Gesprächsangebot zu geplanten Windrädern in Unna-Steinen

dzRechtsstreit droht

Die Frage, ob im Unnaer Ortsteil Steinen an der Ortsgrenze zu Werl zwei Windkraftanlagen gebaut werden, dürfte ein Fall für die Gerichte werden. Zunächst wollen der Kreis Unna und der Anlagenbauer „Abo Wind“ aber das gemeinsame Gespräch suchen.

Unna

, 14.08.2018 / Lesedauer: 3 min

Nachdem die Stadt Unna ihr gemeindliches Einvernehmen zum Bau zweier neuer Windkraftanlagen im Ortsteil Steinen abgelehnt hat, droht eine juristische Auseinandersetzung. Der Kreis Unna als Untere Emissionsschutzbehörde hat der Firma „Abo Wind“, die den Antrag auf Genehmigung der Windräder gestellt hatte, ihre Stellungnahme übermittelt. Tenor: Die Anlagen werden abgelehnt, weil die Stadt Unna ihr Einvernehmen verweigert hat und zudem ein Landschaftsplan existiert, der mastenähnliche Bauten in dem betroffenen Gebiet ausschließt.

Gespräch im September möglich

Die Firma „Abo Wind“, die ihren Sitz in Wiesbaden hat, teilte dem Kreis Unna in ihrer Erwiderung mit, dass sie das anders sehe. „Abo Wind“ machte zudem ein Gesprächsangebot im Rahmen eines Ortstermins. „Dieses Gesprächsangebot werden wir annehmen“, erklärte Andreas Schneider, Sachgebietsleiter Gewerblicher Umweltschutz und Abfallwirtschaft beim Kreis Unna, im Gespräch mit unserer Redaktion. Wegen der Sommerferien sei eine Terminierung noch nicht möglich gewesen, denkbar sei das Gespräch aber im September. In das geht der Kreis mit anwaltlicher Unterstützung. „Das ist ein sehr komplizierter Sachverhalt, bei dem auch die Rechtssprechung des Bundes zu berücksichtigen ist.“, so Schneider. Für den Kreis Unna sei das kein Alltagsgeschäft.

Keine Einwände der Luftfahrtbehörde

Die Luftfahrtbehörde Münster hat gegen den Bau der Windräder keine Einwände erhoben – für den Kreis durchaus überraschend. „Wir hatten damit eigentlich gerechnet, mit Blick auf die Einflugschneise für den Flughafen Dortmund“, so Schneider. Gleichwohl wird der Kreis Unna auf seiner Ablehnung auch beim Gesprächstermin beharren. Das aber bedeutet wohl auch, dass es einen Rechtsstreit über die Windräder geben wird. „Der Antragsteller hat schon so viele Gelder etwa in Gutachten investiert, dass er ein Gerichtsurteil haben will“, mutmaßt Schneider.

Nähe zu Naturschutzgebiet

Einen langen juristischen Streit hatte es auch schon um die Windräder im nahegelegenen Werler Stadtteil Hilbeck gegeben. „Die Windräder dort standen eine Zeit lang still“, erinnert sich Schneider. Hintergrund für den Rechtsstreit dort war der Artenschutz. Auch die Anlagen in Unna sollen in ökologisch wertvollem Gebiet entstehen. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Naturschutzgebiet „Horster Mühle/Hemmerder Wiesen“.

Die Firma „Abo Wind“ will in Steinen zwei Windkraftanlagen errichten. Sie sollen inklusive der Rotorblätter 210 Meter hoch werden. Beide Anlagen sollen über eine Leistungsfähigkeit von jeweils 3600 Kilowattstunden verfügen. Um den Bau und die Wartung der Anlagen zu ermöglichen, soll ein parallel zum Höhenweg verlaufender Graben, ein sogenannter landwirtschaftlicher Vorfluter, verrohrt werden.
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