Wieso sind Sie nach Unna gezogen? Das haben wir vor wenigen Tagen gefragt - und zahlreiche Antworten bekommen. Eine davon kam von Anna und Wolfgang Hofmann. Sie haben ein wahres Urlaubsparadies verlassen, um in Unna zu leben.

Unna

, 15.08.2019, 16:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Schwarzwald. Natur, Ruhe, Idylle. Unzählige Möglichkeiten, sich in der Natur zu bewegen, dazu eine gute Küche, die Nähe zur Schweiz und meistens gutes Wetter. Wer hier wohnt, will nie wieder weg - sollte man meinen. Anna und Wolfgang Hofmann sind weggezogen - nach Unna.

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„Wenn du im Schwarzwald lebst, hast du diese Bilderbuchromantik jeden Tag. Aber anders als die Touristen siehst du eben auch die Nachteile, die das Wohnen dort mit sich bringt“, sagt Wolfgang Hofmann. Vor knapp zwei Jahren sind seine Frau und er nach Unna gezogen - obwohl sie die Stadt bis dato überhaupt nicht kannten, ja, noch nicht einmal von ihr gehört hatten. Und heute sagen sie beide: „Wir würden sofort wieder nach Unna ziehen. Jetzt, wo wir die Stadt kennen, sogar noch eher.“

Krankenhaus, Kultur und Fahrradfreundlichkeit: Darum ziehen Menschen nach Unna

Anna und Wolfgang Hofmann sind 2017 aus dem Schwarzwald nach Unna gezogen. © privat

Im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg lag 25 Jahre lang ihr Lebensmittelpunkt. 350 Einwohner, der Blick auf die Schweiz und viel Ruhe - in Schwaningen stand das Haus der Hofmanns. „Das war wunderschön, keine Frage“, sagt Anna Hofmann. Doch eben auch schwierig: Bis zum nächsten Krankenhaus war es weit, für Kulturangebote wie Konzerte oder Theater mussten die beiden Kulturfreunde ins Auto steigen, meistens bis nach Freiburg fahren - 70 Kilometer eine Strecke.

Krankenhaus, Kultur und Fahrradfreundlichkeit: Darum ziehen Menschen nach Unna

Wandern, die Natur erkunden, die Ruhe genießen: Das geht auf dem Schluchtensteig wunderbar. Der anspruchsvolle Wanderweg startet in Stühlingen an der Schweizer Grenze. 25 Jahre lang lebten Anna und Wolfgang Hofmann dort - bevor sie nach Unna zogen. © picture alliance / dpa-tmn

„Selbst fürs Brötchenholen musstest du immer erst ins Auto und mindestens acht Kilometer fahren.“
Anna Hofmann über ihren bisherigen Wohnort im Schwarzwald

„Selbst fürs Brötchenholen musstest du immer erst ins Auto und mindestens acht Kilometer fahren“, erzählt Anna Hofmann. Sie ist 61 Jahre alt, ihr Mann 64. Für beide war klar: Bevor das Alter „zuschlägt“, wollen wir so wohnen, dass wir alles an wichtiger Infrastruktur erreichen können. Also begaben sie sich auf die Suche. „Unsere Priorität war tatsächlich eine schöne Altbauwohnung. Wo in Deutschland die sich befindet, war dabei zweitrangig“, schildert Wolfgang Hofmann den Ausgangspunkt ihrer Suche.

Nur so viel stand fest: Es sollte ein Ort sein, der städtisch, aber nicht großstädtisch ist. „Ein Krankenhaus, ein Bahnhof, Kulturangebote - das war uns bei der Suche wichtig.“ Als Anna Hofmann dann im Internet eine Altbauwohnung in Unna entdeckte, die ihr sofort gefiel, mussten sie erstmal suchen, wo dieses Unna überhaupt liegt.

Nach einem ersten Besuch stellten sie schnell fest: Das könnte passen. „Natürlich war es uns auch wichtig, dass es Grün gibt, dass man ein bisschen Natur um sich hat. Da hat uns der Kurpark sofort gefallen“, sagt Wolfgang Hofmann. Der Park mit dem alten Baumbestand ist zu einem der Lieblingsorte der beiden Wahl-Unnaer geworden. „Aber auch der Wochenmarkt ist toll und die Bibliothek besuchen wir auch gerne“, nennt Anna Hofmann weitere Orte, die ihr an Unna gut gefallen.

Krankenhaus, Kultur und Fahrradfreundlichkeit: Darum ziehen Menschen nach Unna

Der Kurpark bietet die Möglichkeit, sich auch in der Stadt im Grünen zu erholen. Für Anna und Wolfgang Hofmann ist der Kurpark zu einem Lieblingsort in Unna geworden. © privat

„Unna bietet für uns alles, was wir brauchen.“
Wolfgang Hofmann

„Unna bietet für uns alles, was wir brauchen“, bringt ihr Mann es auf den Punkt, „dass im Grunde alles fußläufig erreichbar ist, das kannten wir gar nicht.“ Und dann lobt Wolfgang Hofmann etwas, das mancher „Ur-Unnaer“ wohl ganz anders sehen würde: „Wir haben festgestellt, dass man in Unna ohne Auto wirklich gut zurechtkommt. Es ist sehr fahrradfreundlich hier, allein die Fahrradstreifen auf der Straße oder der Nahverkehr - das kannten wir so aus dem Schwarzwald gar nicht.“

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Er ist überzeugt, dass noch viel mehr Unnaer auf den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad umsteigen würden, wenn sich nur Kleinigkeiten ändern. „Das Einzige, was mich stört, sind die Preise im Nahverkehr. Wenn die günstiger wären, dann würden bestimmt noch mehr Menschen mit Bus und Bahn fahren. Das ist letztlich nur eine Frage der Gewohnheit.“

Die Hofmanns nutzen ausschließlich ihre Fahrräder oder Bus und Bahn, um sich innerhalb Unnas zu bewegen. „Und das geht erstaunlich gut“, freut sich Anna Hofmann, „bei uns im Schwarzwald fuhr nur dreimal am Tag ein Bus - und das auch nur während der Schulzeit.“

Die Entscheidung, nach Unna zu ziehen, haben sie keine Sekunde bereut. Und das liegt auch an den Menschen vor Ort, wie beide betonen. „Die Menschen hier sind sehr zugänglich, diese Offenheit ist einfach toll“, findet Anna Hofmann. Mit ihren Nachbarn haben sie spontan kurz vor Weihnachten eine Hausparty im Keller gefeiert- und sind damit endgültig angekommen in ihrer neuen Heimat Unna.

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