Eigentümer gefunden: 32.000 Euro Höchstgebot für Müll-Grundstücke bei Unna-Massen

dzMassener Senke

Ein symbolischer Euro: So beurteilte ein Gutachter den Wert der sechs Grundstücke in der ehemaligen Mülldeponie Massener Senke, die bei der Zwangsversteigerung für 32.000 Euro einen neuen Eigentümer fanden.

Unna

, 22.11.2019, 17:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass überhaupt jemand Eigentümer dieser Grundstücke werden möchte, damit hatte wohl niemand gerechnet: Auch der zuständige Rechtspfleger Peter Riesenberg erklärte den anwesenden Interessenten bei der Zwangsversteigerung im Unnaer Amtsgericht am Freitagmorgen, dass es sich bei den Liegenschaften in der Massener Senke um ein „problematisches Objekt“ handele: „Normalerweise bin ich nicht dazu da, ein Grundstück schlecht zu machen“, begann Riesenberg die Versteigerung, „aber ich weise nochmals darauf hin, dass der Eigentümer die Grundstücke mit allen Risiken und Lasten übernimmt.“

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Und das sind einige: Denn bei der Massener Senke handelt es sich um eine ehemalige Mülldeponie, die von den Fünfzigern bis in die siebziger Jahre mit Unmengen an Abfall belastet worden war. So befänden sich in den ehemaligen Seen, die infolge einer Bergsenkung entstanden waren, von Bauschutt über Tierkadaver, Teer und Mineralöl jede Menge Müll – sogar von einem Panzer, der unter der mittlerweile zugeschütteten Fläche liegt, ist die Rede.

Gutachter: „Geruch nach Fäulnis und Motorenöl“

Geologische Gutachter bestätigten Geruch von Fäulnis und Motorenöl, der Kreis Unna vermutete eine Fläche von 18.000 Kubikmetern der hochproblematischen Müllmischung.

Ein Grund, weshalb der zuständige Rechtspfleger sich am Freitagmorgen mehrmals vergewisserte, ob alle Interessenten das geologische Gutachten zur Kenntnis genommen hätten. Denn daraus geht auch hervor, dass der neue Eigentümer im Falle einer Sanierung mindestens 340.000 Euro aufwenden müsste.

Mögliche Sanierungskosten von acht Millionen Euro

Tritt der „Worst Case“ ein, etwa bei einer vollständigen Boden- und Grundwassersanierung, könnten die Folgekosten mehr als acht Millionen Euro betragen. Wenig verwunderlich war es also, dass der Verkehrswert der Grundstücke bei nur einem symbolischen Euro lag.

Englische Firma erwirbt Grundstücke

Von dieser Beurteilung ließ sich der Meistbietende Josef Zisch augenscheinlich nicht abhalten: Der Geschäftsmann, der die englische Firma „Pegasus Property Nr. 8“ vertrat, konnte sich den Zuschlag sichern und ersteigerte die sechs belasteten Grundstücke für 32.000 Euro. Was die Firma mit der Fläche vorhat, wollte der neue Eigentümer nicht verraten.

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