Historisches Atelier in Unna wird mit neuem Leben gefüllt

dzKunstort Unna

Die Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart können Besucher von „Kunstort Unna“ in der Alte-Heide-Schule erleben. Im ehemaligen Atelier von Carlernst Kürten werden Werke von Donja Nasseri gezeigt.

von Sebastian Pähler

Alte Heide

, 23.08.2019, 12:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kunst Carlernst Kürtens ist auch vielen bekannt, denen der Name nichts sagt. Denn Kürten schuf viele auffällige Installationen im öffentlichen Raum. So etwa die Brunnen-Plastik am Unnaer Rathaus, Werke am Pestalozzi-Gymnasium, am Schulzentrum in Holzwickede oder am Rathaus in Kamen.

Historisches Atelier in Unna wird mit neuem Leben gefüllt

Schon im Eingangsbereich der Alte-Heide-Schule ist die Kunst Carlernst Kürtens zu sehen. Viele größere Skulpturen gibt es an vielen Stellen im öffentlichen Raum. © Marcel Drawe

Für Burkhard Leismann zählte Kürten ohne Frage zu den bedeutendsten Künstlern der Region. Als Direktor des Kunstmuseums Ahlen kannte er Kürten und dessen Werke gut. Nach dem Tod des Bildhauers im Jahr 2000 kam er über die Erstellung eines regionalen Kunstkataloges in engeren Kontakt mit Kürtens Witwe Waltraud, die 2002 die Carlernst-Kürten-Stiftung gegründet hatte.

Sie bat ihn, an der Fertigstellung des Werkkataloges ihres Mannes mitzuwirken. 2017 verstarb auch sie und Leismann übernahm ehrenamtlich die Leitung der Carlernst-Kürten-Stiftung. „Es war ihr Wunsch, dass der Ausstellungsbetrieb hier weiter geht, in Erinnerung an ihren Mann und auch an diesen Ort“, berichtet Leismann.

Historisches Atelier in Unna wird mit neuem Leben gefüllt

Dieses historische Bild zeigt Carlernst Kürten in seinem Atelier.

Der Kunstort

Die Alte-Heide-Schule an der Hammer Straße 175 wurde Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet. Zeitweise war auch die Feuerwehr Alte Heide in dem Schulgebäude untergebracht. 1960 zog das Ehepaar Kürten aus Bönen hierher. Der alte Klassenraum wurde zu Kürtens Atelier, das er später, als die Eheleute die Wohnung im ersten Stock übernahmen, eigenhändig über eine selbstgebaute Leiter mit seinem Büro verband.

Historisches Atelier in Unna wird mit neuem Leben gefüllt

Burkhard Leismann im Büro: Carlernst Kürten hat es mit seinem Atelier verbunden. Dazu diente eine selbst gebaute Leiter. © Marcel Drawe

Viel von der Wohnung ist nicht erhalten, doch der Garten, mit seinen Obstbäumen und Skulpturen vermittelt einen Eindruck, woher Kürten seine Inspiration genommen haben mag. „Man kann hier auch wunderbar den Werdegang nachvollziehen, wie ein Bildhauer von der figurativen zur konkreten Kunst gekommen ist“, so Leismann.

Historisches Atelier in Unna wird mit neuem Leben gefüllt

Im Garten vermischt sich die inspirierende Natur mit Skulpturen Kürtens. © Marcel Drawe

Die Ausstellung

Viel von Kürten wird am 14. und 15. September in der alten Schule nicht zu sehen sein, denn dann gehören die Ausstellungsräume Donja Nasseri. Die Preisträgerin der Kulturstiftung der Sparkasse setzt sich in ihrer multimedialen Kunst mit der Gesellschaft zwischen Tradition und Wandel und der menschlichen Psyche auseinander. Herzstück wird eine sechs Meter lange Installation sein.

Kürtens Werk wird aber beim „Kunstort Unna“ auch nicht fehlen. In der gemeinsamen Ausstellung am 13. September in der Stadtkirche wird eine Skulptur von ihm gezeigt. „Zwei Hölzer aus Olivenholz, die in einem wie auch immer gearteten Dialog zueinander stehen“, erläutert Burkhard Leismann. „Die Skulptur ist ganz typisch für seine Arbeit“ – und daher der beste Repräsentant.

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