Unnas Grundschüler klagen über schlechte Zustände der Toilettenanlagen an ihren Schulen

dzKinderratssitzung

Die Sanitäreinrichtungen an den Grundschulen in Unna sind in einem miserablen Zustand. Das beklagen zumindest die Schüler der Grundschulen und des Förderzentrums bei der Kinderratssitzung im Rathaus.

Unna

, 10.10.2019, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einmal in der Politik mitbestimmen wie die Großen: Das ist Grundschülern aus Unna bei der Kindersitzung im Rathaus möglich. Hier dürfen sie entscheiden, für welche schulbezogenen Projekte das jährliche Fördergeld von 1000 Euro eingesetzt wird. Einen Wunsch teilten dabei die Schüler ausnahmslos aller Schulen: Die Sanierung der Toilettenanlagen.

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Diese seien an vielen Schulen Jahre alt, verdreckt und unhygienisch. Die 12-jährige Chanice, Schülerin am Förderzentrum Unna, berichtete etwa: „Die Toilettenwände sind so verschmutzt, dass ich ungerne auf die Toilette gehe. Außerdem stinkt es.“ Auch Schüler anderer Schulen berichteten von Toiletten ohne Deckeln, zu niedrigen Trennwänden zwischen den einzelnen Kabinen und enormer Geruchsbelastung.

Budget reicht nicht für alle Schulen

Beate Frommeyer vom Kinder- und Jugendbüro der Stadt Unna bemühte sich um Schadensbegrenzung: „Es geht nicht, dass alle Toiletten saniert werden“, sagte sie. „Das würde das Budget der Stadt sprengen.“ Und erst recht das des Kinderrates. Dieser darf darüber entscheiden, zu welchen Zwecken das Geld an welche Schulen fließt.

Kinderrat


Umgesetzte Projekte aus dem Frühjahr

  • 1000 Euro standen zur Verfügung, über dessen Verwendung die Schüler entscheiden konnten. Der Betrag wurde letztlich unter vier Grundschulen aufgeteilt: Die Schule am Friedrichsborn, die Liedbachschule in Billmerich, die Falkschule und die Sonnenschule haben je 250 Euro für ihre Projekte erhalten.
  • Diese wurden bereits erfolgreich umgesetzt: Ein Graffitikünstler hat die Flurtoiletten der Schule am Friedrichsborn gestaltet, die Falkschule hat neue Tornetze für ihr Fußballfeld bekommen, die Sonnenschule hat das Geld in die Sanierung und Gestaltung der Kletterwale auf dem Schulhof gesteckt und die Liedbachschule in Billmerich hat einen Gutschein für Pflanzen erhalten, um den Schulgarten neu zu gestalten.

Eine Schule, die bereits vom Fördergeld profitiert hat, ist die Schule am Friedrichsborn: Dort wurden die Wände der Flurtoiletten von einem Graffitikünstler gestaltet. Mit Beschriftungen wie „Hände waschen“ über dem Waschbecken sollen die Schüler so zu Sauberkeit und rücksichtsvollem Verhalten animiert werden.

Auch die Schüler sind gefragt

Denn auch die Schüler selbst seien gefragt, wenn es darum geht, die Anlagen sauber zu halten, erklärte Frommeyer. Einige Schulen haben daher die „Toiletten-Helden“ oder die „Toilettenpolizei“ ins Leben gerufen: Schüler, die darauf achten sollen, dass sorgsam mit den Anlangen umgegangen wird. An der Nicolaischule wurden darüber hinaus in einer Projektwoche Duftgläser gebastelt, Seife hergestellt, und Hygieneregeln aufgestellt. Laut Schüler aber nur mit mäßigem Erfolg: „Der positive Effekt hat etwa eine Woche lang gehalten, danach war wieder alles beim Alten“, hieß es seitens der Schüler im Ratssaal.

Dennoch gab Frommeyer den Kindern mit auf den Weg: „Setzt euch für eure Toilettenanlagen ein, sprecht mit Eltern, Lehrern, Fördervereinen und dem Schulleiter“. Denn da, wo die Stadt den Schulen nicht direkt helfen kann, könne man zunächst aus eigener Kraft etwas bewegen – bis die Stadt die Anlagen saniert, sowie etwa demnächst an der Schillerschule und an der Sonnenschule.

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