Das sind die Herausforderugen beim Zusammenleben in Unnas Dörfern

dzGemeinschaft im Alltag

Die Stadt plant ein neues Integrationskonzept. Dafür sammelt sie Belange aus allen Unnaer Stadtteilen. In den Dörfern beschäftigt die Bürger vor allem: Mobilität, Zugezogene und Gemeinschaft im Alter.

Unna

, 09.10.2019, 15:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Leben auf dem Dorf ist idyllisch: Weite Wiesen und Felder, die Nähe zur Natur und eine solide Nachbarschaft machen den ländlichen Standort lebenswert. Aber auch, wo das alltägliche Miteinander zu funktionieren scheint, gibt es gesellschaftliche Herausforderungen, etwa: Wie finde ich als Zugezogene Anschluss im Dorfgeschehen? Wo kann ich als Seniorin fußläufig einkaufen? Und wie bringe ich mein Kind zum Schwimmunterricht, wenn ich berufstätig bin und die Schwimmhalle im nächsten Ortsteil ist?

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Mit Fragen wie diesen haben sich Verantwortliche der Stadt gemeinsam mit Bürgern aus Billmerich, Kessebüren, Hemmerde, Lünern und Mühlhausen/Uelzen im dritten Teil der Stadtteilgespräche – einer Initiative zur Förderung der Integration – beschäftigt. Das Ziel: Herausfinden, wie eine gesellschaftliche Teilhabe für alle Bürger Unnas gelingt – auch in den Dörfern.

„Soziale Benachteiligung beginnt da, wo jemand keinen Zugang zum System hat.“
Till Knoche, Bereichsleiter für Soziales, Wohnen und Senioren der stadt Unna

„Ohne Engagement keine Infrastruktur“

Dass das nicht selbstverständlich ist, weiß Till Knoche, Bereichsleiter für Soziales, Wohnen und Senioren der Kreisstadt Unna: „Soziale Benachteiligung beginnt da, wo jemand keinen Zugang zum System hat.“ In Lünern seien das beispielsweise Senioren, die nicht mobil sind: Weil es dort seit Jahren keinen Dorfladen gibt, können sie Güter des täglichen Bedarfs nicht fußläufig erreichen. Also sind sie auf Hilfe von Familie, Freunden oder eben einer funktionierenden Dorfgemeinschaft angewiesen. Knoche: „Ohne Engagement gibt es keine Infrastruktur.“

Dies zeige auch der ehrenamtliche Einsatz einiger Bürger: Die Brandabwehr in Unna funktioniere etwa nur im Zusammenspiel mit den Freiwilligen Feuerwehren, und auch einige Freizeitangebote fänden nur deshalb so kostengünstig statt, weil sie von vereinsbetriebenen Sportstätten mit Ehrenamtlern durchgeführt würden. All das habe mit Integration zu tun und sorge letztlich für bessere Lebensbedingungen der Bürger.

Das sind die Herausforderugen beim Zusammenleben in Unnas Dörfern

Bei den Stadtteilgesprächen in Lünern tauschen sich Verantwortliche der Stadt und Bürger aus, worauf es bei der Integration in den Dorfgemeinschaften ankommt. © Nogaj

Diese wünscht sich auch Uta Störmer aus Lünern. Die 64-Jährige ist vor zwölf Jahren zugezogen und fühlt sich seitdem gut integriert. Dennoch fragt sie sich, wie die Gemeinschaft im Dorf, gerade im Alter, aktiver gelebt werden kann. „Ich bin an einem soliden Netz an Kontakten interessiert“, sagt sie.

Das Kommunale IntegrationsKonzept

Die Ziele der Stadt

  • Die Stadt will den Alltag der Unnaer verbessern. Dafür sammelt sie Erfahrungen, Kenntnisse und Wissen der Bürger aus verschiedenen Stadtteilen
  • Den Auftakt der „Stadtteilgespräche“ bildete Massen. Dann folgte Königsborn und zuletzt der Süden und Osten Unnas
  • Am Ende der Gespräche steht die Entwicklung eines kommunalen Integrationskonzeptes

Offenheit und Bewusstsein für andere ist wichtig

Damit sich diese entwickeln, sei Offenheit wichtig, weiß Knoche. Denn nur wo Begegnung stattfindet, eine Infrastruktur gefördert wird, und das Bewusstsein für den anderen geschärft wird, kann Integration gelingen. Und das ist das Ziel Unnas für seine Bürger. Egal ob in der Stadt oder auf dem Dorf.

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