Hinweise auf verbotene Nutzung von Elektrohalsbändern für Hunde in Unna

Hundeerziehung

Auf Hundeplätzen in Unna, aber auch in der Umgebung, kommen offenbar regelmäßig Elektrohalsbänder zum Einsatz. Die Nutzung ist untersagt, der Besitz nicht. Das sorgt für Probleme.

Unna

, 05.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Hinweise auf verbotene Nutzung von Elektrohalsbändern für Hunde in Unna

Ein Hund braucht klare Regeln, muss sich dem Menschen unterordnen. Verbotene Elektrohalsbänder braucht es nicht, um das durchzusetzen. Benutzt werden sie in Unna aber wohl trotzdem. © picture alliance/dpa

Im Internet kann man sie auf unzähligen Seiten und in vielen verschiedenen Varianten bestellen: Elektrohalsbänder, die es dem Hundehalter erleichtern sollen, ihre Vierbeiner zu erziehen. Die Benutzung solcher Halsbänder ist allerdings verboten.

Unsere Redaktion erreichten in den vergangenen Wochen mehrere Hinweise, dass solche Elektrohalsbänder auch auf Hundeplätzen in Unna, aber auch in anderen Städten des Kreises und auch in Menden benutzt werden. Dem Veterinäramt des Kreises Unna liegt ebenfalls ein Hinweis vor, bestätigt Kreissprecher Max Rolke.

Für die Behörde ist es außerordentlich schwierig, solche Hinweise zu überprüfen. „Wenn wir als Kreis Unna an den Hundeplätzen vorfahren und möglicherweise sogar die Polizei dabei ist, sind die Dinger ganz schnell verschwunden“, erklärt Rolke. Paragraf 3, Nr. 11, des Tierschutzgesetzes verbietet die Nutzung der Geräte. Der Besitz ist allerdings nicht strafbar. Und deswegen sind sie im Internet auch so leicht zu bekommen.

Hinweise auf verbotene Nutzung von Elektrohalsbändern für Hunde in Unna

Wenn Hunde bellen, empfinden das Besitzer, aber auch Nachbarn oft als nervig. Werbung im Internet verspricht, die verbotenen Halsbänder könnten den Hund mit einem Klick ruhigstellen. © picture alliance/dpa

Dort werden Elektrohalsbänder als „Anti-Bell-Halsbänder“ oder „Trainingshalsbänder“ angeboten. Der Preis schwankt je nach Ausführung zwischen 20 und 500 Euro. Die Anbieter werben damit, dass der Hundehalter schnell auf ein Fehlverhalten seines Tieres reagieren könne.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Der Hund bekommt ein Halsband, das ferngesteuert werden kann. Zeigt das Tier ein (vermeintliches) Fehlverhalten, kann der Besitzer über eine kleine Fernbedienung, die er in der Jackentasche haben kann, einen Elektroreiz auslösen.

Tierschutzbund für Verkaufsverbot

Zuletzt hat das Bundesverwaltungsgericht am 23. Februar 2006 entschieden, dass der Einsatz von Elektroreizgeräten, die erhebliche Leiden oder Schmerzen verursachen können, bei der Hundeausbildung verboten sind. Der Deutsche Tierschutzbund begrüßt diese Einschätzung und setzt sich dafür ein, dass auch der Verkauf solcher Geräte verboten wird. Gleichzeitig bittet er alle Hundefreunde, ihre Augen offenzuhalten und Verstöße dem zuständigen Veterinäramt zu melden.

Genau das hat auch ein Mann getan, der sich in unserer Redaktion gemeldet hat. Namentlich genannt werden möchte er nicht – der Hinweisgeber ist selbst auf Hundeplätzen unterwegs. „Wenn jemand erfährt, dass ich das mitteile, bin ich zum Beispiel bei Bewertungen durch Jurys unten durch“, befürchtet der Hundebesitzer drastische Konsequenzen.

Kreis braucht Beweise

„Für uns ist es natürlich am Besten, wenn Ross und Reiter genannt und am besten auch Beweise geliefert werden“, sagt Rolke. Wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz könnten Bußgelder bis zu 25.000 Euro verhängt werden. „Wie hoch so ein Bußgeld im Einzelfall sein wird, hängt vom Einzelfall ab“, erklärt Rolke. Und hat der Kreis Unna schon einmal ein Bußgeld wegen des Benutzens von Elektrohalsbändern verhängt? „Nein“, gibt Rolke zu und macht damit auch deutlich, wie schwer in diesem Fall Recht umzusetzen ist.

Für Hinweisgeber ist das ernüchternd. Der Hundesportler, der sich bei uns gemeldet hat, will hartnäckig bleiben – und seine Hunde nach wie vor in bewährter Form erziehen. „Das dauert ohne Elektrohalsbänder vielleicht etwas länger, ist für die Beziehung zwischen Mensch und Tier aber besser“, sagt er. Viel schöner sei es, wenn Mensch und Hund einander vertrauten, als eine Beziehung, die für den Hund eine ständige Angst vor Stromschlägen bedeutet. So werde er zum besten Freund des Menschen.

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