Gemüsewoche an Schulmensa in Unna: Koch will Bewusstsein für gesunde Ernährung schärfen

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Die Schulmensa des Pestalozzi-Gymnasiums und der Peter-Weiss-Gesamtschule in Unna hat mit der „Gemüsewoche“ eine Aktion für bewusste Ernährung ins Leben gerufen. Das kommt gut an.

Unna

, 12.03.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hans-Joachim Koch ist Küchenleiter an der Schulmensa des Pestalozzi-Gymnasiums und der Peter-Weiss-Gesamtschule in Unna. Jede Woche plant er mit seinem Team, was den Schülern in der Mittagszeit aufgetischt wird. Eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse ist ihm dabei wichtig. Bei den Schülern hingegen sind Rosenkohl, Brokkoli und Paprika deutlich weniger beliebt als Pizza, Pommes und Burger. Das soll die Gemüsewoche nun ändern.

Schüler sollen Gemüse in Ernährung integrieren

„Die Idee dahinter ist, dass die Schüler sich bewusst damit auseinander setzen, was sie essen“, erklärt Koch. Die Kinder sollen etwa erkennen, welches Gemüse in ihrem Gericht verarbeitet worden ist und in einem Quiz die richtige Lösung ankreuzen. „So macht gesund Essen Spaß und die Kinder lernen spielerisch, welche Gemüsesorten es gibt“, so Kochs Hoffnung. Manche Schüler wüssten nämlich gar nicht mehr, wie eine Aubergine oder eine Zucchini aussieht, beklagt der Küchenleiter.

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Deshalb ist vor der Essensausgabe in der Schulmensa auch ein Tisch mit verschiedenen Gemüsesorten ausgestellt. So sollen die Schüler sehen, wie etwa Kohlrabi, Brokkoli und Paprika unverarbeitet aussehen und animiert werden, selbst öfter zu Gemüsebeilagen zu greifen.

Nudeln, Reis und Püree sind beliebter als Gemüse

Das sei derzeit nämlich nicht der Fall, weiß der Küchenleiter. „Gemüse wird verschmäht“, sagt er. „Die Kinder essen lieber kohlenhydrathaltige Sättigungsbeilagen wie Nudeln, Reis oder Püree“. Das Gemüse müssten die Köche oft in rauen Mengen wegschmeißen. So auch in dieser Woche, vermutet Koch, wenn es „Geflügelfrikadelle mit Kartoffelpüree und Wirsing“ gibt. „Ich weiß jetzt schon, dass der Wirsing nicht gegessen wird“ , sagt Koch. Das hinterlasse ihn enttäuscht. „Wir machen uns immer die Arbeit, aber die Kinder wollen es meist nicht essen.“

Obstsalat und Gemüsesticks statt Schokopudding: Die Schülerinnen Jolina Kiss, Nela Wolfram und Kimberly Kiss (v.l) helfen fleißig beim Verkauf mit.

Obstsalat und Gemüsesticks statt Schokopudding: Die Schülerinnen Jolina Kiss, Nela Wolfram und Kimberly Kiss (v.l) helfen fleißig beim Verkauf mit. © Vivien Nogaj

Auf die Aktion Gemüsewoche haben die Schüler jedoch positiv reagiert: Einige hätten sich sogar bereit erklärt, die Woche aktiv mitzugestalten, etwa indem sie Plakate mit verschiedenen Gemüsesorten gebastelt haben und Pausensnacks wie Gemüsesticks und Obstbecher verkauft haben. Und die kamen auch bei den Schülern gut an: „Von den Obstbechern haben wir viele verkauft“, sagte Schülerin Kimberly Kiss.

Auch Hans-Joachim Koch zeigte sich zufrieden: „Es muss eben doch nicht immer nur Pizza, Döner oder Hamburger sein“, sagte er.

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