Das Mädchen-und Frauennetzwerk Unna hat im Jahr 2004 mit dem Spendenfonds für Frauen in Not eine unbürokratische, finanzielle Hilfe eingerichtet. Auch heute bittet die Initiative weiterhin um Spenden. © Nogaj
Mädchen- und Frauennetzwerk Unna

Hilfe für Frauen in Not: Spendenfonds bietet finanzielle Unterstützung

Für Frauen in Not, die schnell finanzielle Hilfe benötigen, gibt es den Spendenfonds des Mädchen- und Frauennetzwerks Unna. Auch nach vielen Jahren der Gründung ist deutlich: Der Bedarf bleibt bestehen.

Wenn Frauen aus dem Kreis Unna in finanziellen Notlagen schnelle Hilfe benötigen, ist Elke Markmann zur Stelle. Die Frauenreferentin des Evangelischen Kirchenkreises verwaltet den Spendenfonds „Frauen in Not“ des Mädchen- und Frauennetzwerks Unna, der Bedürftigen schnell unbürokratische Unterstützung ermöglicht.

„Wir bekommen häufig Anfragen von Beratungsstellen oder Einrichtungen, die bedürftige Frauen unterstützen“, sagt Markmann. Immer wieder gebe es etwa Einzelfälle, in denen eine zeitnahe finanzielle Hilfe erforderlich sei. Etwa für die junge Mutter, die nach einer Trennung akut Lebensmittel und Windeln braucht, weil beantragte Gelder noch fehlen. Oder für die Frau, die Hilfe nach häuslicher Gewalt in Anspruch nimmt, sich die Kosten für einen Anwalt jedoch nicht leisten kann. Auch für eine erforderliche Zahnreinigung vor einer Gebisssanierung wurde schon Geld aus dem Spendentopf verwendet.

Spendenfonds „Frauen in Not“

Kontodaten

Evangelischer Kirchenkreis Unna

IBAN DE53 4435 0060 0000 0216 59

Stichwort: Frauen in Not

Unbürokratische Hilfe

„Das Gute dabei ist, dass wir nicht erst mühsam einen Antrag stellen müssen, sondern dass das Geld nach einem kurzen Anruf bei Frau Markmann innerhalb einer Woche fließt“, erklärt Anja Wolsza vom Frauenforum des Kreises Unna. Besonders durch Corona seien Ämter mitunter überlastet und müssten bürokratische Anträge langwierig abarbeiten. Dies nehme Zeit in Anspruch, die Bedürftige oftmals nicht haben. „Umso mehr freuen wir uns, dass es den Spendentopf seit vielen Jahren gibt und wir die Frauen so unbürokratisch unterstützen können“, sagt Wolsza.

Etwa 2500 bis 4000 Euro kommen dort jährlich zusammen. Geld, das lediglich durch Spenden, etwa von Kirchenkollekten oder Vereinsfeiern, eingenommen wird. Weil es im vergangenen Jahr durch Corona aber weniger Veranstaltungen gab, kamen auch weniger Einnahmen zusammen. „Deshalb sind wir nach wie vor bemüht, auf diese Schicksale aufmerksam zu machen“, sagt Elke Markmann.

Kleine Summen ebenfalls benötigt

Denn auch kleine Summen werden häufig benötigt, wie auch Sozialarbeiterin Zora Lachermund von der Mobilen Wohnungshilfe in Unna aus ihrer täglichen Arbeit weiß: „Manchmal mangelt es allein am Geld für ein Passbild, wenn Frauen einen neuen Ausweis beantragen wollen. Da können wir mit dem Geld aus dem Spendentopf schnell Abhilfe leisten.“

Deshalb setzt sich das Mädchen und Frauennetzwerk Unna, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, immer wieder dafür ein, dass Spenden für diesen Zweck zusammenkommen.

Über die Autorin
Geboren 1992 mitten im Ruhrgebiet (Bottrop) und aufgewachsen am Rande des Münsterlandes (Dorsten), hat es sie zum Studieren nach Bielefeld verschlagen (die Stadt gibt es wirklich ;-)). Nach beruflichen Zwischenstationen in Braunschweig, Berlin und Aachen ist sie froh, wieder zurück im Pott zu sein und Geschichten für Unna zu schreiben. Wenn sie nicht journalistisch unterwegs ist, hört sie gerne Musik, wandert im Grünen oder faulenzt mit einem guten Buch im Café.
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Vivien Nogaj

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