die Lage nach der Betriebsversammlung. Sobald das Ergebnis der Prüfung durch die Datenschutzbeauftragte vorliegt, soll es eine erneute Betriebsversammlung geben. Wie lange die Prüfung dauern wird, ist unklar.

Laut Dr. Jana Biesenbach hat der DRK-Betreuungsdienst den Mitarbeitern weitere Gesprächsangebote gemacht. „Wir möchten allen, die unter der aktuellen Situation leiden, Hilfestellung geben.“

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