Massens Ex-Ortsvorsteher Helmut Tewes stellt sich mit Supermarkt-Kritikern gegen die SPD

dzPolitik in Unna

Im Streit um ein neues Einkaufszentrum in Massen gerät die örtliche SPD heftig unter Beschuss. Selbst ihr früherer Ratsherr Helmut Tewes schließt sich den Kritikern an. Ganz gerecht geht es nicht dabei zu.

Unna

, 19.06.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für ein neues Einkaufszentrum an der Massener Bahnhofstraße sind umstritten und spalten den Ort. Dass es sowohl Kritiker als auch Befürworter gibt, ist offensichtlich. Wie das Größenverhältnis der beiden Gruppen aussieht, weiß aber niemand. Nur an Lautstärke sind die Gegner des Einkaufszentrums mit Edeka und Lidl den Befürwortern deutlich überlegen.

Nun reiht sich bei den Kritikern ein prominenter Kopf ein, der die Entwicklung des westlichen Stadtteils 30 Jahre lang mit geprägt hat: Der frühere Ortsvorsteher und SPD-Ratsherr Helmut Tewes spricht sich gegen die Neuansiedlung aus – und liest seinen Genossen kräftig die Leviten.

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Tewes spricht von einem Trauerspiel und wirft die Frage auf, ob die heutigen SPD-Ratsleute die sozialdemokratischen Werte inzwischen aufgegeben hätten. Sachliche Argumente aus der Bevölkerung würden offenkundig ignoriert, damit ein Investor seine Ziele erreichen kann. Allein die Vize-Bürgermeisterin Renate Nick, der Tewes in früheren Zeiten nicht immer eng verbunden war, nimmt der Massener ein wenig aus.

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Tewes ist nun einer der prominentesten Kritiker der SPD, allerdings längst nicht ihr erster. Aus dem Kreis der Bürgerinitiative gegen die Ansiedlung waren schon mehrfach öffentliche Stellungnahmen in Umlauf gekommen, die nicht nur gegen die Pläne selbst, sondern dabei auch gegen die Sozialdemokraten gerichtet waren. Ausdrücklich wurde dazu aufgerufen, die SPD bei der Kommunalwahl abzustrafen, da sie „unwählbar“ sei.

Politische Mehrheit besteht nicht nur aus der SPD

Dass die Kritik an den Plänen des Investors so übermäßig hart bei den Sozialdemokraten einschlägt, ist überraschend – und vielleicht nur mit der traditionellen Stärke der Partei im westlichen Stadtteil zu erklären. Massen war für die SPD immer eine Hochburg, Politik im Sinne des Stadtteils zumindest nicht ohne oder gegen die Genossen zu machen.

Wahr ist allerdings: Es sind nicht nur SPD-Leute, die die Arbeit an einem Bebauungsplan mittragen. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen und Verkehrsplanung gab es am Mittwochabend lediglich fünf Gegenstimmen, als es um den Aufstellungsbeschluss ging.

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Mit diesem Beschluss ist das Einkaufszentrum noch nicht bewilligt. Er bedeutet zunächst, dass der Planungsprozess beginnen kann, an dessen Ende Baurecht bestehen könnte. Argumente der Kritiker in diese Planungen mit einzubeziehen ist dabei zunächst die Aufgabe der Stadtverwaltung.

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