Grüne kritisieren: Investor nimmt vielen Massenern die Einkaufsgelegenheit vor Ort

dzHandelsentwicklung

Das geplante Einkaufszentrum in Massen diene lediglich Kapitalinteressen und nicht der Unnaer Bevölkerung, meinen die Bündnisgrünen. Sie kündigen an, das Vorhaben abzulehnen.

Unna

, 25.03.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit nachträglichen Veränderungen am Konzept für sein neues Einkaufszentrum wollte Investor Robert Löer den Bedenken von Kritikern begegnen. Stattdessen bringt er sie gegen sich auf: Unnas Bündnisgrüne kündigen nun an, einen Bebauungsplan für die Ansiedlungen an der Massener Bahnhofstraße abzulehnen - nicht trotz, sondern auch wegen der jüngsten Planänderungen.

Vorwurf: Investor nimmt vielen Massenern die Versorgung vor Ort

Löer hatte nun bekannt gegeben, dass eine Gesellschaft seiner Gruppe die Altimmobilie des heutigen Edeka-Marktes an der Kleistraße gekauft habe, um ihre weitere Nutzung bestimmen zu können. Zusammen mit dem Austausch eines seiner Projektpartner - Lidl statt Aldi auf der Discountfläche - hat der Entwickler somit zwei Maßnahmen ergriffen, die einer schädlichen Konkurrenz im Lebensmittelhandel vorbeugen sollen. Denn im Gegenzug für die Neubauten für Edeka und Lidl in Niedermassen sollen deren Märkte an der Friedenskirche und an der Hansastraße aufgegeben werden.

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Die Grünen weisen nun allerdings auf ein anderes Problem hin: Die Versorgung im Nahraum der heutigen Märkte entfalle. „Gerade in den letzten Tagen und Wochen hat es sich gezeigt, dass Einzelhandelsstandorte systemrelevant sind. Die Standorte an der Hansastraße und in Obermassen werden von vielen Bürgerinnen und Bürgern auch fußläufig benötigt, um sich zu versorgen. Eine Wegnahme dieser Möglichkeiten stürzt diese Menschen in Nöte, die in der Krise mehr als deutlich sind“, schreiben die Grünen in einer scharf formulierten Stellungnahme.

Kritiker nehmen Investor von zwei Seiten in die Mangel

Die Grünen werfen dem Investor vor, dass er das Einzelhandelskonzept der Stadt ad absurdum und die Politik in Unna vorführe, wenn er nach eigenem Ermessen bestehende Handelsstandorte vom Markt nehme. Tatsächlich hatte die Neufassung des städtischen Handelskonzeptes die Erweiterung der Handelsflächen in Massen auf das Plangebiet an der Bahnhofstraße erst möglich gemacht. Der Gutachter der Stadt allerdings hält einen Handelsbesatz an der Bahnhofstraße, am Hellweg, an der Kleistraße und an der Hansastraße für vereinbar. Bedenken daran hatte Rewe geäußert: Der Markt von Rewe Engel am Hellweg wäre in seinem Bestand gefährdet worden.

Supermarktinvestor Robert Löer sitzt gewissermaßen zwischen den Stühlen: Eine flächenmäßig verteilte Versorgung mit Supermarktstandorten auch an Hansa- und Kleistraße und eine Deckelung der Handelsflächen insgesamt aus Rücksichtnahme auf die Mitbewerber stehen zueinander im Widerspruch.

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