Sorge um Grundschüler: Der Schulweg in der Unnaer Innenstadt wird immer gefährlicher

dzHertinger Tor

Die Sorge vor zunehmendem Verkehr treibt die Anwohner am Hertinger Tor um. Vor allem die Sicherheit der Grundschüler steht dabei im Fokus. Schon jetzt sind die Schulwege in Unna alles andere als sicher.

Unna

, 07.11.2019, 13:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich wäre der Schulweg ganz einfach: Grundschüler, die im Wohngebiet rund um die Bachstraße wohnen und die Katharinenschule besuchen, haben eigentlich nur 650 Meter Fußweg bis zu ihrer Schule. Eigentlich. Denn der kürzeste Weg führt über die Kreuzung der Hertingerstraße mit dem Südring. Und diese Kreuzung bietet für Grundschüler einige Gefahren.

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Bebauungsplan Hertinger Tor

FLU beantragt Aussetzung des Planungsprozesses

  • Im Nachgang der teilweise sehr hitzigen Bürgerversammlung hat nun die FLU-Fraktion beantragt, dass der weitere Planungsprozess für den Bereich Hertinger Tor ausgesetzt wird – und zwar so lange, bis ein „schlüssiges“ Verkehrskonzept nicht nur vorliege, sondern auch durch die entsprechenden Gremien des Rates genehmigt sei.
  • Dieses Konzept müsse den möglichen Ausbau der Hertingerstraße und der Brockhausstraße beinhalten, ebenso die umliegenden Anliegerstraßen. So lange dieses Konzept nicht genehmigt sei, dürfe kein Baurecht verbindlich erteilt werden, so die Forderung der FLU.
  • Zuvor hatte bereits die Ortsvorsteherin von Unna-Mitte, Ingrid Kroll, einen ähnlich lautenden Antrag gestellt und gefordert, dass erst ein tragfähiges Verkehrskonzept vorliegen müsse, bevor man am Hertinger Tor weiterplane.
  • Die Erstellung eines Verkehrskonzeptes ist Teil des Planungsprozesses. Die Stadtverwaltung will ihr Konzept im Frühjahr der Öffentlichkeit vorstellen. Ein Beschluss über den Bebauungsplan durch den Rat ist für Sommer 2020 angedacht.

„Ich lasse meine Kinder dort nicht lang gehen“, sagte ein Vater auf der Bürgerversammlung zu den Bebauungsplänen am Hertinger Tor und erklärte auch gleich, wieso: „Die Rechtsabbiegespur vom Käthe-Kollwitz-Ring in die Hertingerstraße ist nur mit einem Zebrastreifen zu überqueren. Kinder, die dort stehen und die Straße überqueren wollen, werden von den Autofahrern einfach übersehen.“

Auch die Rechtsabbiegespur von der Hertingerstraße auf den Südring ist an dieser Kreuzung nur mit einem Zebrastreifen zu überqueren. Für Kinder aus dem Wohngebiet an der Bachstraße wäre dies der kürzeste Weg, um zur Katharinenschule zu gelangen. Stattdessen überqueren viele Grundschüler erst den Verkehrsring und gehen über den Neumarkt und die Eselsbrücke zur Katharinenschule – weil die Überquerung des Rings durch Ampeln möglich ist.

„Das ist einfach sicherer, weil ich bei Ampeln die Sicherheit habe, dass Autos stehen bleiben. Die habe ich bei den Zebrastreifen nicht“, meint der betroffene Vater.

Was er schildert, scheint symptomatisch für die Schulwege vieler Grundschüler in Unna. So war im April diesen Jahres ein sechsjähriger Grundschüler auf der Bismarckstraße in Massen von einem Auto erfasst worden, als er auf dem Nachhauseweg von der Schillerschule die Straße queren wollte.

Eltern, Lehrer und der zuständige Bezirksbeamte der Polizei hatten daraufhin Verbesserungen für die Verkehrssituation rund um die Bismarck- und Mittelstraße gefordert.

Hier treffen sich die Schulwege von Grundschülern der Schillerschule und älteren Schülern der Hellweg-Realschule – entsprechend viele Kinder und Jugendliche sind hier täglich unterwegs. Hinzu kommt ein massiver Bring- und Abholverkehr.

In Folge der Elternhinweise wurden im August Piktogramme auf der Bismarck- und Mittelstraße angebracht, die Autofahrer auf den starken Schülerverkehr hinweisen sollen. Ein Zebrastreifen, wie ihn sich viele Eltern an der Bismarckstraße wünschen, ist dagegen schwierig umsetzbar.

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass die Einrichtung einer solchen Querungshilfe in Bereichen, in denen eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern gilt, nur schwer durchzusetzen sei. Und auf der Bismarckstraße gilt Tempo 30.

In der Innenstadt werden sich die Wege, die die Grundschüler nehmen, um zu ihren Schulen zu kommen, zwangsläufig verlagern, wenn der neue Schulstandort am Hertinger Tor seinen Betrieb aufnimmt. Dort vereinen sich dann Falk- und Nicolaischule – Grundschulen, die sich im Westen beziehungsweise Norden der Innenstadt befinden. Ihr neuer gemeinsamer Standort am Hertinger Tor befindet sich ebenso wie die Katharinenschule im Süden der Innenstadt. Die Kreuzungen des Verkehrsrings dürften damit zwangsläufig eine größere Bedeutung für die Schulwegsicherung bekommen, wenn mehr Grundschüler als bisher aus dem Norden in den Süden unterwegs sind.

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