Grüne: Urgestein hofft auf Einigung im Machtkampf um den Kreistag

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Hans-Uli Bangert ist schon lange bei den Grünen. So etwas wie den Machtkampf im Kreistag in Unna hat aber auch er noch nicht erlebt. Trotzdem: Er glaubt noch an eine Einigung.

Kreis Unna

, 20.10.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt; und naja, Grün ist ja auch die Farbe der Hoffnung. Obwohl im Moment alles dagegen spricht, gibt es in den entzweiten Lagern im Kreistag noch den Glauben daran, dass am Ende alle 14 Kreistagsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen an einem Tisch sitzen. Vielleicht sogar noch vor der konstituierenden Sitzung des Kreistags Anfang November.

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Einer davon ist Hans-Uli Bangert aus Holzwickede, der mit fast 30 Mitgliedsjahren und nach rund zwei Jahrzehnten politischer Mitarbeit auf Kreisebene durchaus ein Urgestein der Grünen ist. Auch er wirkt fast ein wenig ungläubig in Anbetracht dessen, was sich seit der Kommunalwahl in seiner Partei abspielt: „Ich bin schon lange dabei, in der Zeit habe ich auch schon so manches erlebt“, sagt Bangert. „Aber sowas noch nicht.“

„Wir müssen grüne Politik machen [...] – und das müssen wir alle gemeinsam machen.“
Hans-Ulrich Bangert

Die Spaltung der Grünen im Kreistag bewegt ihn – und nicht nur ihn. Er berichtet von vielen Anrufen und Zuschriften seiner Parteifreunde mit immer demselben Tenor: Es muss doch irgendwie gelingen, alle an einen Tisch zu bringen. Und ja, Bangert ist „immer noch optimistisch, dass das klappt“, sagt er; als einfaches Partei- und Kreistagsmitglied, wie er betont. „Auch wenn es Kontroversen gibt: Wir müssen grüne Politik machen, dafür sind wir gewählt worden – und das müssen wir alle gemeinsam machen.“

Bangert hofft auf gemeinsame Fraktion aller Grünen

Mit „alle“ meint er freilich die 14 gewählten Kreistagsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, die sich jedoch in zwei Fraktionen aufgespalten haben. Zehn haben Herbert Goldmann zu ihrem Fraktionschef gewählt, vier Timon Lütschen und Marion Küpper zur gleichberechtigten Doppelspitze. Dieses Quartett war zur konstituierenden Sitzung der anderen Fraktion gar nicht erst eingeladen. Wohl, weil die Differenzen schon im Vorfeld unüberwindbar schienen.

Tauziehen vor der Konstituierung offenbar unbekannt

Bangert ist Mitglied der Fraktion um Herbert Goldmann. Dass zur konstituierenden Sitzung nicht alle eingeladen gewesen waren, sei ihm im Vorfeld nicht bekannt gewesen, sagt er. Und auf die Frage, warum nicht einfach alle 14 gemeinsam und demokratisch eine Fraktion gründen und einen Vorstand wählen, sagt er, dass sich dafür die beiden Seiten aufeinander zu bewegen müssen. „Meine innere Überzeugung ist: Ich stelle meine eigene Meinung und meine eigenen Ziele auch mal zurück, um ein gemeinsames Ziel erreichen zu können – und das erwarte ich eigentlich von allen.“

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