Geriatrie als neue Fachabteilung des Evangelischen Krankenhauses anerkannt

dzAltersmedizin

Die interdisziplinäre Arbeit mit alten Menschen im Evangelischen Krankenhaus findet nun auch Anerkennung von höchster Stelle: Die Geriatrie ist jetzt eine Hauptabteilung des Krankenhauses.

Unna

, 12.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Altersmedizin im Evangelischen Krankenhaus, im Fachjargon Geriatrie, ist aus der Abteilung für Neurologie hervorgegangen. Jetzt ist sie eine eigenständige Hauptabteilung, festgeschrieben im Landeskrankenhausplan. Die Geriatrie hat 35 der insgesamt 320 Betten im EK Unna. Unter der Leitung von Chefärztin Dr. Heidi Silberg arbeitet ein interdisziplinäres Team. Ärzte, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten, speziell in der Altersmedizin geschulte Pflegetherapeuten, Psychologen, Sozialarbeiter, Musik- und Entspannungspädagogen kümmern sich um die 400 Patienten.

Ziel: Selbstständig bleiben im Alter

Die Patienten sind üblicherweise älter als 70, haben alterstypische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Osteoporose sowie gewisse Einschränkungen. Sie leben aber selbstständig – bis sie plötzlich akut erkranken, etwa durch einen Knochenbruch. Das Risiko, ein Pflegefall zu werden, ist in solchen Fällen hoch. Die Geriatrie setzt genau dort an: Das multiprofessionelle Team behandelt nicht nur die akute Erkrankung des Patienten, sondern verfolgt mit ihm gemeinsam das Ziel, dass er wieder in sein gewohntes Umfeld zurückkehren kann.

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Es begann mit vier Betten

Mit vier Betten startete das EK seine geriatrische Abteilung Ende 2014 und baute sie Schritt für Schritt weiter aus. Parallel dazu hatte das Krankenhaus bereits 2013 die Anerkennung als Hauptabteilung beantragt und setzte damit einen bürokratischen Prozess mit Beteiligung vieler Institutionen in Gang. Dieser wurde nun nach sechs Jahren abgeschlossen. „Die Anerkennung der Altersmedizin als Hauptabteilung ist ein wichtiger Meilenstein in der medizinischen und pflegerischen Versorgung älterer Menschen im Kreis Unna“, sagt Dr. Dietmar Herberhold, Stiftungsvorstand des Evangelischen Krankenhauses. Die Anerkennung ist wichtig für Kostenträger wie Versicherungen, sie gilt aber auch als Qualitätssiegel und als Grundlage für künftige Erweiterungen des Leistungsspektrums.

400 Patienten pro Jahr

Rund 400 Patienten jährlich zählt die Geriatrie mittlerweile – Tendenz steigend, angesichts des demografischen Wandels. Um die medizinische Versorgung der „Alten“ in der Region zu verbessern, gründete das EK zudem Ende 2014 mit den konfessionellen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten den Geriatrieverbund Kreis Unna. Die Zahl der Betten des EK bleibt durch die neue Hauptabteilung unverändert. Es wurden Kapazitäten aus anderen Bereichen umverteilt.

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