In der Wohnung eines Mendeners fanden die Beamten Cannabis und Waffen. © dpa
Gerichtsprozess

Hanfanbau: Zufallsfund bringt Unnaer auf die Anklagebank

Eher zufällig stieß die Polizei in der Wohnung eines Unnaers auf Drogen. Auch wurde der 24-Jährige bei einem Einbruch ertappt. Vor Gericht legte er die Karten auf den Tisch und erhielt eine letzte Chance.

An sich waren Ermittler am 24. November 2019 auf der Suche nach einem Räuber, den sie in der Wohnung des jungen Unnaers wähnten. Anstelle seiner, entdeckten sie geringe Mengen Hasch, Marihuana und Ecstasy, zwei Cannabispflanzen, einige getrocknete Stängel und entsprechende Equipment wie ein Growzelt. Auch stellten sie fest, dass der 24-Jährige noch versuchte, verbotene Pflänzchen unbemerkt aus dem Fenster zu befördern.

Darüber hinaus brach er einige Wochen zuvor in ein Firmengebäude an der Einsteinstraße ein, legte sich Beute zum Abtransport bereit und steckte eine Münzrolle ein, als die Polizei eintraf und seine Pläne zunichtemachte. Bei dem folgenden Einsatz traf er dann auf einen Diensthund, wobei diese Begegnung offenbar schmerzhaft für ihn endete.

Fünf Vorstrafen und laufende Bewährung

Die beiden Taten – der Besitz und Anbau von Drogen sowie der Diebstahl im besonders schweren Fall – brachten den Unnaer mit fünf Vorstrafen und laufender Bewährung nun im Amtsgericht auf die Anklagebank. Er überließ seinem Verteidiger das Reden und dieser erklärte für ihn, dass er den Besitz und den Anbau der Drogen einräume – auch wenn ihm nicht alle sichergestellten Betäubungsmittel gehört hätten. „Die Pflanzen und das Zubehör gehörten ihm auf jeden Fall.“ Und auch den Einbruch gab der Anwalt in seinem Namen zu.

Nach dem Geständnis wurde der Bewährungshelfer des 24-Jährigen gehört – und der hatte durchaus Gutes zu sagen. Bei dem Angeklagten sei ein Umdenken erfolgt. Das letzte Drogenscreening sei negativ gewesen, er habe einen Job, halte den Kontakt zu ihm und sei in den Gesprächen offen. Er könne eine positive Sozialprognose stellen.

Angeklagter ließ seinen Anwalt sprechen

Der Anklagevertreter brachte es in seinem Plädoyer kurz darauf auf den Punkt: Der Unnaer kriege offenbar langsam die Kurve und sei dabei, sich ein vernünftiges Leben aufzubauen. Auch sprächen das Geständnis, dass das Verfahren erheblich verkürzt habe, und die geringen Drogenmengen für den 24-Jährigen. Das sah die Richterin nicht anders. Sie beließ es trotz Vorstrafen und laufender Bewährung bei acht Monaten Haft auf Bewährung. Das Auftreten des Angeklagten vor Gericht überzeuge sie, dass eine Bewährung noch einmal möglich sei. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf dem richtigen Weg bleiben können“, betonte sie. Der Unnaer wusste die Chance zu würdigen und nahm das Urteil sofort an.

Über die Autorin

Unna am Abend

Täglich um 18 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.

Lesen Sie jetzt