Gemeinschaftsausstellung zeigt „Fundstücke“ aus Unna und Europa

Redakteur
Arthaus Nowodorski Unna Ulrich Gebhardt Frauke und Dietmar Nowodworski
Führen eine Gemeinschaftsausstellung im Arthaus Nowodorski durch: Ulrich Gebhardt (links) sowie das Künstlerehepaar Frauke und Dietmar Nowodworski freuen sich auf viele Gäste an der Massener Straße 24. © Dirk Becker
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Im Alltäglichen das Besondere sehen und Potenzial in Dingen erkennen, die scheinbar nicht mehr gebraucht werden – das eint das Künstlerehepaar Frauke und Dietmar Nowodworski mit Ulrich Gebhardt. Gemeinsam präsentieren sie ihre Kunst vom 2. Oktober bis zum 5. März 2023 unter dem Titel „Fundstücke/Kunststücke“.

Noch mehr als das „Sammeln von Sinnen“

Die Nowodworskis sind bekannt für ihre Leidenschaft zum „Sammeln von Sinnen“. Dinge, die sie in ganz Europa finden, finden sich in Skulpturen und Kunstwerken wieder. „Die Gegenstände müssen uns beiden etwas sagen“, erklärt Dietmar Nowodworski und verweist etwa auf einen Lampenfuß, der jetzt die Basis für die Skulptur „Einstein“ bildet.

In der Ausstellung sind mehrere neue Objekte zu sehen. Das Künstlerehepaar widmet sich dem „Objet trouvé auf überregionaler Ebene und spannt einen Bogen zwischen Vergangenheit, Zeit und Wiedererkennungswert. Mit Witz, Lebensfreude und Poesie laden sie zum genauen Hinschauen ein.

Die provokativen Denkanstöße fallen erst auf den zweiten Blick ins Auge. Frauke und Dietmar Nowodworski haben im großen Feld der Objektkunst eine eigene leise Sprache entwickelt. Die Bewegung ist fast immer integraler, ästhetischer Bestandteil ihrer Skulpturen.

Ulrich Gebhardt Ausstellung Arthaus Nowodworski
Ulrich Gebhardt gibt seinen Werken keine Namen. Hier sind Holzleisten von Restaurierungsarbeiten der Löwen-Apotheke aus dem Jahr 2017 neben bunten Holzbauklötzen zu sehen. © Arthaus Nowodworski

Ulrich Gebhardt wurde zufällig zum „Sammler“. Beim Viktoria-Abriss im Jahr 1997 entdeckte er ein Metallstück. „Ich habe es aufgehoben, meine Frau angeguckt und gesagt: Das nehme ich als Andenken mit“, erinnert er sich. Erst später und nach dem Fund weiterer Dinge entstand die Idee, die Fundstücke in seine Kunst zu integrieren.

Aus Liebe zu seiner Heimatstadt Unna sammelte er immer wieder Gegenstände aus Gebäuden, die bald dem Abriss zum Opfer fielen und aus dem Stadtbild verschwanden. Als Beispiel Drahtreste aus dem Kolpinghaus, rostige Nägel aus der alten Mühle Bremme und auch ein Ornament aus der ehemaligen Stadtvilla Massener Straße Nummer 20. Somit wurden Relikte Unnaer Baukultur ideenreich zweckentfremdet.

Der Gastkünstler

Ulrich Gebhardt ist Künstler aus Leidenschaft

In jungen Jahren studierte Ulrich Gebhardt Kunst. Seine Leidenschaft war es, Kunst vielfältig und experimentell an Kinder weiter zu vermitteln. Er wurde Lehrer und Konrektor an der Aloysiusschule in Holzwickede. Doch auch nach seinem Berufsleben blieb er seiner Leidenschaft treu. Er betätigte sich selbst als Künstler und hatte bereits mehrere Ausstellungen in Holzwickede und in Unna, zuletzt 2016 sehr erfolgreich im Katharinen-Hospital Unna.

Ulrich Gebhardt erzählt mit seinen Werken Abrissgeschichten aus Unna, die er mit verschiedenen Techniken wie Collage, Montage und Malerei aufarbeitet. Jedes seiner Werke ist ein Unikat, welches mit der Stadtgeschichte Unnas eng verbunden ist und aus Fundstücken Kunststücke macht. Fast alle in der Ausstellung gezeigten Exponate sind käuflich zu erwerben. Lediglich eine Ansicht der Stadtkirche will er nicht abgeben: „Ich bin Stadtkirchen-Fan. An diesem Werk hänge ich.“

Die Ausstellung beginnt am Sonntag, 2. Oktober. Bis zum 18. Dezember 2022 ist das Arthaus Nowodworski, Massener Straße 24, jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Außerhalb dieser Zeit können Besuchstermine unter Tel. (02303) 918480 oder (0151) 67757767 per E-Mail an arthaus@nowodworski.de vereinbart werden.