Genug Schüler für alle Unnaer Grundschulen

dzAnmeldestatistik

Das Heer der ABC-Schützen wird im nächsten Sommer eine starke Truppe bilden. Für voraussichtlich 534 Kinder beginnt die Schulzeit. Ihre Verteilung an den einzelnen Schulen wirkt „gesund“.

Unna

, 03.12.2018, 18:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Nach teils extremen Ergebnissen in den zurückliegenden Jahren wirkt die Verteilung der Lernanfänger in Unna nun wieder ziemlich unauffällig. Zwar dürfte sich die Schule am Friedrichsborn auch in diesem Jahr mit der Frage beschäftigen, wie sie auf einen rechnerischen Anmeldeüberhang umgehen soll. Er ist allerdings weniger gravierend als im Vorjahr. Dafür hat die Nachbarschule auf der anderen Seite der Bahnlinie nun wieder mehr Zulauf. Ausreichende Anmeldungen haben aber auch die traditionell kleinen Schulen erfahren – ob sie nun in einem ländlichen Stadtteil liegen oder in der Innenstadt. Besorgniserregenden Schülermangel gibt es derzeit nirgends in Unna – was auch an einem starken Jahrgang liegt. Insgesamt 534 Kinder wurden bislang an den elf Grundschulen in Unna angemeldet, also 35 mehr als im Vorjahr. Die Eltern von vier Kindern, die eigentlich in Unna eingeschult werden sollten, haben noch nichts von sich hören lassen. Hier ein Überblick über die Schulen im Einzelnen:

Falkschule: 59 (+17)

Dass die Stadt an einem Neubau für Falk- und Nicolaischule festhält, sichert die Zukunft des Bildungsangebotes in der Innenstadt ab. Für die Kinder, die jetzt zur Einschulung angemeldet werden mussten, hat dies allerdings keine Bedeutung. Ungeachtet dessen gehört die Grundschule am Evangelischen Krankenhaus seit Jahren zu den stabil nachgefragten Bildungshäusern. Der leichte Durchhänger im Vorjahr mochte teils aus durch die Jahrgangsstärke zu erklären gewesen sein, teils aus dem Elternwahlverhalten. In diesem Jahr wurden 59 Kinder angemeldet.

Schule am Friedrichsborn: 93 (-13)

Das Minus bei den Anmeldezahlen ist kein Grund zur Sorge – im Gegenteil. Denn die Anmeldekapazität von 87 Kindern ist immer noch überschritten, aber eben nicht so extrem wie im Vorjahr. Und die zuletzt deutliche Neigung Königsborner Eltern, ihre Kinder auf der Südseite der Bahnlinie anzumelden, lässt nun ein wenig nach. Das nimmt durchaus Druck von der Schule am Friedrichsborn.

Grilloschule: 48 (+11)

Die Grilloschule gehörte einmal zu den größten Grundschulen in Unna, hatte zuletzt aber sinkende Anmeldezahlen. Das hat etwas mit der demografischen Entwicklung im näheren Umfeld zur Schule zu tun, ging aber auch mit einer Wanderungsbewegung einher: Während die Grilloschule immer weniger Lernanfänger verzeichnete, waren es in der nächsten Grundschule am Friedrichsborn immer mehr. Nun allerdings scheint der Trend erst einmal umgekehrt: 48 Schüler lassen auf zwei Klassen in guter Arbeitsgröße hoffen.

Grundschule Hemmerde: 30 (+14)

Im vergangenen Jahr unterschritt die Dorfschule in Hemmerde zunächst die Mindestzahl an Schülern für die Bildung einer Eingangsklasse. Schulleiter Hans Balter gab sich dennoch unaufgeregt, hatte er die Entwicklung im Ort doch bereits im Blick: Genügend Vorschulkinder in den Kindergärten und die geplanten Baugebiete in Hemmerde ließen auch dort auf ausreichenden Nachwuchs für die kleine Dorfschule hoffen. Und tatsächlich: 30 Kinder wurden nun zur Einschulung im Sommer 2019 angemeldet.

Grundschule Lünern: 21 (-7)

28 Kinder im Vorjahr, 21 diesmal – das sind die normalen Schwankungen in der Jahrgangsstärke einer einzügigen Schule. Vorerst kein Grund zur Besorgnis in Lünern.

Katharinenschule: 79 (-1)

Die Katharinenschule liegt in etwa auf ihrem Vorjahreswert und kann damit drei Eingangsklassen bilden. Dass die Extremlage vergangener Jahre, in denen die katholische Schule auch schon einmal Kinder ablehnen musste, vorüber sind, dürfte Eltern und Lehrer gleichermaßen freuen: Wenn die Klassen nicht randvoll sind, ist die Begleitung der einzelnen Schüler intensiver.

Liedbachschule: 39 (+7)

Die vermeintlich kleine Dorfschule im beschaulichen Billmerich entwickelt sich weiterhin stark. Kinder aus dem Ort, aus Unna-Süd, aber auch aus Nachbarkommunen stellen die Zielgruppen der Schule dar, deren ruhiges Lernumfeld offenbar gern angenommen wird.

Nicolaischule: 35 (+4)

Es gab einmal eine Zeit, in der die Nicolaischule als existenzgefährdet galt. Die Mindestzahl von 17 Kindern zu erreichen war damals oft eine Zitterpartie. Inzwischen hat sich die Jahrgangsstärke verdoppelt: 35 Kinder sind angemeldet. Kommen dann noch die in der Innenstadt oft auftretenden Nachmeldungen hinzu, gibt es ab Sommer 2019 abermals zwei neue Klassen mit luxuriösem Lehrer-Schüler-Schlüssel.

Osterfeldschule: 34 (+3)

Die Osterfeldschule legt leicht zu, und das ist für die Schule in Mühlhausen gleich in doppelter Hinsicht gut: Sie arbeitet mit einer jahrgangsübergreifenden Eingangsklasse, in der Erst- und Zweitklässler gemeinsam lernen. Bei stabilen Anmeldezahlen steht ihr Zahlenverhältnis in einem ausgewogenen Verhältnis.

Schillerschule: 59 (+2)

Die Schule in Niedermassen ist anhaltend beliebt, arbeitet aber auch an der Grenze ihrer Aufnahmekapazitäten. Denn ausgelegt ist sie für zwei Klassen pro Jahrgang. Und diese sind in der Regel recht voll.

Sonnenschule: 37 (-2)

Die Grundschule in Obermassen plant erneut mit einem schwächeren Eingangsjahrgang. Für die Schülerinnen und Schüler kann dies ein Vorteil sein, weil sich weniger Kinder einen Lehrer teilen. Allerdings sollte die Stadt ein strukturelles Problem im Blick behalten: Im lärmbelasteten Süden des Stadtteils Massen sind Neubaugebiete kein Thema. Damit ist die Zahl der Kinder im Umfeld aber umso stärker vom demografischen Wandel abhängig.

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