„An Kerstings Stelle würde ich jetzt von mir aus kündigen“

dzKlaus Göldner zur CDU

Die Finanznöte der CDU-Fraktion sollten ein Problem der CDU-Fraktion sein. Doch ein „alter Bekannter“ lässt es sich nicht nehmen, sich mit der Situation zu befassen: Klaus Göldner von der FLU.

Unna

, 20.09.2019, 13:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Austritt von drei vormaligen Fraktionsmitgliedern fehlen der CDU im Stadtrat 18.000 Euro des bisherigen Jahresbudgets. Fraktionschef Rudolf Fröhlich hat einen Sparkurs ausgerufen. Er fürchtet sogar, den Vertrag mit Fraktionsgeschäftsführer Jan-Eike Kersting auflösen zu müssen, sollte auch noch der rot-grüne Ratsantrag einer pauschalen Mittelkürzung um 20 Prozent angenommen werden.

Dass solche Gedankenspiele öffentlich werden, ruft im heutigen FLU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Göldner das Bedürfnis hervor, sich noch einmal mit der Situation seiner früheren Parteifreunde zu befassen. Er sagt: „Wenn ich Jan-Eike Kersting wäre, dann würde ich jetzt von mir aus kündigen!“ Es könne doch nicht sein, dass der Fraktionsvorsitzende der CDU öffentlich erklärt, die Fortsetzung von Kerstings Arbeitsverhältnis vom Wohlwollen der politischen Mitbewerber abhängig zu machen.

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Klaus Göldner von der Freien Liste rät der CDU dazu, einfach besser zu wirtschaften. Mit einem Budget von ehemals 109.000 Euro im Jahr sei die Ratsfraktion der Union üppig genug veranschlagt, dass sie einen Einbruch von 18.000 Euro auch ohne derlei Maßnahmen verkraften können müsse. „Als ich Fraktionschef der CDU war, hatten wir ein ähnliches Budget und ich habe 20 bis 25 Prozent davon unverbraucht an die Stadt zurückgegeben“, sagt er.

Klaus Göldner war bis 2013 Christdemokrat und Vorsitzender der CDU-Fraktion im Stadtrat, in dieser Funktion auch Vorgesetzter des Geschäftsführers Jan-Eike Kersting. Von ihm spricht Göldner noch heute voller Anerkennung. Es sei schade, wenn Kersting nun auf diese Weise in den Fokus gerückt werde, so Göldner.

Auch zu Göldners Zeiten fiel die Fraktion auseinander

Der Bruch mit Göldner hatte die CDU seinerzeit in eine Situation geführt, die mit der heutigen manches gemein hat. Im Jahr vor der Kommunalwahl traten interne Spannungen auf, die zum Austritt von sechs der zunächst 14 CDU-Ratsmitglieder aus ihrer Fraktion führten. Auch damals musste die CDU plötzlich mit 17.000 Euro weniger über das Jahr kommen.

Ein Streitgegenstand war auch seinerzeit das Geld: Der damalige Fraktionsvorsitzende Klaus Göldner verweigerte Parteichef Gerhard Meyer eine Mitfinanzierung des CDU-Neujahrsempfanges aus Fraktionsmitteln, weil er sie für nicht rechtens hielt. „Ich bin auch heute noch der Meinung, dass die Stadt einmal danach fragen könnte, was die CDU eigentlich mit ihrem Geld macht und ob sie es bestimmungsgemäß einsetzt“, so Göldner.

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