Grüne Werbung für „das schönste Ehrenamt der Welt“

dzTag der Kinderhospizarbeit

Den „Tag der Kinderhospizarbeit“ nutzte auch der Ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna, um auf sein Anliegen hinzuweisen. Ehrenamtliche Mitarbeiter werden dringend gesucht.

Unna

, 10.02.2020, 13:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Inge Fork und Günter Bitzuga über ihr Ehrenamt sprechen, dann spürt man genau, mit wieviel Herz sie bei der Sache sind. Beide sind ehrenamtliche Mitarbeiter beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Kreis Unna – und beide wissen, dass weitere Unterstützung erforderlich ist.

Den „Tag der Kinderhospizarbeit“, der immer am 10. Februar stattfindet, nutzte der Dienst, um um neue Mitarbeiter zu werben. Das grüne Band ist so etwas wie ein Symbol. Inge Fork, Günter Bitzuga und Andrea Schneider verteilten es an die Menschen, die ihren Infostand in der Sparkasse besuchten. Wegen des Orkans Sabine war die Fußgängerzone leider ausgerechnet an diesem Montag nicht gut besucht.

Ein Lächeln schenkt Glück

Inge Fork begleitet schon seit elf Jahren erkrankte Kinder. „Für mich ist das das schönste Ehrenamt der Welt“, sagt sie. Und sie kann auch erklären, warum das so ist: „Wir geben ja nicht nur etwas, sondern bekommen viel mehr zurück.“ Das Lächeln und die glücklichen Gesichter seien mehr als ein Lohn.

Inge Fork hat auch heute noch Kontakt zu der Familie des Jungen, den sie als erstes begleitet hat. Der Junge ist im Jahr 2011 gestorben, er war ihr da schon ans Herz gewachsen. „Das Verhältnis zu der Familie ist auch heute noch sehr herzlich“, erklärt sie.

Qualifizierungskurs

Vorbereitung für Ehrenamtliche

  • Am 28. Februar startet der nächste Qualifizierungskurs. Er soll interessierte Frauen und Männer vorbereiten auf die Herausforderungen, die die Kinder- und Jugendhospizarbeit mit sich bringt. Sterbebegleiter müssen schließlich nicht nur sensibel im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen sein, sondern auch ein offenes Ohr für Angehörige haben.
  • Wer sich über die Arbeit des Kinder- und Jugendhospizdienstes Unna informieren möchte, wird unter www.deutscher-kinderhospizverein.de fündig. Fragen werden aber auch während der Bürozeiten (montags 9 bis 12 Uhr und donnerstags 14 bis 17 Uhr) unter Tel. (02303) 942490 beantwortet. E-Mails können an unna@deutscher-kinderhospizverein.de gesendet werden.

Günter Bitzuga hat seinen 100 Stunden umfassenden Qualifizierungskurs erst im Dezember 2019 beendet. Er freut sich, dass er direkt danach die Betreuung für ein Mädchen übernehmen konnte. Die 15-Jährige ist blind, kann nicht sprechen und krampft. „Früher ist sie auch noch geschlagen worden“, kennt Bitzuga das Schicksal des Mädchens, das seit ihrem zweiten Lebensjahr in einer Klinik lebt.

Die Jugendliche reagiert auf Berührungen und den Geruch ihres Betreuers. Die Bindung zwischen beiden wird immer enger.

Drei bis vier Stunden in der Familie

Drei bis vier Stunden pro Woche verbringt ein Betreuer in der Familie oder in der Wohngruppe, in der das Kind lebt. Jeder kann dabei eigene Wünsche einbringen. Wer kein todkrankes Kind betreuen möchte, kann auch Geschwisterkinder betreuen und Eltern so Freiräume schaffen.

Der Qualifizierungskurs bereitet die Ehrenamtlichen auf diese Aufgaben vor. Ob sie nach dem Kurs tatsächlich eine Betreuung übernehmen wollen, können sie frei entscheiden. Möglich ist zum Beispiel auch, sich in der Öffentlichkeitsarbeit einzubringen.

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