Gipfeltreffen ohne Einigung: Grüne im Kreistag bleiben gespalten

dzMachtkampf

Die Hoffnung auf eine Aussöhnung der Grünen hat sich vorerst zerschlagen: Im Unnaer Kreistag bleibt die Partei gespalten. Jetzt geht‘s um die Namensfrage.

Kreis Unna

, 19.10.2020, 12:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Aussicht auf eine Aussöhnung: Die 14 Kreistagsmitglieder von Bündnis 90/Die Grünen bleiben in zwei Lager gespalten, auch das Gipfeltreffen am Freitag brachte nicht die erhoffte Wende. Jetzt geht es um die Namensfrage.

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Nach dem Prolog brauchte es schon viel Zuversicht für den Glauben daran, dass diese Geschichte sich doch noch zum Guten wenden kann. Doch es gab die Optimisten in der Partei, die an ein glückliches Ende glaubten: An eine Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen mit allen 14 gewählten Kreistagsmitgliedern der Partei.

Nach dem Gipfeltreffen am Freitag sieht es nicht so aus, als könnte aus dem Drama doch noch eine Romanze werden: Keine Einigung der beiden zerstrittenen Lager mit Herbert Goldmann und Anke Schneider auf der einen sowie Timon Lütschen und Marion Küpper auf der anderen Seite.

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Im Nachgang des Treffens am Freitag teilte Lütschen mit, dass beide Seiten es als einen ersten Schritt „auf dem Weg zu einem weiterführenden, offenen Gesprächsprozess“ einordnen. „Auch wenn der Start in die neue Periode des Kreistages zunächst getrennt erfolgen wird, werden die Beteiligten die sich daraus ergebenden Fragestellungen im Dialog miteinander bearbeiten.“ Wie der Dialog in Zukunft aussehen soll, blieb offen.

Gemeinsame Fraktion bleibt das Ziel

Auf Nachfrage sagte Lütschen am Montag, das Ziel bleibe eine gemeinsame Fraktion aller 14 Kreistagsmitglieder der Partei. „Das ist auch der klare Wunsch der Basis“, so Lütschen.

„Wir sind jetzt dazu gezwungen, so zu beginnen.“
Timon Lütschen

Eine kurzfristig einberufene, außerordentliche Mitgliederversammlung war eine Woche vor dem Gipfeltreffen der Fraktionsspitzen am Freitag auf Antrag eines Mitglieds abgebrochen worden, weil das Interesse vonseiten der Mitglieder groß war – zu groß für eine Sitzung in Zeiten der sich zuspitzenden Corona-Pandemie. Das Dilemma: Im Moment ist unklar, wann überhaupt wieder derlei Sitzungen stattfinden können. „Wir sind jetzt dazu gezwungen, so zu beginnen“, sagt Lütschen und betont, damit selbst unzufrieden zu sein.

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Weil die Aussöhnung zunächst vom Tisch ist, geht es jetzt also um die Namensfrage: Beide Fraktionen haben beim Landrat angemeldet, Bündnis 90/Die Grünen zu vertreten – und sind vom Kreis Unna bereits darauf hingewiesen worden, dass das so nicht geht. Lütschen sagte zu der Namensfrage am Montag, dass man in dieser Frage noch nicht zu einem Ergebnis gekommen sei, auch der Landesvorstand sei involviert.

Goldmann und Schneider nicht zu erreichen

Herbert Goldmann und Anke Schneider waren am Montag zunächst nicht zu erreichen. Ihre Geschäftsführerin Stephanie Schmidt verwies in der Namensfrage auf „sachliche, konstruktive Gespräche ohne Emotionen“ und wollte sich ansonsten nicht weiter zur Sache äußern.

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