Geschwister-Scholl-Gymnasium in Unna bietet wieder mehr Zeit fürs Abitur

dzRückkehr zu „G9“

Was das Geschwister-Scholl-Gymnasium ausmacht, erklärt die Schule beim Tag der offenen Tür. Die wichtigste Neuerung ist eine Rückkehr zum Alten: Neun Jahre Zeit, um ein „Abi zu bauen“.

25.11.2018, 16:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer ein Kind in der vierten Klasse hat, steht vor der Frage, auf welche weiterführende Schule der Nachwuchs nach den nächsten Sommerferien gehen soll. Um den Eltern bei dieser Entscheidung zu helfen, veranstaltete das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) am Samstag einen Tag der offenen Tür. Das Interesse war wie üblich groß, als die kommissarische Schulleiterin Stephanie Friske die Veranstaltung in der Stadthalle eröffnete.

„Was uns ausmacht, das ist unser Schulmotto GSG“, erklärte sie. Die Abkürzung stehe auch für „gemeinsam Schule gestalten“. Das bedeutet für sie, dass Lehrer, Eltern und Schüler eng zusammenarbeiten, um individuell Schwächen zu begegnen und Stärken zu fördern.

Bildung mit weniger Druck

Die größte Veränderung am GSG gab Stephanie Friske bei der Gelegenheit auch bekannt, denn das Gymnasium wird wieder zu einer Schulzeit von neun Jahren („G9“) zurückkehren, „damit einfach der Bildungsweg nicht mehr unter so großem Druck steht“, wie Friske erklärte.

Anschließend hatten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, das GSG im Schnupperunterricht und bei Führungen näher kennenzulernen. Dabei erlebten sie verschieden Präsentationen, die die Klassen und Kurse vorbereitet hatten. So konnten die Teilnehmer etwa mehr über optische Phänomene oder Vulkanismus erfahren oder sich über die unterschiedlichen Profilklassen im Angebot des Königsborner Gymnasiums informieren. Dort haben Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich je nach Neigung auf bilingualen Unterricht, einen Schwerpunkt in den MINT-Fächern oder im Fächerkomplex Bewegung, Medien und Gesellschaft zu spezialisieren.

Schulsanitäter, Bigband und mehr

Außerdem stellten sich Gruppen und Projekte der Schule vor. Beispielsweise konnten die Gäste den Schulsanitätern über die Schulter schauen oder bei der Geschwister-Scholl-AG mehr über die Namensgeber der Schule erfahren.

Auch für die kreative Ader wurde etwas geboten. So waren im ganzen Schulgebäude Schüler verteilt, die an Kreuzungen musizierten. Auch Proben der GSG-Bigband konnten Interessierte besuchen und in Ausstellungen bekamen die Gäste einen Eindruck, was im Kunstunterricht entstehen kann.

Schülerzeitung wird digital

Die Digitalisierung des Pressewesens erreicht nun eines der anerkanntesten Schülerzeitungsprojekte in der Region: „Scholl & Rauch“, das mehrfach ausgezeichnete Magazin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, verwandelt sich in ein Internetmedium, wie die Projektgruppe anlässlich de Tages der offenen Tür bekannt gab.

Ein Problem war, dass sich die Redaktion auf aktuelle Themen konzentrierte, aber nicht immer schnell genug Texte zusammenbekam, um eine Ausgabe zu füllen. Wenn dann schließlich genügend Artikel da waren, waren die ersten schon wieder veraltet.

Ab 1. Dezember ist „Scholl & Rauch“ eine Internetseite mit dem Vorteil, dass sie auch in unregelmäßigen Zeitabständen aktualisiert werden kann und aktuelle Themen deutlich schneller veröffentlicht. Zudem trage die Digitalisierung den Lesegewohnheiten der Schüler Rechnung: „Die Schüler lesen keine gedruckten Zeitungen mehr, Onlinemedien allerdings sehr wohl“, erklärte Redaktionsmitglied Tom Schneider.

Nachwuchssorgen im Projekt scheinen sich mit der Digitalisierung ebenfalls zu lösen. Nachdem die Redaktion zwischenzeitlich nur noch aus zwei Köpfen bestand, ist das Team wieder auf zehn Mitglieder angewachsen.

Eine gedruckte Ausgabe soll es künftig nur noch als Jahresheft geben – sozusagen als „Best of“ der Beiträge aus der Onlineveröffentlichung.

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