Gläsernes Atelier für einen großen Unnaer Künstler

dzKünstlerhaus Buschulte

Wilhelm Buschulte zählt zu den „großen Vieren“ der Gegenwartskunst aus Unna. Eine Schau an seiner Wirkungsstätte macht nachvollziehbar, die der religiös geprägte Maler dachte und arbeitete.

von Sebastian Pähler

Unna

, 02.11.2018, 13:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Schlaglicht auf das Schaffen eines außergewöhnlichen Unnaer Künstlers wirft seit Donnerstag die Ausstellung „Wilhelm Buschulte – Entdeckungen in der Glasmalerei“ im Künstlerhaus Buschulte am Obermassener Kirchweg. „Er ist ein Kind unserer Heimat und er ist ein Künstler, der Großes geschaffen hat“, stellte Thomas Hengstenberg bei seiner Einführung zur Ausstellung fest.

95. Geburtstag als Anlass

Anlass der Werkschau ist der Geburtstag Buschultes, der am 1. November 95 Jahre alt geworden wäre. Hengstenberg, ehemaliger Leiter des Kulturbereiches beim Kreis Unna, nutzte daher auch den Anlass, um einen Einblick in die Biografie des 2013 verstorbenen Künstlers zu geben. 1923 geboren gehörte er zu jenen Generationen, die als junge Menschen in den Wirren des Zweiten Weltkrieges aufgerieben wurden. Buschulte selbst hatte dabei Glück im Unglück, führten doch eine Verletzung und eine nachfolgende schwere Erkrankung zu seiner Ausmusterung.

1943 wurde sein künstlerisches Talent erkannt und er begann ein Studium an der Akademie der bildenden Künste in München. 1950 kehrte er nach Unna zurück, wo mit der Neugestaltung der im Krieg zerstörten Fenster der Kirche St. Katharina sein Weg als renommierter Glaskünstler seinen Anfang nahm.

Rückkehr nach Unna

„Es spricht für die Bodenständigkeit Wilhelm Buschultes, dass die Stadt seiner Geburt mit der Nähe zu seinem Elternhaus sein Lebensmittelpunkt geblieben ist“, so Hengstenberg.

Die neue Ausstellung zeigt Entwürfe, Werke und Fotos aus allen Schaffensphasen Wilhelm Buschultes. So ist etwa zu sehen, wie über die Jahre die Bleiruten aus seinen Werken verschwinden und er einen beinahe aquarellhaften Stil entwickelt. Auch mundgeblasenes Glas, Prismen oder Industrieglas hat er verwendet. Im früheren Atelier können interessierte Besucher Buschulte quasi über die Schulter schauen und vom Entwurf bis hin zum fertigen Fenster verschiedene Phasen der Entstehung vergleichen.

Dauerleihgabe aus Dortmund

„Ich wollte auch zeigen wie unterschiedlich er gearbeitet hat“, erklärte Buschultes Sohn, der ebenfalls Wilhelm heißt. Ein besonderes Ausstellungsstück ist auch die „Maria mit Kind“, die die Kulturstiftung der Sparkasse dem Künstlerhaus als Dauerleigabe zur Verfügung gestellt hat.

Das Interesse an der Ausstellung war zur Eröffnung groß. Rund 70 Kunst- und Kulturinteressierte fanden ihren Weg in das ehemalige Wohn- und Arbeitshaus des Künstlerpaares Maria und Wilhelm Buschulte. Die aktuelle Ausstellung ist dort noch bis zum 11. November samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen.

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