Greifvogel attackiert Unnaerin beim Joggen

dzMäusebussard

Zwischen Iserlohner Straße und Kessebüren ist Kathrin Backhaus von einem Greifvogel attackiert worden. Nun will die Unnaerin ihre Mitbürger warnen, die Stadt ergreift gegebenenfalls Maßnahmen.

Unna

, 18.06.2020, 16:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kathrin Backhaus aus Unna ist auf einem Feldweg zwischen Iserlohner Straße und Kessebüren unterwegs, als sie von einem Greifvogel überrascht wird. Der Vogel fliegt so dicht von hinten an sie heran, dass er sie streift. Als Backhaus versucht, den Vogel mittels Klatschen zu vertreiben, lässt er von ihr ab - bis er die Joggerin „keine zwei Minuten später“ erneut von hinten ansteuert. „Da bekommt man es schon mit der Angst zu tun“, erzählt Kathrin Backhaus später. „Der Vogel kam mir ungeheuer groß vor.“

Das, was Kathrin Backhaus passiert ist, ist zu dieser Jahreszeit keine Seltenheit: „Vorfälle wie diese kommen während der Brutzeit gelegentlich vor“, sagt Hermann Knüwer, Mitarbeiter des Fachbereiches Natur und Umwelt vom Kreis Unna. Er vermutet, dass es sich bei dem Greifvogel um einen Mäusebussard handelt. „Die nistenden Altvögel wollen ihre Jungen um jeden Preis beschützen“, sagt er. Je sensibler das Tier, desto akribischer verteidige es seinen Nachwuchs.

Regenschirm als Abwehr kann vor Attacke schützen

Mitunter könne das auch blutig enden, etwa, wenn der Bussard mit seinen Fängen zupackt. Knüwer rät daher, Gegenstände wie einen Regenschirm zum Spaziergang mitzunehmen, um diesen im Falle eines Angriffs über den Kopf zu halten. „Greifvögel steuern den höchsten Punkt an, wenn sie Attacke fliegen.“

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„Der Bussard ist kein Wachhund, der ein eingezäuntes Gelände beschützt, sondern ein Vogel, der sein Nest auch mal über hunderte Meter hinweg verteidigt.“
Johannes Stappert, Leiter des Hegerings Unna.

Wer nicht immer einen Regenschirm mit sich führen möchte, müsse solche Reviere daher schlicht meiden, meint Johannes Stappert, Leiter des Hegerings Unna. Andere Möglichkeiten sieht er nicht: „Vögel dürfen während der Brutzeit nicht bejagt werden, Bussarde sind außerdem generell von den Jagdzeiten ausgeschlossen“, sagt er. Dem Revierinhaber seien somit die Hände gebunden.

Ein Hinweisschild aufzustellen, um Bürger vor nistenden Greifvögeln zu warnen, halte er für unzureichend: „Der Bussard ist kein Wachhund, der ein eingezäuntes Gelände beschützt, sondern ein Vogel, der sein Nest auch mal über hunderte Meter hinweg verteidigt.“ Eine sinnvolle Maßnahme sei daher nur, die Strecke komplett abzusperren.

Stadt ist für Gefahrenabwehr zuständig

Das werde nun vom Ordnungsamt in Erwägung gezogen, wie Stadtsprecher Christoph Ueberfeld bestätigt: „Die Stadt ist für die Gefahrenabwehr zuständig, daher also verpflichtet, etwas zu unternehmen - sei es durch Hinweisschilder oder eine Sperrung.“

Eventuell sei eine Maßnahme wie diese aber auch bald schon überholt, weiß Hermann Knüwer vom Kreis Unna: „Sobald die Küken flügge sind, lässt die Verteidigungsbereitschaft der Vögel nach. Das ist noch eine Sache von ein, zwei Wochen“, sagt er. Dann will auch Kathrin Backhaus aus Unna wieder ihre übliche Joggingstrecke nutzen.

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