1200 Euro Geldstrafe und Haft auf Bewährung: Unnaer baute Cannabis gegen seine Schlafstörungen an

dzGerichtsprozess

Mit selbst angebauten Cannabis wollte ein Unnaer sich von seinen Schlafstörungen befreien. Über eine Polizeikontrolle kam sein Treiben ans Licht. Nun musste er sich vor dem Schöffengericht verantworten.

von Sylvia Mönnig

Unna

, 07.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schlafstörungen und gesundheitliche Probleme bekämpfte ein Unnaer mit Cannabis, das er zuletzt sogar selbst anbaute. Über eine Polizeikontrolle kam das Ganze ans Licht und brachte den 33-Jährigen nun auf die Anklagebank.

Die Arbeit im Schichtdienst setzte ihm lange zu. Darüber hinaus litt er unter einer chronischen Erkrankung. Vor einigen Jahren gewöhnte er es sich deshalb an, Hasch und Marihuana dagegen einzusetzen. Tatsächlich erfüllte sich seine Hoffnung.

An die Strafbarkeit seines Handelns verschwendete der bis dato völlig unbescholtene Unnaer in dem Moment keinen Gedanken. Vielmehr kam er Anfang 2019 auf die Idee, eine kleine Cannabis-Plantage aufzuziehen. 400 Euro investierte er in das Zubehör, die nötigen Informationen beschaffte er sich über das Internet.

Zufall wird zum Verhängnis

Dann wurde ihm ein Zufall zum Verhängnis: In der Nacht auf den 13. April vergangenen Jahres wurde er auf dem Beethoven-Ring angehalten und die Beamten stießen in seinem Wagen auf knapp 15 Gramm Marihuana. Dem Drogenfund im Pkw folgte die Durchsuchung seiner Wohnung in Königsborn. Das Ergebnis: Über 120 Gramm Pflanzenmaterial aus neun Marihuana-Pflänzchen und rund fünf Gramm Hasch, das auf einem Tisch lag. So entstand der Verdacht, dass der 33-Jährige nicht nur Drogen besaß, sondern auch Handel mit ihnen trieb.

Kein Cannabiskonsum mehr

Vor dem Schöffengericht beteuerte der Unnaer jetzt, dass er das aufgefundene Cannabis nur für den Eigenbedarf besessen habe. Mit Mitte 20 habe er ob seiner Schlafstörungen und der Krankheit angefangen, Haschisch und Marihuana zu konsumieren. „So hat sich das dann aufgeschaukelt.“ Zuletzt habe er bis zu 1,5 Gramm pro Tag genommen. Nach seiner Entdeckung habe er aber sofort damit aufgehört, sei also clean. Dafür leide er nun natürlich wieder unter den extremen Schlafstörungen. Pro Nacht schlafe er nur noch zwei bis drei Stunden. Schlafmittel meide er jedoch aus Angst vor Nebenwirkungen.

Das leere Strafregister, sein Geständnis, der Hintergrund und der Umstand, dass das Gericht tatsächlich lediglich von Besitz und nicht von Handel ausging, sorgten für eine Chance: sechs Monate Haft mit Bewährung und 1200 Euro Geldbuße.

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