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Hemmerder ist seit 50 Jahren als Nikolaus gefragt

dzNikolaus

Für Klaus Fikuart ist heute einer der wichtigsten Tage des Jahres. Schließlich ist er nicht nur Rentner, sondern auch ein Nikolaus. Einen künstlichen Bart braucht er bei seinen Auftritten nicht.

Hemmerde

, 06.12.2018 / Lesedauer: 3 min

Wo sonst hätte die „Nikolaus-Laufbahn“ von Klaus Fikuart beginnen sollen, wenn nicht in einer Bischofsstadt. Vor exakt 50 Jahren schlüpfte er als 17-jähriger Obermessdiener einer katholischen Gemeinde in Hildesheim in die Nikolaus-Rolle. Für jeden der 50 Messdiener hatte er damals ein eigenes Gedicht parat. Inzwischen gibt es die Gemeinde in Hildesheim nicht mehr, die Kirche ist zu einer Synagoge geworden. Klaus Fikuart aber ist auch heute noch als heiliger Mann gefragt.

Weißer Bart und tiefe Stimme

Wenn der 67-Jährige heute als Nikolaus in der gesamten Region unterwegs ist, dann braucht er noch nicht mal einen künstlichen Bart. Sein eigener weißer Gesichtsschmuck passt perfekt, ebenso die sonore Stimme. „Ich möchte ein lieber Nikolaus sein, kein drohender“, sagt der Hemmerder. Weil er früher als Erzieher arbeitete, hat er einen guten Draht zu Kindern jeden Alters. Und dass er anschließend als Therapeut in einem Altenheim arbeitete, hilft ihm dann, wenn er ältere Semester rund um den Nikolaustag herum besucht.

Auf Tour mit dem goldenen Thron

Klaus Fikuart hat nicht mehr ganz so viele Termine wie früher. Und das ist ihm recht. Wenn er als Nikolaus gebucht wird, dann nimmt er sich auch viel Zeit. Erstmals reist er in diesem Jahr nicht nur höchstpersönlich herum, sondern bringt auch seinen eigenen Thron mit. Der handwerklich begabte Hemmerder hat einen Küchenstuhl selbst gepolstert, eine zusätzliche Lehne angebracht und den Stuhl gold angestrichen. Ein kleines Extra ist eine Halterung, in die er seinen Bischofsstab stellen kann. „Den musste sonst immer jemand festhalten“, sagt Fikuart.

Nur einen Auftritt abgesagt

In 50 Jahren hat der Nikolaus aus Hemmerde viel erlebt. Nur einmal musste er einen Auftritt absagen. In einem Hallenbad schlug ihm der starke Chlorgeruch auf die Gesundheit. „Ich sollte die Weihnachtstüten direkt am Beckenrand verteilen, das ging einfach nicht“, erinnert er sich. Ansonsten hat er aber fast nur gute Erfahrungen gemacht. „Es sind auch Freundschaften entstanden“, weiß Klaus Fikuart.

Nikolaus beschenkt sich selbst

Der 67-Jährige will den Kindern vor allem den Unterschied zwischen Nikolaus und Weihnachtsmann deutlich machen. Deswegen berichtet er viel über den Bischof. „Ich sage den Kindern, dass der Weihnachtsmann mein Freund ist, aber zum Beispiel in Einkaufszentren Kinder beschenkt“, sagt Fikuart. Das Honorar, das er für seine Einsätze bekommt ist nicht hoch. Der Hemmerder spart es für seinen Sommerurlaub. Wenn er dann für eine Woche verreist, beschenkt sich der Nikolaus also quasi selbst.

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