Bundesverdienstkreuz an den Unnaer Volker Risse verliehen

dzOrden für Engagement

Das Bundesverdienstkreuz für Volker Risse ehrt einen Mann, der aus tiefer christlicher Überzeugung Dienst an den Menschen leistet. Es gilt aber auch allen, die ihm beim Helfen helfen.

Massen, Opherdicke

, 10.10.2018, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Trage den möglichst häufig“ – diesen Hinweis gibt Michael Makiolla nur selten mit, wenn er auf Haus Opherdicke das Bundesverdienstkreuz überreicht. Doch der Landrat kennt seine Bürger: Bei Volker Risse dürfte der eigene Antrieb, sich eine Auszeichnung an die Brust zu heften, eher gering ausfallen. Stolz ist nicht seine Sache. Vielleicht hilft der Hinweis des Landrates, dass er damit auch eine Auszeichnung zur Schau stellt, die das Engagement all seiner Mitstreiter würdigt.

Die Liste dessen, was der Massener in Jahrzehnten für die Gesellschaft geleistet hat, ist lang. Fachbereichsleiter in der Gemeinde Holzwickede. Presbyter der Evangelischen Kirche in Massen. Sachkundiger Bürger im Unnaer Stadtrat. Funktionsträger im SPD-Ortsverein. Erfinder und Ansprechpartner in der Sozialberatung „Lebenslotse“. Begründer und Organisator der „Spielstube“ in der früheren Landesstelle. Das ist nur eine Auswahl von Stichworten, zu denen sich lange über Risses Schaffen dozieren ließe.

Die Nachricht, dass er das Bundesverdienstkreuz erhalten solle, muss in seinem Umfeld unüberrascht aufgenommen worden sein, wie Risses Schwester erklärt – nah vielleicht an einem „wurde auch Zeit“. Risse selbst indes wirkte bei der Übergabe am Mittwoch merklich verlegen. Obwohl er mit seiner klugen und ruhigen Sprache durchaus Menschen zu fesseln weiß, behagt es ihm nicht, wenn er selbst das Thema ist. Dienen, nicht verdienen, ist ihm ein Anliegen. Und so fiel auch Risses eigene Ansprache zur Ordensverleihung kurz aus: Er dankte allen Angehörigen und Wegbegleitern, die zur Feierstunde gekommen waren. Nur eines hob er hervor: Seinen Dank an seine Frau Gabi, die sein Engagement immer unterstützt hat, und an „viele Helferinnen und Helfer, liebe Freunde und Wegbegleiter, ohne die das alles gar nicht möglich wäre“.

Risses Antrieb ist seine innere Überzeugung. Sein zutiefst christlicher Glaube und das Ziel sozialer Gerechtigkeit, wie sie schon Jesus in seinem Engagement für die Schwächeren vertreten hat, treffen bei ihm auf einen schaffenskräftigen Pragmatismus. Was er an Kenntnissen, Kontakten und Organisationsfähigkeiten im öffentlichen Dienst erworben hat, hat der heute 72-Jährige nach seiner Pensionierung direkt ins Ehrenamt übertragen. Einfach machen, was geht, statt darauf zu hoffen, dass sich die Welt verändert oder die höhere Politik sich wendet – nach diesem Prinzip schuf Risse gerade in Massen Angebote, die nah an den Menschen sind, die Hilfe nötig haben. Als Ideengeber, Organisator und immer auch als Mann der Umsetzung gewann Risse zudem leicht Mitstreiter, die seine Projekte in die Breite trugen. Die „Spielstube“, in der Ehrenamtliche aus Massen an jedem Wochenende Flüchtlingskinder in der Erstaufnahmeeinrichtung betreuen, steht mustergültig dafür. „Wir können die Krisenherde der Welt nicht löschen, die politischen Fragen nicht lösen. Aber wir können mit Kindern spielen und sie für einige Stunden herausholen aus der Trauer und der Trostlosigkeit“, lautet das Motto der Spielstube. Für Bürgermeister Werner Kolter ehrt die Auszeichnung Volker Risses daher auch „nicht nur eine einzelne Persönlichkeit, sondern auch die Arbeit, die mit ihr verbunden wird, die in der Diakonie, in der Kirche und auch in der Landesstelle von vielen Menschen auch ehrenamtlich geleistet wird“.

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