Gericht: Fachwerkhaus am Unnaer Kirchplatz ist und bleibt erhaltenswert

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Im Streit um ein altes Fachwerkhaus zwischen Markt, Kirchplatz und Krummfuß urteilt das Verwaltungsgericht im Sinne des Denkmalschutzes – und damit gegen die Pläne des Eigentümers für einen Teilabriss.

Unna

, 12.12.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Urteil des Verwaltungsgerichtes Gelsenkirchen zum Haus mit der Adresse Markt 2/3 ist ein Etappensieg für den Denkmalschutz, vielleicht aber auch der entscheidende Durchbruch. In der Bewertung der ersten von drei Klagen gegen die Stadt Unna weist das Gericht das Anliegen des Eigentümers zurück.

In dem nun verhandelten Verfahren hatte der Gebäudeeigentümer gegen die Unterschutzstellung des Hauses als Baudenkmal geklagt. Seine Begründung: Zumindest die Dachkonstruktion sei so marode, dass ein Erhalt mit vertretbaren Mitteln nicht zu leisten sei. Stattdessen wollte der Eigentümer das Dach abreißen und in veränderter Form neu aufbauen lassen. Dies weist die Stadt als untere Denkmalbehörde zurück.

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Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bezieht nun eine Position, die sowohl von der des Klägers als auch von der der Stadt abweicht. Laut Stadt befinden sich gerade in den oberen Gebäudeteilen viele denkmalwerte Merkmale. Das Gericht geht weiter und erkennt an, dass das Haus im Ganzen den Denkmalschutz verdient.

Ein Haus, das Unnas Baugeschichte erklären kann

Das Gericht hatte sich in der Baugeschichte Unnas kundig gemacht und eine geschichtliche Besonderheit entdeckt. Nach dem großen Stadtbrand 1723 waren in Unna die Bauvorschriften verändert worden, um ein Durchzünden von Bränden in Nachbargebäude künftig zu erschweren. Das Haus im Dreieck von Markt, Kirchplatz und Krummfuß sei auf Grundlage der damals neuen Regeln entworfen worden und zeige dem Kundigen noch heute, wie sich das Bauen seinerzeit verändert hat, erklärt Gerichtssprecher Wolfgang Thewes. Es ist ein Haus, das nicht nur das Stadtbild prägt, sondern tatsächlich auch Baugeschichte vermittelt.

Insgesamt drei Klagen

Der Hauseigentümer hat insgesamt drei Klagen gegen die Stadt Unna eingereicht, die inhaltlich in einem Zusammenhang stehen. Ob die beiden noch offenen Verfahren mit der aktuellen Entscheidung in Gelsenkirchen hinfällig werden, ist nicht abzusehen. Zudem hat der Eigentümer als Kläger nun auch noch die Möglichkeit, Rechtsmittel einzulegen und in die nächste Instanz zu gehen.

Unstrittig ist, dass die Dachkonstruktion stark beschädigt ist. Eine notdürftige Sicherung durch einen Handwerksbetrieb ist bereits erfolgt, scheint aber nur eingeschränkten Schutz zu versprechen. Die Stadt fordert daher weitere Maßnahmen – und im Idealfall eine denkmalgerechte Sanierung der Dach- und Deckenkonstruktion.

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