Grünholzwerken in der Jugendkunstschule Unna: Kinder nutzen uralte Techniken

dzArbeiten mit Holz

Löffel, Lampen oder Stühle selbst herstellen – und das ohne moderne Maschinen. Wie das geht, lernen momentan Kinder in der Unnaer Jugendkunstschule beim „Holz-Ferien-Abenteuer".

von Charlotte Groß-Hohnacker

Königsborn

, 22.08.2019, 16:43 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Werkstatt der Jugendkunstschule im Unnaer Kurpark fliegen die Späne. Unter der Anleitung von Grünholzwerker Jörn Rau sägen, behauen und schnitzen dort fleißig fünf Kinder frisches Holz.

Grünholz, also frisches Holz, steht im Mittelpunkt des großen „Holz-Ferien-Abenteuers". Diese Aktion ist eines der Ferienprojekte der Jugendkunstschule. Es findet im Rahmen des Programms Kultur-Rucksack statt.

Techniken aus dem Mittelalter

Kinder ab zehn Jahren lernen den Umgang mit Holz kennen. Mit Techniken aus dem Mittelalter und geschichtstreuen Werkzeugen bearbeiten sie das frische Holz. Moderne Maschinen brauchen sie nicht. Die eigene Muskelkraft reicht aus. In der letzten Ferienwoche kommen sie so der Natur ein Stück näher.

Vom Löffel bis zum Stuhl – alles selbst gemacht

„Wir haben schon Löffel, Schalen, Stifthalter und sogar Stühle gebaut", weiß der elfjährige Linus zu berichten. Sein Lieblingsstück ist ganz klar aber die selbst gebaute Lampe. Die haben sie aus einem morschen Baumstück hergestellt.

Linus ist ein „Wiederholungstäter“. Zusammen mit seinem Freund Cedrik ist er schon zum zweiten Mal bei Jörn Rau.

Nikita ist zwar erst zum ersten Mal dabei, doch auch er möchte unbedingt wieder mitmachen. „Ich bin hier, weil mir das Arbeiten mit Holz so viel Spaß macht – und weil Jörn so nett ist!" Das Schnitzen der Schale fand er bislang am besten.

In einem sind sich die drei Jungs einig: Dieser Kurs macht mehr Spaß als Schule!

Vom Umweltpädagogen zum mittelalterlichen Grünholzwerker

Jörn Rau ist eigentlich Umweltwissenschaftler und -pädagoge. Doch schnell wurde im klar, dass er über die Natur nicht nur theoretisch berichten möchte. Inzwischen ist er selbstständig. Der gebürtige Kamener hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Als Grünholzwerker steht nun Natur zum Anfassen und Erleben auf dem Programm.

Der Kurs findet bereits zum zweiten Mal statt. Der erste Kurs in den Osterferien ist gut angekommen. Auch für die Sommerferien gab es reichlich Anmeldungen. Leider reichten die vorhandenen Plätze für alle nicht aus.

Für den Herbst hat Jörn Rau auch schon drei Anmeldungen bekommen

Aus finanziellen Gründen steht es aber noch nicht ganz fest, ob ein neuer Holz-Kurs angeboten wird. Ein Thema gäbe es aber schon. Der 25-jährige verrät: „Nächstes Mal soll es die Königsdisziplin des Schnitzens werden: Bogen bauen!"

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